Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Hallo Herr Wolf, auch wenn ich inhaltlich Ihrem Editorial natürlich zustimme (besonders als Buchautor, nobody is perfect), möchte ich eine kleine Korrektur anbringen. Als Herausgeber der „Zeitschrift für aquaristische Literatur“ und eifriger Sammler bin ich über ihren „Autor“ Earl Schneider gestolpert. Tatsächlich stammt das Büchlein von Gene Wolfsheimer. In vielen deutschen Übersetzungen der amerikanischen Reihe „Enjoy your ...“ sind die Autoren noch angegeben, Earl Schneider ist dort als Editor (Redakteur) gelistet. In den deutschen Ausgaben „Freude an ...“ (ich empfehle übrigens das Büchlein „Freude am Chamäleon“ mit dem Bild einer lebend auf einer Bluse aufgebundenen Phelsume …) werden fast nie die Autorennamen angegeben. Eine Ausnahme bildet etwa „Freude an Skalaren“, Autor: Gene Wolfsheimer. Die Qualität dieser Büchlein ist ex­trem unterschiedlich, von gut bis kaum auszuhalten.
Mit freundlichen Grüßen,
Harro Hieronimus

„Unzählige Spezies wurden und werden nur durch das Engagement privater Tierhalter vor dem Aussterben bewahrt.“ „Unser Hobby stellt keine Bedrohung für die wildlebenden Arten dar, sondern aktiven Naturschutz.“ „Nur was man kennt, das kann man auch lieben – und nur was man liebt, das will man auch schützen.“ „Alles verbieten zu wollen, ist sicherlich der falsche Weg.“
Zusammengefasst sind das für mich die wichtigsten Aussagen im informativen Artikel von Roland Schreiber über die Zukunft der Aquaristik. Aber treffen diese Zitate die Wirklichkeit?
Die genannten Thesen zielen vor allem auf die vielen Erhaltungszuchtprogramme ab. Sicher begrüßenswert, aber: Jede Zucht hat das grundsätzliche Problem, dass nur die ständige natürliche Auslese die Überlebensfähigkeit einer Art im Freiland sichert. Im Aquarium oder Terrarium ist es nicht möglich, zu entscheiden, welche Exemplare in der Natur herausselektiert worden wären. Man zieht unter Umständen auch Tiere auf, die in der Natur „besser“ gestorben wären – besonders, wenn es nur noch wenige Individuen einer Art gibt. Auch Aquarienfische und Terrarientiere entfernen sich genetisch und im Verhalten mit jeder Generation von dem, was sie als Wildtiere waren. Von der Rettung einer Art kann man nur sprechen, wenn sie nach absehbarer Zeit in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren kann. Einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten insbesondere Projekte zum Erhalt der Naturlandschaften unserer Pfleglinge. Erhaltungszuchten taugen dazu nur bedingt.
Im Zusammenhang mit der Vernichtung von Lebensräumen in den Heimatländern unserer Vivarientiere erwähnt Roland Schreiber die wichtige Rolle des Handels mit Aquarienfischen für die heimischen Fänger. Der Fischfang sichert ihnen ein Einkommen, und sie setzen sich für den Erhalt der Lebensräume ein. Das trifft bestimmt zu, aber das nachfolgende Beispiel leider auch: Eine große wissenschaftliche Untersuchung der Universität von Aveiro in Portugal aus dem Jahr 2017 hat über einen Zeitraum von zwei Jahren immer wieder tropische Meerwasserfische von drei europäischen Großhändlern auf Cyanidrückstände untersucht. Das Ergebnis: Bei 15 % aller untersuchten Fische konnten die Rückstände einer Cyanidvergiftung nachgewiesen werden (Vaz et al. 2017). Hauptsächlich bei Falter-, Kaiser- und Doktorfischen. Die Cyanidfischerei geht trotz des Verbots seit dem Jahr 1975 weiter. Offenbar führt das erzielte Einkommen nicht immer dazu, dass einheimische Fänger nachhaltig handeln. Das Cyanid richtet auch in den Riffen massive Schäden an, es tötet Algen und zerstört zusätzlich die Riffe selbst. (https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/illegale-girftfischerei-zyanid-zum-fang-tropischer-fische, aufgerufen am 01.05.2020).
Wie kam der berüchtigte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) nach Europa, wo er die heimischen Schwanzlurche bedroht und insbesondere beim Feuersalamander zum Tod führt? Der „Salamanderfresser-Pilz“ wurde höchstwahrscheinlich mit dem Tierhandel aus Asien nach Europa eingeschleppt und verbreitet sich unter frei lebenden Feuersalamandern in den Niederlanden, Belgien und seit Kurzem auch in Deutschland.
Wie kam der Rotfeuerfisch in die Karibik, wo diese Fische ganze Riffe leer fressen und alle Bekämpfungsmaßnahmen bislang fehlschlugen? Es gibt nur Vermutungen, aber als wahrscheinlich gilt, dass einige Exemplare Mitte der 1980er-Jahre in Florida aus einem Aquarium ins Meer ausgesetzt wurden und sich die Fischart dann entlang des Atlantiks und Golfs von Mexiko bis an die karibischen Küsten ausbreitete.
Ein anderes unerfreuliches Beispiel ist der Marmorkrebs, der sich durch Jungfernzeugung vermehrt und die Krebspest übertragen kann. Die Tiere sind zunächst nur als Aquarientiere in Deutschland bekannt geworden, und die Vorkommen in Mitteleuropa stammen offenbar von ausgesetzten Aquarientieren ab.
Ich denke, wir Aquarianer und auch Terrarianer sind in erster Linie Naturnutzer. Wenn man aus privatem Interesse Tiere im Aquarium oder Terrarium hält, ist das eine Naturnutzung – ob es sich dabei um Wildfänge oder Nachzuchten handelt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns, wie z. B. die Angler und Jäger, auch als Naturschützer betätigen. Artenschutzprojekte sind ein Weg, aber auch die Zusammenarbeit mit Angelvereinen oder Naturschutzgruppen bei Renaturierungsmaßnahmen an heimischen Gewässern oder anderen Lebensräumen können Beispiele sein. Oder auch Spenden an Naturschutzorganisationen, die Projekte zum Schutz von Lebensräumen in den Heimatländern der Vivarientiere realisieren. Ein absolutes Tabu ist das Aussetzen gebietsfremder Arten. Alles verbieten zu wollen, ist jedoch der falsche Weg! Da schließe ich mich Roland Schreiber an.
Klaus Lampe


