Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Zu der von Kempkes refe­rierten Beobachtung ist Folgendes zu ergänzen. Zu den mit Fangschrecken (Ordnung Mantodea) assoziierten Parasitoiden (Organismen, die in ihrer Entwicklung parasitisch leben und ihre Wirte schließlich töten) zählen auch Saitenwürmer (Stamm Nematomorpha) der Gattung Chordodes.
Bei Ehrmann (2002) ist deren Lebenszyklus geschildert. Er „beginnt mit der Paarung der (getrenntgeschlechtlichen) Würmer im Wasser, aus den Eiern schlüpft eine sehr kleine Larve, die von den verschiedensten aquatischen Organismen aufgenommen wird, sich durch das Darm­epithel bohrt und im Gewebe encystiert. Weiter geht die Entwicklung nur, wenn es sich um einen Wirt handelt, der durch eine Metamorphose in ein terrestrisches Sta­dium übergeht, z. B. bei Mücken. Werden diese Adulti von Mantodea gefangen und gefressen, entwickelt sich die Nematomorpha-Larve im Abdomen der Mantodea zum großen Wurm weiter. Dabei wird (soweit das die wenigen Daten bisher zeigen) offenbar die Ausbildung von Gonaden und Fettkörper der Mantodea unterbunden, aber sie werden, zumindest kurzfristig, nicht getötet. Durch einen unbekannten Impuls sucht die Gottesanbeterin Wasser auf, darauf bohrt sich der Wurm in der Nähe des Anus an einer weichhäutigen Stel­-le aus, und der Lebenszyklus ist geschlossen (in litt. A. Schmidt-Rhaesa, XI. 2000)“ (Ehrmann 2002).
Mit anderen Worten: Die von Battiston et al. veröffentlichte und von Kempkes referierte Beobachtung „fischender Mantodea“ lässt sich nicht unbedingt mit den „kognitiven Leistungen des Insekts“ erklären, „das offenbar immer wieder zielgerichtet den Teich aufsuchte, um dort … Guppys zu fangen“, sondern womöglich vielmehr durch den bei Ehrmann geschilderten, von einem parasitierenden Wurm ausgelösten Impuls.
Und wenn eine Fangschrecke schon einmal in Wassernähe auf sich dicht unter der Oberfläche bewegende Beutetiere, in diesem Fall Lebendgebärende Zahnkarpfen, stößt, dann schlägt sie auch reflexartig zu.
Reinhard Ehrmann und Rainer Stawikowski

Strom und Wasser sind bekanntlich eine gefährliche Kombination. Für Elektro­geräte, die in Aquarien betrieben werden, gelten daher zu Recht strenge Sicherheitsvorschriften. Dass man sich hierauf allerdings selbst bei Markengeräten nicht immer verlassen kann, zeigen meine jüngsten Erfahrungen mit ProLine-Heizern von der Firma Tetra.
Um einer möglichen Gefahr durch Glasbruch konventioneller Heizstäbe vorzubeugen, entschied ich mich dafür, unsere Familienaquarien sowie das Becken der örtlichen Grundschule mit Tetra-ProLine-Heizern auszustatten. Diese Geräte wurden vom Hersteller als „leistungsstark und sicher“ beworben, basierend auf ­einer „bruchsicheren Kon­struktion … aus thermoplastischen Kunststoffen und Epoxid-Füllung“. Die Heizer machten in der Tat zunächst einen sehr robusten Eindruck.
Über die Urlaubszeit des heißen Sommers 2018 trennte ich den 200-Watt-ProLine-Heizer in unserem Wohn­zimmeraquarium vorübergehend vom Netz. Als ich den Stecker danach wieder einsteckte, explodierte das Gerät mit lautem Knall und massiver Rauchentwicklung vor meiner Nase im Aqua­rium, Gas mit stechend metallischem Geruch trat aus. Nach diesem Schrecken erkannte ich, dass das Gehäuse des Heizers auf der Rückseite einen langen Riss aufwies.
Als ich die weiteren Ge­räte außer Betrieb nahm, wurde klar: Auch der bau­gleiche Heizer des Aquariums in der Grundschule wies an derselben Stelle bereits einen langen Riss auf. Im ­Internet sind weitere Berichte über vergleichbare Erfahrungen und Vorfälle nach­zulesen; es scheint, als ob die Gehäuse nicht ausreichend abgedichtet sind und entstehender Wasserdampf sie sprengen kann.
Unverzüglich informierte ich die Firma Tetra über meine Erlebnisse. Nach mehrmaliger Rückfrage wurde mir bestätigt, dass Probleme mit diesen Geräten bekannt sind, und die ProLine-Hei­-zer wurden inzwischen vom Markt genommen. Mir wurde die Erstattung des Kaufpreises zugesagt, und als Entschädigung für das Schul­aquarium bekam ich jeweils eine kleine (!) Dose Futter und Wasseraufbereiter – eine warnende Kundenin­formation oder die mir an­gemessen scheinende Rückrufaktion erfolgten jedoch nicht.
Ob dieses Verhalten das Vertrauen in die Herstellerfirma fördert, sei dahin­gestellt. Mir jedenfalls ist nicht begreiflich, wie ein ­bekannter Produzent weiterhin unsichere Heizstäbe für die „uneingeschränkte Positionierung … im Aquarium“ (so heißt es in der Werbung für die ProLine-Heizer) im Verkehr lassen kann.
Fabian Herder

