Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Zu dem Beitrag „Unterlassungsanspruch des Tierhalters gegen heimliche Filmaufnahmen“ (Seite 11, „Rössels Recht“) veröffentlichten wir das Foto einer „offenbar rachitischen Schildkröte“.
Gleich drei aufmerksame Leser wiesen darauf hin, dass es sich bei der abge­bildeten Missouri-Höckerschildkröte (Graptemys pseudogeographica pseudogeographica) keineswegs um ein rachitisches Exemplar handelt, sondern um ein Tier, das sich im Zustand der jährlich (regelmäßig im Spätsommer oder im Herbst) stattfindenden Häutung der Panzerschilder befindet – ein ganz normaler physio­logischer Vorgang.
Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung für diesen – zugegeben – peinlichen Fehler!
Rainer Stawikowski

Als jahrzehntelanger DATZ-Abonnent habe ich immer auch gern die kleineren Mitteilungen, Leserbriefe und ähnliche Beiträge gelesen. Vielleicht ist ja auch meine Zuschrift für den einen oder anderen Leser nicht ganz uninteressant?
Vor ungefähr 15 Jahren bekam ich eine Amzonasschwertpflanze (Echinodorus grisebachii ‘Bleherae’) geschenkt, die ich seitdem in meinem Aquarium pflege. Im Lauf der Zeit ist diese Pflanze immer weiter in Richtung Wasseroberfläche gewachsen und hat ihre ­unteren Blätter verloren. In­zwischen steht ihr Laub auf einem ungefähr 30 Zenti­meter hohen „Stamm“, sodass ich jetzt eine richtige kleine „Aquarienpalme“ besitze, wie die Aufnahme rechts zeigt.
Claus-Rudolf Behme

Fisch, Reptil – oder doch etwas ganz anderes?
Mein Sohn fand dieses Stück in meiner Schädel-­Belegsammlung und brach­-te es zurück in meine Erin­nerung. Schon kurz nach dem Fund, 1996, konnte ich ­diesen Unterkiefer keiner Tierart zuordnen. Die Größe der Zähne lässt vermuten, dass es sich um ein Tier gehandelt haben dürfte, das eine Länge von deutlich über einem Meter aufwies.
Anfragen bei zwei Mu­seen sowie Vergleiche mit Präparaten im Naturhistorischen Museum in Wien und in der berühmten Schädelsammlung des Alan Dudley brachten uns nicht weiter.
Der Unterkiefer wurde auf einer Reise zu den Tafelbergen (Gran Sabana, Roraima, Auyan-Tepui) in Vene­zuela gefunden. Leider kann ich heute nicht mehr rekon­struieren, ob er aus der La­gune von Canaima (Río Carrao) stammt oder von der Küste.
Vielleicht kann ein DATZ-Leser uns ja einen entscheidenden Tipp geben?
Stefan und Jan Stefan Meyer