LITERATUR
Vaz, M. C. M., Esteves, V. I. & R. Calado (2017): Live reef fish displaying physiological evidence of cyanide poisoning are still traded in the EU marine aquarium industry. – Scientific Reports, 6566: 1–5.

Auch ich habe zwei Filter dieser Serie bei einem Kunden installiert, und zwar das leistungsstärkste Modell, den Biomaster Thermo 600. Ergänzend ein paar Erfahrungswerte.
Beide wurden an ein 400-l-Aquarium für Cichliden angeschlossen. Einer der Filter reicht für maximal 600 l Volumen, die Filterung war also dreifach überdimensioniert. Anschluss und Inbetriebnahme verliefen reibungslos, die Strömung war ordentlich!
Nach drei Wochen Betriebszeit waren deutliche Geräusche zu vernehmen – es hatten sich Gase im Filter gebildet. Ich vermutete einen saugseitigen Widerstand. Der Ansaugstutzen war frei, weshalb der Vorfilter kontrolliert werden sollte. Hier nun das erste Problem: Obwohl der Unterschrank des Kunden höher war als ein Standardunterschrank, konnte der Vorfilter nicht im Schrank ausgebaut werden, da der Platz nach oben dafür nicht ausreichte! Das Gehäuse ist 48 cm hoch, der Vorfilter ebenso lang und muss nach oben herausgezogen werden. Ich musste also den Schlauchadapter abklemmen und den Filter aus dem Unterschrank heben. Da der Filter mit Wasser gefüllt war, war das schon umständlich. Dieses Problem tritt allerdings nicht auf, wenn der vom selben Hersteller passend gebaute Unterschrank Verwendung findet. Bei diesem sorgt eine ausziehbare Bodenplatte für die einfache Erreichbarkeit des Filters.
Außerhalb des Unterschrankes ließ sich der Vorfilter leicht ausbauen, war sichtlich verschmutzt und wurde gereinigt. Dabei kontrollierte ich auch den Hauptfilter. Hier nun die Überraschung: Das Filtermaterial des Hauptfilters sah völlig unbenutzt aus! Das biologische Trägermaterial der ersten beiden Filterkammern war strahlend weiß – keine Spur von einer dichten Besiedelung durch Bakterien. Auch die blauen Filtermatten waren sauber. Es war offensichtlich, dass praktisch nur der Vorfilter besiedelt und somit reinigungsaktiv war!
Die Geräusche waren nach der Vorfilterreinigung zwar weg, nach weiteren vier Wochen war der Filter aber wieder laut. Beim Ausbau bot sich dasselbe Bild: stark verschmutzter Vorfilter, sauberer Hauptfilter.
Um die Geräusche dauerhaft zu minimieren, reinigte ich diesmal neben dem Vorfilter auch das Ventilgehäuse desselben (laut Gebrauchsanweisung führt ein verstopftes Ventilgehäuse zu mangelhafter Entlüftung des Filters). Um diese Einheit zu zerlegen, braucht man allerdings drei Hände: Zum Öffnen des Bajonettverschlusses muss ein „Rasthaken“ eingedrückt und gleichzeitig der Verschlussring gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Damit einem die massive Metallfeder nicht entgegenspringt, müssen dabei sowohl der Verschlussring als auch das Vorfiltergehäuse sicher festgehalten werden. Hält man die Teile nicht ordentlich fest, fliegt einem die Feder um die Ohren ... Ich fand das grenzwertig. Die Ansaugeinheit war übrigens sauber. Die schnelle Geräuschentwicklung durch schlechte Entlüftung war konstruktionsbedingt. Nach Rücksprache mit Oase wurden die Filter ausgetauscht, und die neuen Modelle bleiben auch nach Wochen (mit demselben Vorfiltermaterial) laufruhig.
Meiner Meinung nach ist der Vorfilter gut gedacht, und wenn der Platz nach oben vorhanden ist, wirklich leicht zu reinigen. Aber: Die Porengröße der Filterschwämme ist mit 45 ppi (Poren pro Inch) meiner Meinung nach viel zu fein. Oase bietet noch Vorfilterschwämme mit 30 und 60 ppi an. Ich halte selbst die 30 ppi noch für zu fein. Wenn der Vorfilter nur den groben Schmutz zurückhalten würde, könnten die Materialien des Hauptfilters schneller besiedelt und der Vorfilter seltener gereinigt werden, und das gesamte Filtervolumen würde meiner Meinung nach besser ausgenutzt.
Weiter scheint mir der auch für Teichfilter angebotene biologische Träger Hel-X 13 für die Aquaristik nicht effektiv genug. Dessen Oberfläche liegt bei 805 m²/m³, das von Siporax beispielsweise bei 450 m²/dm², also dem 500-Fachen. Natürlich kann man den Filter nach eigenem Geschmack bestücken, es wäre aber gut, wenn Oase hier nachrüsten könnte.
Sehr schön finde ich die Lösung mit dem integrierten Heizstab! Im Vergleich zu anderen Herstellern kostet bei Oase die Thermo-Version sogar 5 € weniger, als wenn man Filter und Heizer einzeln kaufen würde (Aufpreis von BioMaster zu BioMaster Thermo lediglich 20 €). Auch kann der Heizer leicht ausgetauscht werden, falls er einmal kaputtgeht.
Petra Fitz