Nach dem Erscheinen des Dezember-Heftes rief ein DATZ-Leser in der Redaktion an und fragte, wie viele ­wissenschaftlich anerkannte Nautilus-Arten es zurzeit eigentlich gibt. Er ging bisher von fünf Spezies aus und fand in dem Beitrag von René Hoffmann den Hinweis auf sechs. Wir fragten den Verfasser nach dem aktuellen Stand.Redaktion

Sehr geehrte Redaktion, vielen Dank für die weiter­geleitete Frage.
Tatsächlich ist die Zahl der validen Nautilus-Arten Gegenstand einer andauernden Diskussion. In der Neuauflage des Buchs „Nautilus – The Biology and Paleobiology of a Living Fossil“ aus dem Jahr 2010 (erste Auflage 1987) listet Bruce Saunders in seinem Kapitel fünf Taxa auf (N. pompilius, N. belau­ensis, N. macromphalus, N. scrobiculatus und N. stenomphalus). Darüber hinaus erwähnt er eine fragliche (N. repertus) sowie drei mutmaßlich nicht valide Spezies (N. ambiguus, N. alumnus und N. moretoni).
Das Taxon N. scrobiculatus gehört in die inzwischen akzeptierte neue Gattung ­Allonautilus Ward & Saunders, 1997. In diesem Genus wurde mittlerweile eine zweite Art beschrieben: Allonautilus perforatus.
Des Weiteren gibt es DNS-Analysen, die vermuten lassen, dass die Gattung Nau­tilus zurzeit eine Radiation erlebt, was darin begründet liegt, dass die Tiere es vermeiden, durch tiefere Gewässer zu schwimmen. Somit sind die meisten Insel­populationen genetisch isoliert und stellen potenziell neue Arten dar, die sich allerdings bisher nicht morphologisch fassen lassen.
Im Gegensatz dazu kommen Landman und Kollegen – basierend auf der Analyse von 300 Gen-Sequenzen – zu dem Schluss, dass es nur eine einzige Nautilus-Art gibt!
All dies und mehr ist nachzulesen in dem wun­derbar bebilderten Buch von Wolfgang Grulke: „Nautilus – Beautiful Survivor. 500 Million Years of Evolu­tionary History“ aus dem Jahr 2016.
Zusammengefasst variiert die Zahl der validen ­Nautilus-Arten also – je nach Bearbeiter – zwischen eins und sieben (N. repertus mit eingeschlossen).
René Hoffmann

Im Dezember-Heft las ich den Hinweis auf die Fotoausstellung des ZMT „Tiere im Korallenriff – Kunstwerke der Natur“ zum Internationalen Jahr des Riffs 2018.
Also besuchte ich während eines Aufenthalts in Bremen das Haus der Wissenschaften, sah mir die Ausstellung an und war begeistert von den faszinierenden Bildern, die die Natur
zu bieten hat.
Besonders gut gefielen mir die Fotografien von der weißen, mit feinen roten ­Linien verzierten Seegurke, den beiden dicht nebeneinanderstehenden Mandarin­fischen und den an Labyrinthe erinnernden Steinkorallen. Sinnvolle Ergänzungen zu den Fotos wären meines Erachtens die wissenschaftlichen Namen der abgebildeten Organismen und Angaben zu den betreffenden Aufnahmeorten gewesen.
Wie auch immer – der ­sehenswerten Präsentation wünsche ich noch zahlreiche Besucher!

Elfriede Ehlers

Im Oktober besuchten wir den Duisburger Zoo und durften einen Blick hinter die Kulissen des Aquarienhauses werfen. In einem ­großen Meerwasserbecken lebt ein Langhorn-Kofferfisch (Lactoria cornuta) – ­wegen der hornartigen Auswüchse über den Augen auch als „Kuhfisch“ bezeichnet –, der den Spitznamen „Kartoffel“ trägt. Dieser Kofferfisch wurde dem Aqua­rium von einem privaten Liebhaber übereignet.
Bemerkenswert ist eine lustige Verhaltensweise des Fisches: Blickt man von oben in das große Becken, schwimmt er zur Oberfläche und äugt neugierig aus dem Wasser. So weit, so gut,
viele Fische lernen ja recht schnell, dass Betteln an der Scheibe oder am Wasser­spiegel häufig mit Extra-­Futtergaben belohnt wird.
Doch „Kartoffel“ meint wohl, ein Schützenfisch (Toxotes sp.) zu sein, denn das Tier reckt nicht nur sein Köpfchen über die Wasseroberfläche, sondern spuckt auch gezielt mehrere Wassertropfen in Richtung der Aquarienpfleger und -besucher!
Zu unserem Glück hat er seine Schussfähigkeit bisher jedoch noch nicht so weit perfektioniert wie die richtigen Schützenfische. Die Angehörigen der Gattung Toxotes sind ja in der Lage, an­visierte Beutetiere zielgenau und mit kräftigem Strahl in bis zu zwei Metern Entfernung zu treffen und ins ­Wasser zu spritzen.
Kartoffel speit bisher einzelne Tröpfchen nur wenige Zentimeter weit. Aber Übung macht ja den Meister – wer weiß, wie weit er seine un­gewöhnliche Fähigkeit noch ausbauen wird?

Uwe Dost