Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Einer meiner ersten Cich­liden war der Zebrabuntbarsch, damals als Cichla­soma nigrofasciatum bekannt. Dieser Liebe blieb ich über Jahrzehnte treu; immer wieder pflegte ich mit Unterbrechungen diese kleinen Fische mit der prägnanten Färbung.
Nach und nach kamen in den 1970er- und 1980er-Jahren Wildfangtiere aus Costa Rica, Honduras oder Panama dazu, die ursprünglich als Lokalformen oder Farbmorphen betrachtet wurden.
Vor einigen Jahren tauchten fast himmelblaue „Ze­bras“ auf, die in den USA als „Honduran Red Point“ bezeichnet wurden. Bei diesen Fischen scheinen sich die Fachleute immer noch nicht einig zu sein, ob es sich um eine bisher nicht beschriebene Spezies oder lediglich um eine Farbmorphe, Population oder gar Zuchtform einer der bekannten Arten handelt (siehe auch den Beitrag von Hans-Peter Ziemek in DATZ 4/2018, der nicht ausschließen mag, dass es sich hier um eine eigene Art handelt).
Michi Tobler, ein Schweizer Ichthyologe, hatte diese Fische in DATZ 8/2007 erstmals vorgestellt: „Variable Zebras: Die kleinen Blauen aus Honduras“. Er hielt „Honduran Red Point“ ebenfalls für eine natürliche Form, die im Nordosten von Honduras vorkommt. Rusty Wessel soll sie im Jahr 2006 im Papaloteca-Einzug (einem Flusssystem, das nördlich der von Bussing ange­gebenen Nordgrenze der Verbreitung von Amatitlania nigrofasciata liegt) und im Südosten bis zum Río los Amadros und Patuca-Becken gefunden haben.
Toblers Tiere sollen aus dem Río Mongo (Papaloteca-System) stammen. Um weitere Klarheit zu schaffen, kündigte er umfangreiche Studien an. Das ist nun zehn Jahre her; mir ist nicht bekannt, ob sich inzwischen etwas Konkretes ergeben hat.
Gibt es DATZ-Leser, die mehr darüber wissen?!
Berthold Weber

Bei einem Unterkiefer (Dentale) müsste das hintere, schmale Ende gegabelt sein, also einen sichtbaren oberen und unteren Teil aufweisen, da in das Dentale das Gelenkbein (Articulare) eingeschoben ist und das primä­-
re Kiefergelenk bildet. Der „Knubbel“ unter und vor dem großen Zahn spricht ebenfalls dagegen, zudem fehlen die Öffnungen für das Seitenlinienorgan am Unterrand. Vermutlich handelt es sich um einen Oberkiefer (Praemaxillare), der Knochen müsste um 180 Grad gedreht betrachtet werden.
Diese Bezahnung macht Fisch oder Reptil wahrscheinlich, ich vermute wegen der Zahnform, dass es sich um einen Fischober­kiefer handelt. Die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) besitzt ein be­eindruckendes Gebiss von einem Raubsalmler (Hoplias sp.) dessen Zähne sehr ähnlich aussehen, doch ist es deutlich runder und breiter.
In die kleine Öffnung neben dem großen Zahn rechts greift vermutlich eine ande­-re Knochenstruktur, wahrscheinlich der Gegenzahn aus dem Unterkiefer. Das Loch ist allerdings zu klein für Wolfssalmler und Verwandte, da bei ihnen ja der komplette Unterkieferzahn in den Oberkiefer geschoben wird. Außerdem scheint der vordere Oberkieferzahn zu mächtig, und für Scheibensalmler passt die Zahnform nicht. Also doch eher etwas Barsch­artiges von der Küste?

Dirk Neumann

Zu dem Beitrag „Unterlassungsanspruch des Tierhalters gegen heimliche Filmaufnahmen“ (Seite 11, „Rössels Recht“) veröffentlichten wir das Foto einer „offenbar rachitischen Schildkröte“.
Gleich drei aufmerksame Leser wiesen darauf hin, dass es sich bei der abge­bildeten Missouri-Höckerschildkröte (Graptemys pseudogeographica pseudogeographica) keineswegs um ein rachitisches Exemplar handelt, sondern um ein Tier, das sich im Zustand der jährlich (regelmäßig im Spätsommer oder im Herbst) stattfindenden Häutung der Panzerschilder befindet – ein ganz normaler physio­logischer Vorgang.
Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung für diesen – zugegeben – peinlichen Fehler!
Rainer Stawikowski

Als jahrzehntelanger DATZ-Abonnent habe ich immer auch gern die kleineren Mitteilungen, Leserbriefe und ähnliche Beiträge gelesen. Vielleicht ist ja auch meine Zuschrift für den einen oder anderen Leser nicht ganz uninteressant?
Vor ungefähr 15 Jahren bekam ich eine Amzonasschwertpflanze (Echinodorus grisebachii ‘Bleherae’) geschenkt, die ich seitdem in meinem Aquarium pflege. Im Lauf der Zeit ist diese Pflanze immer weiter in Richtung Wasseroberfläche gewachsen und hat ihre ­unteren Blätter verloren. In­zwischen steht ihr Laub auf einem ungefähr 30 Zenti­meter hohen „Stamm“, sodass ich jetzt eine richtige kleine „Aquarienpalme“ besitze, wie die Aufnahme rechts zeigt.
Claus-Rudolf Behme

Fisch, Reptil – oder doch etwas ganz anderes?
Mein Sohn fand dieses Stück in meiner Schädel-­Belegsammlung und brach­-te es zurück in meine Erin­nerung. Schon kurz nach dem Fund, 1996, konnte ich ­diesen Unterkiefer keiner Tierart zuordnen. Die Größe der Zähne lässt vermuten, dass es sich um ein Tier gehandelt haben dürfte, das eine Länge von deutlich über einem Meter aufwies.
Anfragen bei zwei Mu­seen sowie Vergleiche mit Präparaten im Naturhistorischen Museum in Wien und in der berühmten Schädelsammlung des Alan Dudley brachten uns nicht weiter.
Der Unterkiefer wurde auf einer Reise zu den Tafelbergen (Gran Sabana, Roraima, Auyan-Tepui) in Vene­zuela gefunden. Leider kann ich heute nicht mehr rekon­struieren, ob er aus der La­gune von Canaima (Río Carrao) stammt oder von der Küste.
Vielleicht kann ein DATZ-Leser uns ja einen entscheidenden Tipp geben?
Stefan und Jan Stefan Meyer