Im Herbst 1985 beschloss der Hobby-Diskus-Züchter Horst Köhler (Friedberg bei Augsburg), neben seinem Beruf eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift herauszubringen. Da ihm anfangs nur ein gelegentlich erscheinender, zwei- oder dreiseitiger Rundbrief für die Abnehmer seiner Nachzuchten vorschwebte, nannte er das Projekt „Diskus-Brief“. Doch die erste Ausgabe, Anfang 1986 noch auf einer elektrischen Schreibmaschine ohne Korrekturmöglichkeit getippt und im einfachen Schwarzweiß- Kopierverfahren hergestellt, war gleich eine kleine Zeitschrift mit 16 Seiten, die auch einige gewerbliche Anzeigen enthielt. Mit steigender Abonnentenzahl erhöhten sich Umfang, Zahl der Abbildungen, Angebot und Qualität der Artikel sowie die Papierqualität. Auch das Druckverfahren wurde verbessert. Nur das Format, DIN B5, wurde bewusst unverändert beibehalten, bis heute. In der Diskus-Szene wurde der Brief zu einem gefragten Periodikum. Einige Artikel wurden in andere Sprachen übersetzt und erschienen in ausländischen Aquarienzeitschriften. Später gab es neben der deutschen Originalausgabe sogar vorübergehend drei eigenständige Lizenzausgaben in englischer, italienischer und chinesischer Sprache. Einige Diskus-Vereine verwendeten das Blatt als ihr offizielles Mitgliederorgan. Seit März 1997 ist der Diskus- Brief-Verlag mit seiner Website (www.d i s kusbrief. org), in den ersten Jahren noch mit einem Diskus-Forum, im Internet. Er publizierte einige Bücher zu verschiedenen Themen rund um die Diskus- Aquaristik, von denen er heute noch zwei Titel in seinem Programm hat. Nach 30 Jahren mit insgesamt 120 Ausgaben hat sich Horst Köhler aus Altersgründen dazu entschieden, seine Zeitschrift mit Erscheinen der Ausgabe 4/2015 einzustellen. Der Verlag und seine Website bleiben vorerst aber weiter bestehen. Diskus-Brief-Verlag

Seit Oktober 2014 hält der Frankfurter Zoo als einziger zoologischer Garten in Deutschland Tintenfische (Sepia officinalis). Nun gelang sogar die Nachzucht. Nach dem Laichen sterben die weiblichen Sepien ziemlich schnell, spätestens nach einigen Wochen. Daher wurden die mit ein bis zwei Jahren Lebensdauer recht kurzlebigen Tiere zu Beginn dieses Jahres eine Weile den Blicken des Publikums entzogen. Nun sind aber ihre Nachkommen groß genug, sodass sie eines der Schaubecken im Exotarium bevölkern dürfen. Hoffentlich folgen sie dem Beispiel der vorherigen Generation und sorgen ebenfalls für Nachwuchs! Dietrich Rössel

Extrakte aus Braunalgen könnten gegen die Infektion des Menschen mit dem Immunschwäche- Virus HIV-1 wirksam sein. An der Studie einer Gruppe von Wissenschaftlern war auch der Riffökologe Christian Wild vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie beteiligt. Das Team ließ Extrakte der Braunalge Lobophora auf menschliche Zellkulturen einwirken und stellte fest, dass die Viren nicht mehr in die Wirtszellen eindringen konnten, um sich dort zu vermehren. „Braun- und Rotalgen besitzen ein ganzes Arsenal an unbekannten Molekülen, die im Verdacht stehen, Krankheiten wie Krebs und Hepatitis zu bekämpfen“, so Wild. „Bei der Suche nach Arzneimitteln aus der Natur sind sie gemeinsam mit Schwämmen und Weichkorallen die Organismen, die den meisten Erfolg versprechen.“ Für das Projekt sammelte der Ökologe mit dem Erstautor der Studie, Stephan Kremb von der König-Abdullah- Universität in Saudi- Arabien, Algenmaterial aus Korallenriffen des Roten Meeres und aus der Karibik – die Braunalge ist in tropischen Meeresregionen weit verbreitet. Die Extrakte aus der Alge hemmen die Vermehrung verschiedener Stämme von HIV-1, darunter auch multiresistente, indem sie das Anheften der Viren an die Zellen verhindern. Welche Stoffe in den Extrakten für diese Wirkung verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Die Wissenschaftler haben bestimmte Polyphenole im Verdacht, Sekundärmetaboliten, die zu den Stoffwechselprodukten der Pflanzen gehören. „Sekundärmetabolite sind noch kaum bekannt“, sagt Wild. „Das ist ein Fundus an möglichen Heilmitteln, den wir erkunden müssen“. Das Team stellte fest, dass die Extrakte aus Algen, die im Meer starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt gewesen waren, das Virus weitaus wirksamer hemmten. Den gleichen Effekt fanden die Wissenschaftler bei Braunalgen, die mit Moostierchen oder mit Kleinalgen besiedelt waren, sogenannten Epibionten. Beide sind für die Alge Stressfaktoren, gegen die sie Abwehrstoffe, eben jene Polyphenole, bildet. Maßgeblich an der Studie beteiligt, die kürzlich in „PLOS One“ erschienen ist, waren auch Christian R. Voolstra von der King Abdullah Universität und Ruth Brack-Werner vom Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München. Für das Forscherteam beginnt nun die Suche nach den Molekülen, die Virenhemmung verursachen. Susanne Eickhoff

