Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Wasser ist ein eigenartiger Stoff, Aquarianer können das bestätigen. Besonders hervorzuheben ist die sogenannte Dichte-Anomalie, man erinnere sich an den Physik-Unterricht: Bei 4 °C besitzt H2O seine höchste Dichte, weshalb in stehenden Gewässern Eis obenauf schwimmt und das „schwere“ Wasser sich am Gewässergrund sammelt. Daher frieren Stillgewässer – vorausgesetzt, sie sind tief genug – nicht bis zum Boden durch. Als Mindesttiefe für die sichere Überwinterung von Teichfischen werden 0,8 bis 1,5 Meter empfohlen. Die Winter der letzten Jahre waren in weiten Teilen Deutschlands jedoch großteils eher mild. Generell hängt die optimale Tiefe für Gartenteiche von den lokalen Klimawerten ab. Als günstigste Überwinterungstemperatur für Kois werden 5 bis 6 °C genannt. Die Fische stehen dann fast regungslos über dem Teichboden. Im Bild scheint ihnen eine Teichecke besonders zu behagen, es hat fast den Anschein, als würden sie sich dort „zusammenkuscheln“. Bei tiefen Temperaturen (< 7 °C) legen Kois sich auch auf den Grund. Störungen, beispielsweise der Lärm beim Aufschlagen des Eises oder noch aktive Mitbewohner, etwa Störe, führen zu einem erhöhten Energieverbrauch und können die Koikarpfen unter Umständen schwächen; sie sollten folglich unterbleiben. Uwe Dost

Kurzer Nachtrag zu meinem Beitrag in der Juni- und in der Juli-Ausgabe. Eine der schönsten Arten der Gattung Nannocharax ist sicher N. parvus aus Gabun. Sie zeigt einen stark ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen besitzen einen gelben Unterkörper und einen braunroten Oberkörper und Rücken. Bei beiden Geschlechtern verläuft ein breites schwarzes Längsband mitten durch die Flanke, das erst in der Schwanzflosse endet. Weibchen sind schlichter gefärbt, mit ihrer rötlich getönten Schwanzflosse aber ebenfalls hübsch anzusehen. Bei der Balz versucht das Männchen, ein Weibchen in ein Pflanzendickicht zu locken, indem es seine Flossen spreizt und heftig mit dem ganzen Körper schlägt. Die Nachzucht gelang bereits (Lamboj, persönliche Mitteilung). Stanislav Kislyuk

In den Tropen (ich lebe in Thailand) Aquaristik zu treiben ist spannend, aber nicht immer ganz einfach. Es genügt nun einmal nicht, im Garten einen Kübel aufzustellen und dann darauf zu vertrauen, dass alles von allein funktioniert, nur weil es so schön warm ist. Oftmals ist die Lufttemperatur für ein solches Freiluft- Bassin sogar viel zu hoch! Dann muss man entweder ein schattiges Plätzchen finden oder – besser noch – das betreffende Gefäß in den Erdboden eingraben. Doch befindet sich der Gewässerrand zu dicht am Boden oder liegt er sogar ebenerdig, dann stellen sich unweigerlich verschiedenste „Gäste“ ein, die den Tierbestand eher stören als berei chern. Frösche beispielsweise – ich zählte in meinem Garten immerhin rund zehn ständig anwesende Arten – finde ich zwar höchst interessant, aber Tausende von Kaulquappen sind eine ernst zu nehmende Konkurrenz im Lebensraum meiner Teichfische. Um Frösche fernzuhalten, hat sich bei mir eine Gewässerrandhöhe von wenigstens 30 Zentimetern bewährt. Zusätzlich hält ein Netz nicht nur die Amphibien davon ab, in meinen Bassins zu laichen, sondern auch Insekten fern, etwa räuberische Libellen und deren Larven. Schlangen hingegen sind trickreicher, sie können klettern, oder sie dringen selbst durch schmalste Ritzen in die Teiche ein. Sehr gut kann das beispielsweise die kleine, für den Menschen vollkommen harmlose Natter Xenochrophis triangularis. Schon mehrmals sah ich Exemplare, die einen Fisch erbeutet hatten. Solche Fischraubzüge finden allerdings deutlich seltener statt als die erfolgreiche Jagd auf Frösche, weshalb ich diese hübsche Schlange eigentlich sogar ganz gern an meinen Teichen beobachte, denn – siehe oben! Jens Kühne

Der Beitrag enthält meines Erachtens folgende Fehlbestimmungen: Der Fisch auf Seite 55 oben rechts ist nicht Leporinus maculatus, sondern möglicherweise Hypomasticus granti. Auf Seite 56 zeigt das zweite Foto von oben (linke Spalte), obwohl ähnlich gefärbt, nicht L. striatus, sondern H. despaxi. Das dritte Unterwasserfoto in derselben Spalte lässt sich keinem Anostomiden zuordnen. In der rechten Spalte ist auf dem zweiten Foto L. maculatus abgebildet und nicht L. pellegrini, das Foto darunter zeigt vermutlich ein subadultes Exemplar von L. altipinnis oder von L. fasciatus. Thomas Johannes

Diese Lebensweisheit (lat. = „genieße den Tag …“) könnte auch für viele Tierarten in der Natur gelten, denn hier herrscht das Gesetz vom Fressen und Gefressenwerden in seiner ursprünglichsten Form. Damit potenzielle Opfer möglichst spät die drohende Gefahr bemerken, legten sich einige karnivore (fleischfressende) Fischarten eine besondere Jagdtechnik zu. Der zur Familie Polycentridae gehörende Afrikanische Vielstachler (Polycentropsis abbreviata) etwa verfügt über die Fähigkeit, sein Farb- und Zeichnungsmuster zu verändern. Mit dieser Farbmetamorphose kann er sich, ähnlich wie Blattfische, seiner Umgebung anpassen. Eine erd- und laubfarbene Musterung führt dazu, dass seine Umrisse mit dunklen Wurzeln oder dem lehmigen Boden geradezu verschmelzen. Er braucht nur abzuwarten, bis ihm die ahnungslose Beute vor das Maul schwimmt. Ein mieser Trick, oder? Damit er nicht versehentlich seinen eigenen Fressfeinden zum Opfer fällt, verläuft entlang seiner Rückenlinie ein hell glänzendes Band. Dicht an dem Wasserspiegel verschwimmen dadurch die Umrisse seines dunklen Körpers mit der funkelnden Oberfläche des von der Sonne bestrahlten Wassers. Ob der Trick dieses Mal auch funktioniert hat? Roland Schreiber