Üblicherweise sind Autoren über die Richtlinien des mit ihnen zusammenarbeitenden Verlags informiert und bieten in ihren Beiträgen entweder nur eigenes Material an, oder sie weisen bei Verwendung von Fremdfotos darauf hin, dass Dritte das Copyright halten. Das gilt nicht nur für die DATZ, sondern auch für andere Zeitschriften.
Manchmal kommt es vor, dass ein Foto versehentlich einem Autor falsch zugeordnet wird. Aber es gibt auch – glücklicherweise nur selten – Fälle, in denen Bilder gezielt manipuliert wurden, um ihre wahre Herkunft zu verschleiern.
In dem Artikel von Wolfgang Staeck „Buntbarsche des achten Kontinents – die letzten ihrer Art“ fielen mir sechs Fische auf, von denen ich fünf in meinem Beitrag „Paretroplus damii (Bleeker, 1868) ‚Sambirano‘ – dezente Schönheiten aus dem Norden Madagaskars“ in der Zeitschrift „Aquaristik-Fachmagazin“ (Heft 5/2017) bereits in eigenen Fotos gezeigt hatte.
Allerdings waren es nur die Fische, die wiederzuerkennen waren, nicht die kompletten Fotografien. In den Abbildungen von Par­etroplus maculatus, P. dambabe, P. damii in Brutpflegefärbung und P. tsimoly sowie in zwei Aufnahmen von P. polyactis waren die Tiere von einem bislang nicht zu ermittelnden „Künstler“ mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausgeschnitten und in einen neuen Hintergrund kopiert worden. Bei einem aggressiv gestimmten P. polyactis, der auf dem Original-Schnappschuss im Streit mit einem Nandopsis ramsdeni nur mit abgeschnittenen Flossen gezeigt ist, waren ­sogar Teile digital ergänzt worden; in dem Artikel von W. Staeck ist das Tier mit partiell „imaginären“ Flossen zu sehen.
Als Urheber dieser Fotos wurde ich nicht genannt.
Meine Nachfrage bei der Redaktion und beim Autor ergab, dass die veränderten Abbildungen schon vor längerer Zeit in das Archiv von W. Staeck gelangt waren, der sie – in der Annahme, es handele sich um Bilder, für die er das Copyright besitzt – zur Illustration des Artikels verwendete.
DATZ-Redaktion und Autor bedauern die Publikation der verfälschten Abbildungen. Alle Beteiligten distanzieren sich von Plagiaten und der illegitimen Ver­fremdung von Bildmaterial.(Zwischenmenschlich wurde die Angelegenheit durch eine Entschuldigung von W. Staeck bei mir aus der Welt geschafft und – damit noch etwas Positives daraus erwächst – das Honorar für die betreffenden Bilder einem Tierheim gespendet.)
Wer auch immer für die Herstellung und Verbreitung der manipulierten Abbildungen verantwortlich ist – er hat den Ruf einer angese­henen Zeitschrift und eines bekannten Autors gefährdet. Wir mögen ja in einer Welt leben, in der es möglich ist, dass selbst die eine oder ­andere Regierung wissenschaftliche Tatsachen leugnet oder verdreht und das Ergebnis dann „alternative Fakten“ nennt. Aber die in die vorliegende Causa involvierten Personen sind sich dar­über einig, eine Welt zu bevorzugen, in der der Chemie-Nobelpreisträger Max Perutz Recht behält: „In science, truth always wins.“
Jörg Albering

Anmerkung der Redaktion:
In der DATZ ist es seit Jahrzehnten gang und gäbe, die Namen von Bildautoren nur dann ausdrücklich zu nennen, wenn sie nicht mit dem Verfasser des veröffentlichten Artikels, den sie illus­trieren, identisch sind.
Reicht also ein Autor einen Beitrag zur Publikation ein, ohne die mitgelieferten Abbildungen explizit einem anderen Urheber zuzuschreiben, setzt die Redaktion voraus, dass er selbst die betreffenden Illustrationen angefertigt hat.
Rainer Stawikowski

Nur wenige DATZ-Leser werden den Rummelplatz-Song aus dem Film „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ (1954) kennen. Vorgetragen wurde er damals von dem Schauspieler und Sänger Hans Albers, dem „blonden Hans“.
Bei der Umgestaltung eines 300-Liter-Aquariums bemühte ich mich, für meinen 25 Zentimeter langen afrikanischen Froschwels (Clarias alluaudi) eine neue Höhle als Unterschlupf zu basteln.
Das Versteck bestand aus Korkeiche und wirkte optisch überaus natürlich. Wer schon einmal mit Kork gewerkelt hat, weiß, dass dieses Material einen ähnlich starken Auftrieb wie Styropor hat. Man muss daher mit einem Gegengewicht arbeiten, um die Rinde unter Wasser zu halten. Ideal für diesen Zweck sind formgerech­-te Steine, die man verklebt oder aufbindet. Ich hatte bereits bei anderen Becken­gestaltungen das Festbinden mit reißfester Angelschnur versucht und damit gute ­Erfahrungen gemacht (DATZ 12/2017).
Also fixierte ich die Kork­rinde auf einem großen, flachen Stein und setzte sie ins Wasser. Bereits am nächsten Tag hatte der Froschwels den Unterschlupf angenommen. Da sich Clariiden mitunter etwas ungestüm benehmen, löste sich die Angelschnur jedoch ein wenig, und flugs strebte der Korkanteil der Höhle der Wasseroberfläche entgegen. Allerdings nicht ganz, denn auf halber Beckenhöhe stoppte die Nylonschnur den Auftrieb.
Da ich nicht sofort die Zeit hatte, um meine Kon­struktion wieder in Ordnung zu bringen, ließ ich das Ganze erst einmal, wie es war. Als ich später in das Becken schaute, hatte mein Afrikaner es sich in der schwe­benden Korkröhre gemütlich gemacht. Anscheinend behaglich schaukelte er darin sanft hin und her.
Seitdem sucht der Froschwels diesen Unterschlupf immer wieder auf – und heißt in unserer Familie „Luise“ – so wie die Dame in dem Schaukellied vom blonden Hans.
Reinhold Wawrzynski