Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Surfen gilt als „hipp“ und sexy. Mit Wellenreitern assoziiert man gern blonde Naturburschen (kalifornische „ Beachboys“) mit athletisch gestählten Körpern, die der Gefahr ins Auge blicken und auf Furcht einflößenden, tosenden, viele Meter hohen Brandungsbergen „cool“ reiten. Die Anfänge des Surfens liegen wohl in der Südsee, gemeinhin gelten die Polynesier als Erfinder des Wellenreitens. Die ersten Surfer glitten vor 4.000 Jahren in Polynesien nur mit ihrem Körper die Wellen hinab, später nutzten sie dann Binsenbündel und Baumstämme, um mehr Auftrieb zu bekommen. In dem Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung breiteten sich die Polynesier in der Südsee aus und in ihrem Gefolge auch das Wellenreiten. Auf den ersten Brettern wurde zunächst nur liegend oder sitzend gesurft. Vor allem in Tahiti scheint sich dann das Surfen im Stand entwickelt zu haben. Bei den Ureinwohnern der Hawaii- Inseln war dieser Sport sehr beliebt, hier erfanden kühne Reiter die Schrägfahrt vor den Wellenkämmen. Anlässlich des Makahiki-Festivals, einer Zeit der Muße und des Sports, ziehen heute noch Wellenreiter-Wettkämpfe Tausende von Zuschauern jährlich in ihren Bann. Im Jahr 1823 verboten Missionare den Ureinwohnern Hawaiis aber erst einmal dieses in ihren Augen unnütze, unsittliche und heidnische Brauchtum. Vielerorts geriet das Surfen daraufhin in Vergessenheit. Mit der Gründung des ersten hawaiianischen Surfklubs 1908 blühte das Wellenreiten jedoch wieder auf, von Hawaii aus begann der neue Surf-Boom seinen Siegeszug rund um den Globus. Das Bild zeigt nun allerdings keinen hawaiianischen oder kalifornischen Beachboy, sondern einen Fisch, und zwar einen Schlammspringer der Gattung Periophthalmus, der auf seinem Mangrovenblatt-Surfbrett auf die perfekte Welle zu warten scheint. Schlammspringer sind amphibisch lebende Fische aus der Ordnung der Grundelartigen (Gobiiformes). Beheimatet sind sie in den Mangroven von Ostafrika bis in die Südsee. Haben die alten Polynesier beim Baden im Meer das Surfen womöglich von den Schlammspringern abgekupfert? Uwe Dost

Wasser ist ein eigenartiger Stoff, Aquarianer können das bestätigen. Besonders hervorzuheben ist die sogenannte Dichte-Anomalie, man erinnere sich an den Physik-Unterricht: Bei 4 °C besitzt H2O seine höchste Dichte, weshalb in stehenden Gewässern Eis obenauf schwimmt und das „schwere“ Wasser sich am Gewässergrund sammelt. Daher frieren Stillgewässer – vorausgesetzt, sie sind tief genug – nicht bis zum Boden durch. Als Mindesttiefe für die sichere Überwinterung von Teichfischen werden 0,8 bis 1,5 Meter empfohlen. Die Winter der letzten Jahre waren in weiten Teilen Deutschlands jedoch großteils eher mild. Generell hängt die optimale Tiefe für Gartenteiche von den lokalen Klimawerten ab. Als günstigste Überwinterungstemperatur für Kois werden 5 bis 6 °C genannt. Die Fische stehen dann fast regungslos über dem Teichboden. Im Bild scheint ihnen eine Teichecke besonders zu behagen, es hat fast den Anschein, als würden sie sich dort „zusammenkuscheln“. Bei tiefen Temperaturen (< 7 °C) legen Kois sich auch auf den Grund. Störungen, beispielsweise der Lärm beim Aufschlagen des Eises oder noch aktive Mitbewohner, etwa Störe, führen zu einem erhöhten Energieverbrauch und können die Koikarpfen unter Umständen schwächen; sie sollten folglich unterbleiben. Uwe Dost

Kurzer Nachtrag zu meinem Beitrag in der Juni- und in der Juli-Ausgabe. Eine der schönsten Arten der Gattung Nannocharax ist sicher N. parvus aus Gabun. Sie zeigt einen stark ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen besitzen einen gelben Unterkörper und einen braunroten Oberkörper und Rücken. Bei beiden Geschlechtern verläuft ein breites schwarzes Längsband mitten durch die Flanke, das erst in der Schwanzflosse endet. Weibchen sind schlichter gefärbt, mit ihrer rötlich getönten Schwanzflosse aber ebenfalls hübsch anzusehen. Bei der Balz versucht das Männchen, ein Weibchen in ein Pflanzendickicht zu locken, indem es seine Flossen spreizt und heftig mit dem ganzen Körper schlägt. Die Nachzucht gelang bereits (Lamboj, persönliche Mitteilung). Stanislav Kislyuk

In den Tropen (ich lebe in Thailand) Aquaristik zu treiben ist spannend, aber nicht immer ganz einfach. Es genügt nun einmal nicht, im Garten einen Kübel aufzustellen und dann darauf zu vertrauen, dass alles von allein funktioniert, nur weil es so schön warm ist. Oftmals ist die Lufttemperatur für ein solches Freiluft- Bassin sogar viel zu hoch! Dann muss man entweder ein schattiges Plätzchen finden oder – besser noch – das betreffende Gefäß in den Erdboden eingraben. Doch befindet sich der Gewässerrand zu dicht am Boden oder liegt er sogar ebenerdig, dann stellen sich unweigerlich verschiedenste „Gäste“ ein, die den Tierbestand eher stören als berei chern. Frösche beispielsweise – ich zählte in meinem Garten immerhin rund zehn ständig anwesende Arten – finde ich zwar höchst interessant, aber Tausende von Kaulquappen sind eine ernst zu nehmende Konkurrenz im Lebensraum meiner Teichfische. Um Frösche fernzuhalten, hat sich bei mir eine Gewässerrandhöhe von wenigstens 30 Zentimetern bewährt. Zusätzlich hält ein Netz nicht nur die Amphibien davon ab, in meinen Bassins zu laichen, sondern auch Insekten fern, etwa räuberische Libellen und deren Larven. Schlangen hingegen sind trickreicher, sie können klettern, oder sie dringen selbst durch schmalste Ritzen in die Teiche ein. Sehr gut kann das beispielsweise die kleine, für den Menschen vollkommen harmlose Natter Xenochrophis triangularis. Schon mehrmals sah ich Exemplare, die einen Fisch erbeutet hatten. Solche Fischraubzüge finden allerdings deutlich seltener statt als die erfolgreiche Jagd auf Frösche, weshalb ich diese hübsche Schlange eigentlich sogar ganz gern an meinen Teichen beobachte, denn – siehe oben! Jens Kühne

Der Beitrag enthält meines Erachtens folgende Fehlbestimmungen: Der Fisch auf Seite 55 oben rechts ist nicht Leporinus maculatus, sondern möglicherweise Hypomasticus granti. Auf Seite 56 zeigt das zweite Foto von oben (linke Spalte), obwohl ähnlich gefärbt, nicht L. striatus, sondern H. despaxi. Das dritte Unterwasserfoto in derselben Spalte lässt sich keinem Anostomiden zuordnen. In der rechten Spalte ist auf dem zweiten Foto L. maculatus abgebildet und nicht L. pellegrini, das Foto darunter zeigt vermutlich ein subadultes Exemplar von L. altipinnis oder von L. fasciatus. Thomas Johannes