Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Nach dem Erscheinen des Dezember-Heftes rief ein DATZ-Leser in der Redaktion an und fragte, wie viele ­wissenschaftlich anerkannte Nautilus-Arten es zurzeit eigentlich gibt. Er ging bisher von fünf Spezies aus und fand in dem Beitrag von René Hoffmann den Hinweis auf sechs. Wir fragten den Verfasser nach dem aktuellen Stand.Redaktion

Sehr geehrte Redaktion, vielen Dank für die weiter­geleitete Frage.
Tatsächlich ist die Zahl der validen Nautilus-Arten Gegenstand einer andauernden Diskussion. In der Neuauflage des Buchs „Nautilus – The Biology and Paleobiology of a Living Fossil“ aus dem Jahr 2010 (erste Auflage 1987) listet Bruce Saunders in seinem Kapitel fünf Taxa auf (N. pompilius, N. belau­ensis, N. macromphalus, N. scrobiculatus und N. stenomphalus). Darüber hinaus erwähnt er eine fragliche (N. repertus) sowie drei mutmaßlich nicht valide Spezies (N. ambiguus, N. alumnus und N. moretoni).
Das Taxon N. scrobiculatus gehört in die inzwischen akzeptierte neue Gattung ­Allonautilus Ward & Saunders, 1997. In diesem Genus wurde mittlerweile eine zweite Art beschrieben: Allonautilus perforatus.
Des Weiteren gibt es DNS-Analysen, die vermuten lassen, dass die Gattung Nau­tilus zurzeit eine Radiation erlebt, was darin begründet liegt, dass die Tiere es vermeiden, durch tiefere Gewässer zu schwimmen. Somit sind die meisten Insel­populationen genetisch isoliert und stellen potenziell neue Arten dar, die sich allerdings bisher nicht morphologisch fassen lassen.
Im Gegensatz dazu kommen Landman und Kollegen – basierend auf der Analyse von 300 Gen-Sequenzen – zu dem Schluss, dass es nur eine einzige Nautilus-Art gibt!
All dies und mehr ist nachzulesen in dem wun­derbar bebilderten Buch von Wolfgang Grulke: „Nautilus – Beautiful Survivor. 500 Million Years of Evolu­tionary History“ aus dem Jahr 2016.
Zusammengefasst variiert die Zahl der validen ­Nautilus-Arten also – je nach Bearbeiter – zwischen eins und sieben (N. repertus mit eingeschlossen).
René Hoffmann

Im Dezember-Heft las ich den Hinweis auf die Fotoausstellung des ZMT „Tiere im Korallenriff – Kunstwerke der Natur“ zum Internationalen Jahr des Riffs 2018.
Also besuchte ich während eines Aufenthalts in Bremen das Haus der Wissenschaften, sah mir die Ausstellung an und war begeistert von den faszinierenden Bildern, die die Natur
zu bieten hat.
Besonders gut gefielen mir die Fotografien von der weißen, mit feinen roten ­Linien verzierten Seegurke, den beiden dicht nebeneinanderstehenden Mandarin­fischen und den an Labyrinthe erinnernden Steinkorallen. Sinnvolle Ergänzungen zu den Fotos wären meines Erachtens die wissenschaftlichen Namen der abgebildeten Organismen und Angaben zu den betreffenden Aufnahmeorten gewesen.
Wie auch immer – der ­sehenswerten Präsentation wünsche ich noch zahlreiche Besucher!

