Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Kurzer Nachtrag zu meinem Beitrag in der Juni- und in der Juli-Ausgabe. Eine der schönsten Arten der Gattung Nannocharax ist sicher N. parvus aus Gabun. Sie zeigt einen stark ausgeprägten Sexualdimorphismus: Männchen besitzen einen gelben Unterkörper und einen braunroten Oberkörper und Rücken. Bei beiden Geschlechtern verläuft ein breites schwarzes Längsband mitten durch die Flanke, das erst in der Schwanzflosse endet. Weibchen sind schlichter gefärbt, mit ihrer rötlich getönten Schwanzflosse aber ebenfalls hübsch anzusehen. Bei der Balz versucht das Männchen, ein Weibchen in ein Pflanzendickicht zu locken, indem es seine Flossen spreizt und heftig mit dem ganzen Körper schlägt. Die Nachzucht gelang bereits (Lamboj, persönliche Mitteilung). Stanislav Kislyuk

In den Tropen (ich lebe in Thailand) Aquaristik zu treiben ist spannend, aber nicht immer ganz einfach. Es genügt nun einmal nicht, im Garten einen Kübel aufzustellen und dann darauf zu vertrauen, dass alles von allein funktioniert, nur weil es so schön warm ist. Oftmals ist die Lufttemperatur für ein solches Freiluft- Bassin sogar viel zu hoch! Dann muss man entweder ein schattiges Plätzchen finden oder – besser noch – das betreffende Gefäß in den Erdboden eingraben. Doch befindet sich der Gewässerrand zu dicht am Boden oder liegt er sogar ebenerdig, dann stellen sich unweigerlich verschiedenste „Gäste“ ein, die den Tierbestand eher stören als berei chern. Frösche beispielsweise – ich zählte in meinem Garten immerhin rund zehn ständig anwesende Arten – finde ich zwar höchst interessant, aber Tausende von Kaulquappen sind eine ernst zu nehmende Konkurrenz im Lebensraum meiner Teichfische. Um Frösche fernzuhalten, hat sich bei mir eine Gewässerrandhöhe von wenigstens 30 Zentimetern bewährt. Zusätzlich hält ein Netz nicht nur die Amphibien davon ab, in meinen Bassins zu laichen, sondern auch Insekten fern, etwa räuberische Libellen und deren Larven. Schlangen hingegen sind trickreicher, sie können klettern, oder sie dringen selbst durch schmalste Ritzen in die Teiche ein. Sehr gut kann das beispielsweise die kleine, für den Menschen vollkommen harmlose Natter Xenochrophis triangularis. Schon mehrmals sah ich Exemplare, die einen Fisch erbeutet hatten. Solche Fischraubzüge finden allerdings deutlich seltener statt als die erfolgreiche Jagd auf Frösche, weshalb ich diese hübsche Schlange eigentlich sogar ganz gern an meinen Teichen beobachte, denn – siehe oben! Jens Kühne

Der Beitrag enthält meines Erachtens folgende Fehlbestimmungen: Der Fisch auf Seite 55 oben rechts ist nicht Leporinus maculatus, sondern möglicherweise Hypomasticus granti. Auf Seite 56 zeigt das zweite Foto von oben (linke Spalte), obwohl ähnlich gefärbt, nicht L. striatus, sondern H. despaxi. Das dritte Unterwasserfoto in derselben Spalte lässt sich keinem Anostomiden zuordnen. In der rechten Spalte ist auf dem zweiten Foto L. maculatus abgebildet und nicht L. pellegrini, das Foto darunter zeigt vermutlich ein subadultes Exemplar von L. altipinnis oder von L. fasciatus. Thomas Johannes

Diese Lebensweisheit (lat. = „genieße den Tag …“) könnte auch für viele Tierarten in der Natur gelten, denn hier herrscht das Gesetz vom Fressen und Gefressenwerden in seiner ursprünglichsten Form. Damit potenzielle Opfer möglichst spät die drohende Gefahr bemerken, legten sich einige karnivore (fleischfressende) Fischarten eine besondere Jagdtechnik zu. Der zur Familie Polycentridae gehörende Afrikanische Vielstachler (Polycentropsis abbreviata) etwa verfügt über die Fähigkeit, sein Farb- und Zeichnungsmuster zu verändern. Mit dieser Farbmetamorphose kann er sich, ähnlich wie Blattfische, seiner Umgebung anpassen. Eine erd- und laubfarbene Musterung führt dazu, dass seine Umrisse mit dunklen Wurzeln oder dem lehmigen Boden geradezu verschmelzen. Er braucht nur abzuwarten, bis ihm die ahnungslose Beute vor das Maul schwimmt. Ein mieser Trick, oder? Damit er nicht versehentlich seinen eigenen Fressfeinden zum Opfer fällt, verläuft entlang seiner Rückenlinie ein hell glänzendes Band. Dicht an dem Wasserspiegel verschwimmen dadurch die Umrisse seines dunklen Körpers mit der funkelnden Oberfläche des von der Sonne bestrahlten Wassers. Ob der Trick dieses Mal auch funktioniert hat? Roland Schreiber

Der Rezensentin verschlägt es die Sprache angesichts der Artenvielfalt und Schönheit aus dem Reich der Dunkelheit; und wie farblich verschwenderisch mit Ornamenten verziert die Tiere für die Dunkelheit sind ... Einem erfahrenen Aquarianer, Schnorchler oder Taucher wäre vielleicht aufgefallen, dass er viele der vorgestellten Tiere zumindest dem Namen nach kennt. Ihn hätten auch so manche Namensgebungen wie „Große Riesenmuschelschnecke“ für eine Turbanschnecke oder „Hermit-Krabbe“ für Einsiedlerkrebs zumindest stutzig gemacht. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass der deutsche Text generell zu wünschen übrig lässt und Stellen enthält wie „eine unidentifizierte Anemone“, unter der dann der wissenschaftliche Name steht (Calliactis polypus). Als Grund für fehlende deutsche Namen wird angegeben, dass es sich um Tiere aus amerikanischen Gewässern handelt, für die es keine deutschen Bezeichnungen gäbe, was aber nicht stimmt. Sieht man dann noch die Angaben zu den Orten, an denen die Tiere gefangen und im Aquarium fotografiert wurden, findet man die Korallenriffe Hawaiis oder der Line-Inseln, Wattenmeer und Spritzwasserzone der San-Juan-Insel (Washington) und so weiter – lauter sonnendurchflutete Flachwasserzonen, von Dunkelheit kann hier keine Rede sein! Die Autorin der Buchbesprechung ist wohl ahnungslos in die Falle des Buchtitels getappt. Den haben ihm die Herausgeber der deutschen Ausgabe verpasst, vermutlich in der Annahme, dass er mehr Käufer anlockt als der Originaltitel: „Spineless. Portraits of Marine Invertebrates“. Der deutsche Untertitel „Die schillernde Welt der Wirbellosen“ entspricht ihm etwa. „In den Tiefen des Ozeans“ ist also ein wunderbarer Bildband über die Vielfalt der „Niederen Tiere“ der Küstengebiete; mit der Finsternis in den lichtlosen Tiefen der Ozeane hat er überhaupt nichts zu tun. Horst Moosleitner