... nur die Wände sind feucht.“ Blaubarsche lieben nichts so sehr wie ihre Unterkunft. Die in weiten Teilen Nordindiens heimischen Tiere sind bekannt für eine ganz besondere Marotte: Sie sind Meister im Versteckspiel. In der Natur mag das eine sinnvolle Eigenschaft sein, um sich vor gierigen Räubern zu schützen oder um der begehrten Leibspeise aufzulauern. Im Aquarium kann dieses Verhalten aber sehr peinlich enden – zumindest für den Aquarianer.
So erging es mir vor Kurzem, als ich mit Begeisterung einem Bekannten von diesen hübschen, interessanten und seltenen Fischen vorschwärmte. Als nach etwa einer halben Stunde noch nicht mal die Schwanzspitze eines Tieres zu sehen war, hatte ich durchaus Verständnis für die Frage, ob ich die Fische überhaupt schon in das Aquarium eingesetzt hätte. Wahre Fischliebhaber lassen solche Spitzen gerne über sich ergehen, denn sie wissen ja, dass sich in dem scheinbar unbewohnten Aquarium echte Schönheiten verbergen.
Hier zeigen sich junge Rotpunkt-Blaubarsche (Badis tuivaiei) ausnahmsweise als Gruppe der Öffentlichkeit. Das wundert aber kaum, denn die verlockende Höhle hatte ich erst kurz zuvor ins Aquarium gelegt. Wenig später war die Foto-Session auch schon wieder vorbei und von den hübschen Indern keine Spur mehr zu sehen.
Roland Schreiber

Sehr geehrter Herr Wolf,
Als langjährige Leserin der DATZ freue ich mich, dass die Zeitschrift weiter erscheint. Ich bin auf die nächsten Hefte gespannt. Den Blick über den Tellerrand finde ich gut und wichtig.
Das Titelthema der Januar-Ausgabe über Zierschnecken hatten wir so noch nicht. Vor einigen Jahren habe ich selber Tylomelania sp. „Orange“ gepflegt. Es hat einige Male Nachwuchs gegeben. Ich mag die Schneckenart, erstaunlich sind Vielfalt und Farbenpracht der Gattung. An Ihrem Artikel gefällt mir, dass die einzelnen Arten kurz vorgestellt werden und Fotos dazu vorhanden sind.
Ihnen wünsche ich ein gutes Gelingen für die DATZ.
Herzliche Grüße, Elfriede Ehlers