Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Aus dem Sensorsignal wird die Farbtemperatur berechnet. Möglich wird das durch die Auswertung des mit dem Seneye-Sensor empfangenen R(rot)-, G(grün)- und B(blau)-Signals per Software. Nun gilt: 1. Die Lichtquelle und damit deren Intensität sind gegeben (Effekt 1). 2. Mit Variation der Eintauchtiefe ändert sich (wellenlängenunabhängig und mit quadratischer Abnahme) die den Sensor erreichende Lichtintensität (Geometriegesetz, Verteilung einer gegebenen Lichtleistung auf eine sich mit der Eintauchtiefe quadratisch vergrößernde Fläche; Effekt 2). 3. Ebenfalls von der Eintauchtiefe abhängig, jedoch nach Wellenlänge verschieden ist die Lichtabsorption (Absorptionsgesetz nach Lambert/Beer; Effekt 3). Das bedeutet für die (nicht direkt messbare) Farbtemperatur (je nach Effekt): 1. Mit abnehmender Intensität sinkt die Farbtemperatur (wellenlängenunabhängig). 2. Mit zunehmendem Abstand von der Lichtquelle sinkt die Farbtemperatur (wellenlängenunabhängig). 3. Mit zunehmendem Abstand von der Lichtquelle steigt die Farbtemperatur (wellenlängenabhängig).

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxIm März oder April des vergangenen Jahres erwarb ich eine Sechsergruppe Guianacara sp. „Jatapu“. Dabei handelt es sich um einen – jedenfalls in meinen Augen – wunderschönen und wissenschaftlich bisher noch nicht beschriebenen Buntbarsch aus dem Rio Jatapu, einem Zufluss zum Rio Uatumã im brasilianischen Bundesstaat Roraima. Damals waren die „Kleinen“ ungefähr ein Jahr alt. Auf dem Bild ist der „Chef“ der Truppe zu sehen. Das prächtige Männchen sorgt für Ordnung in meinem 500 Liter Wasser fassenden, L-förmigen Südamerika- Aquarium, das er sich mit vier Harnisch- (L 168) und zehn Panzerwelsen (CW 10), vier Blaupunkt- Buntbarschen (Andinoacara pulchra, Zuchtform „Neonblue“) und fünf Segelflossern (Pterophyllum scalare) sowie einem kleinen Schwarm Roter Phantomsalmler (Hyphessobrycon sweglesi) teilt. Vier Jungtiere sind inzwischen noch herangewachsen, die Gruppe besteht also zurzeit aus zehn Tieren. Der „Chef“ hat schon mehrfach für Nachwuchs gesorgt, ich hatte sogar Schwierigkeiten, ihn dabei zu bremsen! Er hat jetzt eine Gesamtlänge von stattlichen 15 Zentimetern. Mir macht es Spaß, dem „Boss“ dabei zuzuschauen, wie er die Ordnung in „seinem“ Aquarium aufrechterhält, ohne die anderen Mitbewohner zu drangsalieren. Gregor Kantoch

Die „Fischflüsterer“-Beiträge von Uwe Werner lese ich gern. Immer wieder entlocken sie mir ein Schmunzeln oder gar Lachen – so auch in der Mai-Ausgabe, wenn ich mir Luftlöcher in der Styroporbox vorstelle oder, schlimmer, in dem Plastikbeutel, der die Fische umgibt! Wenn ich am Ende aber lesen muss, dass es womöglich ein Risiko ist, mit der Bahn unterwegs zu sein, finde ich das, selbst wenn es komisch gemeint ist, doch sehr einseitig dargestellt. Zurzeit gibt es ja etliche „Berufs-Spaßmacher“, die uns nicht nur im Karneval mithilfe der verschiedensten Medien die Welt erklären, und mancher muss erfahren, dass sein Humor nicht immer und überall ankommt. Nun, unser Fall ist nicht weiter schlimm, er wird auch keine zwischenstaatlichen Probleme auslösen … Als „Insider“ möchte ich aber gern einmal die „andere Seite der Medaille“ beleuchten: Am Anfang meines beruflichen Werdegangs war ich viele Jahre im Zoofachhandel tätig. In den 1970er- Jahren war es durchaus gängige Praxis, „lebende Ware“ telefonisch oder schriftlich bei einem Großhändler zu bestellen. Gab es in seinem Ort einen Bahnhof, kam der Versand mittels Bundesbahn infrage; fehlte eine solche Einrichtung, kam noch, falls das Paket nicht zu groß oder zu schwer war, die Bundespost als Kurier in Betracht. So erhielten wir regelmäßig Tubifex in Eierkartons (die in feuchtes Zeitungspapier eingeschlagen waren), Aquarienpflanzen (ebenfalls in feuchter Zeitung), Syrische Goldhamster in Holzkisten mit Drahtgaze-Fenstern oder diverse Ziervögel bis in Papageiengröße.