Literatur Kremb, S., M. Helfer, B. Kraus, H. Wolff, C. Wild, M. Schneider, C. R. Voolstra & R. Brack-Werner (2014): Aqueous extracts of the marine brown alga Lobophora variegata inhibit HIV-1 infection at the level of virus entry into cells. – Plos One 9 (8), DOI: 10.1371/journal.pone.010 3895.

Der Asiatische Rückenschwimmende Wels (Mystus leucophasis) gelangt höchst selten in den Zoofachhandel. In Asien, vor allem in Thailand, wird er nicht nur als „Zier“-, sondern auch als Speisefisch in Zuchtfarmen vermehrt. Die ursprüngliche Heimat des Welses ist Birma, wo er laut IUCN-Liste der bedrohten Arten in den Flusssystemen des Sittang und des Irrawaddy vorkommt und von Flussfischern zu Nahrungszwecken gefangen wird, was seine Bestände jedoch nicht zu bedrohen scheint. Im Internet finden sich nur sehr spärliche Angaben. Laut Hauzar (www.welse. net) wird M. leucophasis bis zu 30 Zentimeter lang, wobei die Männchen etwas kleiner und schlanker bleiben als die Weibchen. Die Fische sind wahrlich Rückenschwimmer, denn die meiste Zeit bewegen sie sich kopfunter durch das Aquarium. Ihre sehr großen Augen und langen Barteln deuten auf eine nächtliche Lebensweise hin. In der Natur verbringen diese Welse den Tag in Verstecken und werden erst zur Nacht aktiv. Im Aquarium lassen sie sich durch Futtergaben aber auch tagsüber hervorlocken. Die agilen Schwimmer fressen alles, was in ihr Maul passt, neben gängigem Fischfutter leider auch recht große Aquarienmitbewohner: Sie überwältigen Beute bis zu einem Drittel ihrer eigenen Länge! Bestenfalls eine Vergesellschaftung mit großen Buntbarschen und bodenlebenden, gepanzerten Welsen scheint angeraten. Sinnvoller wäre aber sicher ihre Pflege in einem möglichst großen Artbecken. Mystus leucophasis stellt keine höheren Ansprüche an die Wasserwerte, die Tiere kommen in weichem bis mittelhartem Wasser mit neutralem pH-Wert und Temperaturen von 24 bis 28 °C gut zurecht. Hauzar empfiehlt für kleinere Aquarien eher die Einzelhaltung, denn selbst Paare suchen tagsüber keine gemeinsamen Verstecke auf. In größeren, möglichst langen Bassins mit vielen Unterständen lassen sich aber wohl auch mehrere Exemplare halten. Uwe Dost

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) zum Reptil des Jahres 2015 ernannt. Als Charaktertier mit außergewöhnlichem Aussehen, das unter den einheimischen Kriechtieren auch durch seine amphibische Lebensweise hervorsticht, genießt die einzige Schildkrötenart Mitteleuropas viele Sympathien nicht nur unter Biologen und Teichbesitzern, sondern – im Gegensatz zu Schlangen – auch in der breiten Bevölkerung. Dennoch ist die Europäische Sumpfschildkröte in Deutschland heute extrem selten und hochgradig vom Aussterben bedroht. Noch bis weit ins 18. Jahrhundert waren diese Reptilien bei uns häufig und wurden als eine während der kirchlichen Fastenzeit erlaubte „Fischspeise“ massenhaft gefangen oder aus Nachbarländern wie Ungarn eingeführt. Neben exzessivem Fang und Handel trugen die zunehmende Industrialisierung und Erschließung ihrer natürlichen Lebensräume zum Niedergang dieser streng geschützten Art bei.