Der Asiatische Rückenschwimmende Wels (Mystus leucophasis) gelangt höchst selten in den Zoofachhandel. In Asien, vor allem in Thailand, wird er nicht nur als „Zier“-, sondern auch als Speisefisch in Zuchtfarmen vermehrt. Die ursprüngliche Heimat des Welses ist Birma, wo er laut IUCN-Liste der bedrohten Arten in den Flusssystemen des Sittang und des Irrawaddy vorkommt und von Flussfischern zu Nahrungszwecken gefangen wird, was seine Bestände jedoch nicht zu bedrohen scheint. Im Internet finden sich nur sehr spärliche Angaben. Laut Hauzar (www.welse. net) wird M. leucophasis bis zu 30 Zentimeter lang, wobei die Männchen etwas kleiner und schlanker bleiben als die Weibchen. Die Fische sind wahrlich Rückenschwimmer, denn die meiste Zeit bewegen sie sich kopfunter durch das Aquarium. Ihre sehr großen Augen und langen Barteln deuten auf eine nächtliche Lebensweise hin. In der Natur verbringen diese Welse den Tag in Verstecken und werden erst zur Nacht aktiv. Im Aquarium lassen sie sich durch Futtergaben aber auch tagsüber hervorlocken. Die agilen Schwimmer fressen alles, was in ihr Maul passt, neben gängigem Fischfutter leider auch recht große Aquarienmitbewohner: Sie überwältigen Beute bis zu einem Drittel ihrer eigenen Länge! Bestenfalls eine Vergesellschaftung mit großen Buntbarschen und bodenlebenden, gepanzerten Welsen scheint angeraten. Sinnvoller wäre aber sicher ihre Pflege in einem möglichst großen Artbecken. Mystus leucophasis stellt keine höheren Ansprüche an die Wasserwerte, die Tiere kommen in weichem bis mittelhartem Wasser mit neutralem pH-Wert und Temperaturen von 24 bis 28 °C gut zurecht. Hauzar empfiehlt für kleinere Aquarien eher die Einzelhaltung, denn selbst Paare suchen tagsüber keine gemeinsamen Verstecke auf. In größeren, möglichst langen Bassins mit vielen Unterständen lassen sich aber wohl auch mehrere Exemplare halten. Uwe Dost

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) zum Reptil des Jahres 2015 ernannt. Als Charaktertier mit außergewöhnlichem Aussehen, das unter den einheimischen Kriechtieren auch durch seine amphibische Lebensweise hervorsticht, genießt die einzige Schildkrötenart Mitteleuropas viele Sympathien nicht nur unter Biologen und Teichbesitzern, sondern – im Gegensatz zu Schlangen – auch in der breiten Bevölkerung. Dennoch ist die Europäische Sumpfschildkröte in Deutschland heute extrem selten und hochgradig vom Aussterben bedroht. Noch bis weit ins 18. Jahrhundert waren diese Reptilien bei uns häufig und wurden als eine während der kirchlichen Fastenzeit erlaubte „Fischspeise“ massenhaft gefangen oder aus Nachbarländern wie Ungarn eingeführt. Neben exzessivem Fang und Handel trugen die zunehmende Industrialisierung und Erschließung ihrer natürlichen Lebensräume zum Niedergang dieser streng geschützten Art bei.

Seit Oktober präsentiert der Zoo Frankfurt (Main) in seinem Exotarium einen wahren Meister der Tarnung: Die neu eingezogenen Gemeinen Tintenfische (Sepia officinalis) sind im Juni dieses Jahres in einem Aquarium des Hauses geschlüpft. Tintenfische sind in der Lage, in kürzester Zeit ihre Farbe zu wechseln. Mit unterschiedlichen, in speziellen Hautzellen befindlichen Farbpigmenten können diese Weichtiere, die bis zu knapp einem halben Meter Gesamtlänge erreichen, nicht nur ihre jeweilige Stimmung anzeigen, beispielsweise Aggressivität oder Paarungsbereitschaft, sondern sich auch nahezu perfekt dem jeweiligen Untergrund anpassen.

Im tropischen Südamerika sind sie viel häufiger als bei uns und in manchen Gegenden sogar allgegenwärtig, die kleinen emsigen Insekten, die man in spanischsprachigen Ländern „hormigas“ und in Brasilien, wo man Portugiesisch redet, „formigas“ nennt. Ja, es soll von Ameisen die Rede sein, von denen es über 11.000 Arten gibt und die alles in allem durchaus als nützlich gelten, weil sie die Erdkrume umschichten, pflanzliches Material abbauen und Schädlinge vernichten. Aber sie ärgern uns auch, und manche beißen und stechen so heftig, dass man ihnen besser aus dem Weg geht.

Am 13. November des vergangenen Jahres ging Fischern einige Seemeilen vor Rügen ein außergewöhn­licher Beifang ins Netz: ein Mondfisch (Mola mola). Er wurde von Wissenschaftlern des Deutschen Meeresmuseums untersucht und für die Museumssammlung konserviert. Das mit 46 Zentimetern Länge und 72 Zentimetern „Spannweite“ (von Flossenspitze zu Flossenspitze) eher kleine Exemplar befand sich in einem relativ guten Zustand, wie Timo Moritz, Kurator für Fische und Fachbereichsleiter Wissenschaft am Meeresmuseum, feststellte. Er entnahm dem Fisch eine Gewebeprobe für eine DNA-Analyse, danach fixierten Kollegen das Tier in einer vierprozentigen Formalinlösung.

Mola ist der weltweit schwersten Knochenfisch, den Rekord halten Exemplare mit 2,3 Tonnen und 3,33 Metern Länge. Weibchen können bis zu 300 Millionen Eier für einen Laichgang produzieren und gelten somit auch als fruchtbarste Fischart.

„Dass sich ein Mondfisch in die Ostsee verirrt, ist schon selten“, stellt der Stralsunder Fischkundler fest. 2010 wurden drei Beifänge oder Strandungen registriert, 2011 keine. „Das Deutsche Meeresmuseum konserviert diese Irrgäste, damit sie für spätere Forschungen oder zu Ausstellungszwecken zur Verfügung stehen“, erläutert er das Interesse der Wissenschaftler an solchen Beifängen.

In der Ostsee leben circa 80 Fischarten. Von ungefähr noch einmal so vielen Arten verirren sich immer wieder einzelne Exemplare über die Nordsee in das Baltische Meer, darunter auch Schwertfische oder Heringskönige.

In den Ausstellungen des Deutschen Meeresmuseums sind Mondfische als präpariertes Original oder als naturgetreue Nachbildung zu besichtigen. Im Stammhaus im ehemaligen St.-Katharinen-Kloster gibt es einen Abdruck aus den späten 1970er-Jahren. Im Ozeaneum auf der Hafeninsel finden Interessierte eine originalgroße Nachbildung sowie ein konserviertes Präparat in der Sonderausstellung „Erforschung und Nutzung der Meere“, das 2009 vor Dranske (Rügen) gefangen wurde.

Autor: Deutsches Meeresmuseum