Mit großem Interesse las ich den Beitrag von Peter Pretor über Süßwasserpolypen (Hydra spp.) und deren Bekämpfung. Auch in meinen Aquarien vermehren sich hin und wieder Hydren, vor allem wenn ich täglich Artemia- Nauplien verfüttere und größere Fische fehlen. Mich faszinieren die winzigen Tentakelträger, und es fällt mir schwer, etwas gegen sie zu unternehmen. Allerdings endet der Spaß, wenn es zu einem Massenauftritt kommt. Flubenol setzte ich schon vor etlichen Jahren ein, jedoch gegen Planarien, sie ließen sich damit bekämpfen. Die angewandte Konzentration war allerdings viermal so hoch wie die von Pretor zur Hydren-Bekämpfung empfohlene: 100 Milligramm Flubenol (5 %) auf 50 Liter Aquarienwasser (Pretor empfiehlt gegen Süßwasserpolypen dieselbe Menge für 200 Liter Wasser, also 0,025 Milligramm Flubendazol pro Liter Aquarienwasser). Das höher dosierte Flubenol half gegen die Scheibenwürmer, schädigte jedoch viele Schnecken. Möglicherweise wären meine Mollusken verschont geblieben, hätte ich geringer dosiert. Allerdings geht nicht aus Pretors Beitrag hervor, ob bei der schneckenfreundlichen Dosierung außer Hydren auch Planarien getötet werden. Damals suchte ich jedenfalls nach alternativen Mitteln zur Plattwurm-Bekämpfung und fand auf der Homepage von Maike Wilstermann- Hildebrand („heimbiotop. de“) einen Hinweis auf das Präparat „Panacur“ mit dem Wirkstoff Fenbendazol, der zuverlässig Planarien tötet, ohne Schnecken zu beeinträchtigen. Bei einer Konzentration von 0,625 Milligramm Fenbendazol pro Liter Aquarienwasser werden Scheibenwürmer zuverlässig abgetötet, Mollusken aber nicht behelligt (Wilstermann- Hildebrand „testete“ 14 Schneckenarten). Dieses Produkt setzte ich erfolgreich gegen Planarien ein, und ich kann die bessere Verträglichkeit nur bestätigen! Genauso wie Flubenol wirkt Panacur fast sofort gegen Hydra. Allerdings ist die Beschaffung des Stoffs ebenso problematisch wie die von Flubenol, handelt es sich doch um ein Medikament, das ein Veterinär zur Wurm behandlung bei Hunden und Katzen verschreiben muss. Frei verkäuflich ist dagegen „No Planaria“. Es enthält das getrocknete Extrakt der Betelnuss, der Frucht der Areka-Palme (Areca catechu). In der beschriebenen Anwendung wirkt es bei mir zuverlässig gegen Planarien und Polypen, schädigt weder Garnelen noch Fische, Schnecken dagegen schon. Wer also in schneckenfreien Aquarien Hydren bekämpfen will, kann auf dieses Mittel zurückgreifen. Bestimmt lohnt es sich, mit geringeren Dosierungen zu experimentieren, was die Verträglichkeit für Schnecken erhöhen dürfte. Allerdings ist auch im Umgang mit diesem „natürlichen“ Präparat Vorsicht geboten: Zur Wurmbehandlung bei Katzen und Hunden verwendete man früher ebenfalls die Betelnuss, wegen zu starker Nebenwirkungen nutzt man sie aber schon lange nicht mehr. Insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass Panacur mit dem Wirkstoff Fenbendazol und seiner höheren Schneckenverträglichkeit für mich das bessere Mittel gegen Planarien und Hydren ist. Schade, dass es nicht für die Aquaristik angeboten wird. Petra Fitz

Auch unsere Altvorderen wussten schon, wie man Licht im Aquarium richtig einsetzen muss! Der Artikel von Stephan Gohmann „Farben ins Aquarium – und es geht doch!“ erinnerte mich an eine Abbildung in einem Büchlein aus dem Jahr 1962, das mich als Kind und Jugendlichen aquaristisch prägte. Es heißt „Aquarienpraxis – kurz gefaßt“, stammt von Hans Frey und ist seinerzeit im Neumann Verlag (Radebeul) erschienen. Die aus dem Buch entnommene Zeichnung verdeutlicht, dass schräg von oben und vorn einfallendes Licht den natürlichsten Eindruck schafft. Leider hat die Aquaristik-Industrie es versäumt, diesem beleuchtungstechnischen Grundsatz zu folgen, und bietet stattdessen Komplett-Aquarien und Abdeckungen immer nur mit mittig angebrachten Leuchtstoffröhren an, sodass uns das nach und nach als „Normallfall“ vertraut wurde. Umso schöner ist, dass Stephan Gohmann die Vorteile der „richtigen“ Beleuchtung wiederentdeckt hat und uns in Erinnerung ruft! Karl-Otto Rothhaupt