Elfriede Ehlers

Im Oktober besuchten wir den Duisburger Zoo und durften einen Blick hinter die Kulissen des Aquarienhauses werfen. In einem ­großen Meerwasserbecken lebt ein Langhorn-Kofferfisch (Lactoria cornuta) – ­wegen der hornartigen Auswüchse über den Augen auch als „Kuhfisch“ bezeichnet –, der den Spitznamen „Kartoffel“ trägt. Dieser Kofferfisch wurde dem Aqua­rium von einem privaten Liebhaber übereignet.
Bemerkenswert ist eine lustige Verhaltensweise des Fisches: Blickt man von oben in das große Becken, schwimmt er zur Oberfläche und äugt neugierig aus dem Wasser. So weit, so gut,
viele Fische lernen ja recht schnell, dass Betteln an der Scheibe oder am Wasser­spiegel häufig mit Extra-­Futtergaben belohnt wird.
Doch „Kartoffel“ meint wohl, ein Schützenfisch (Toxotes sp.) zu sein, denn das Tier reckt nicht nur sein Köpfchen über die Wasseroberfläche, sondern spuckt auch gezielt mehrere Wassertropfen in Richtung der Aquarienpfleger und -besucher!
Zu unserem Glück hat er seine Schussfähigkeit bisher jedoch noch nicht so weit perfektioniert wie die richtigen Schützenfische. Die Angehörigen der Gattung Toxotes sind ja in der Lage, an­visierte Beutetiere zielgenau und mit kräftigem Strahl in bis zu zwei Metern Entfernung zu treffen und ins ­Wasser zu spritzen.
Kartoffel speit bisher einzelne Tröpfchen nur wenige Zentimeter weit. Aber Übung macht ja den Meister – wer weiß, wie weit er seine un­gewöhnliche Fähigkeit noch ausbauen wird?

Uwe Dost

Liest man manche private Online-Verkaufsangebote von Aquarienfischen, weiß man mitunter nicht, ob man über die Schreibfehler eher lachen oder lieber weinen soll. Sicher kann nicht jeder Anbieter alle lateinischen Fischnamen der Welt kennen. Mit der Schreibweise der Arten, die man selbst pflegt oder weitergibt, könnte man sich aber eigentlich schon mal beschäftigen. Und wer das gar nicht will, sollte wenigstens die gebräuchlichen deutschen Namen wissen und auch richtig buchstabieren können.
Nicht jeder hat in der Schule in Rechtschreibung immer gute Noten bekommen. Aber wer sich um seine Aquarienfische etwas intensiver kümmert, ist bestimmt schon mal in Zeitschriften, in Büchern oder auf Websites deren korrek­-ten Namen begegnet.
Natürlich lassen sich Flüchtigkeitsfehler nicht vermeiden, doch was man in Internet-Anzeigen gelegentlich zu sehen bekommt, ist zuweilen befremdlich, oft aber auch ganz amüsant: Da schwimmen Kiemsackwelze, Saukwelse, Fieberbartwelse, Schwülenwelse, Scheibenwelse, Mobsköpfe, Bodenwelse, Aquarienwelse, Gubbys, Platties, Schwerträger. Und dann gibt es da noch den Mercus-Atlas …
Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die oftmals beigefügten Fotos, nicht selten in dermaßen schlechter Qualität, dass es schwerfällt, darauf Genaueres zu erkennen. Hinzu kommen Aufnahmen von Aqua­rien, in denen die Fische alles andere als richtig oder gar optimal gehalten werden (etwa bezüglich der Ver­gesellschaftung); immerhin lassen solche Aufnahmen ahnen, aus welchen Händen oder Zuständen die angebotenen Tiere stammen.
Sicher gibt es im Inter­net auch viele gute und seriöse Anbieter und Händler!
Übrigens werde ich demnächst ebenfalls wieder inserieren. Abzugeben hätte ich Kratzenwelse, Hi-Barben und Malawiebarsche.
Reinhold Wawrzynski

Zwei kleine Fehler haben sich in das September-Heft eingeschlichen.
In dem Beitrag über den Raub-, Segelflossen- oder Prachtsalmler (Crenuchus spilurus) heißt es: „Ihm fehlt die den meisten Salmlern ­typische Fettflosse“, die auf den beigefügten Fotos jedoch deutlich zu sehen ist (Seite 40).
Der in dem Blickfang-Artikel abgebildete Schmucksalmler aus der etwas unübersichtlichen Gruppe der „Rosy Tetras“ heißt wissenschaftlich korrekt Hyphessobrycon rosaceus und nicht H. bentosi (Seite 66 oben).
Nicht Schlimmes, sicher. Aber auch kleine Fehler verdienen es, berichtigt zu werden …

Redaktion