Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Dieser auf den Philippinen fotografierte Juwelen-Felshüpfer (Salarias fasciatus) hat sein Quartier in der Schale einer Riesenmuschel (Tridacna sp.) bezogen. Im tropischen Indopazifik und im Roten Meer bewohnen die Schleimfische (Familie Blenniidae) das Flachwasser von der Gezeitenzone bis in etwa acht Meter Tiefe. In Gezeitentümpeln, auf mit Korallenschutt bedeckten Sandflächen und in seichten Riffzonen schaben sie mit ihren kammartigen Zähnen Algen von Korallenbruch und anderen Oberflächen. Die Muschelschale, in der das fotografierte Exemplar sitzt, bietet also nicht nur Schutz, sondern auch Nahrung, da sie dicht mit Algen bewachsen ist. Wie der deutsche Name andeutet, können sich Felshüpfer springend fortbewegen und dabei auch trockene Abschnitte überwinden. Auch wenn dieser zehn bis 15 Zentimeter lang werdende Schleimfisch als einfach zu halten gilt, sollte man berücksichtigen, dass es sich um einen Nahrungsspezialisten handelt. Er ernährt sich fast ausschließlich von verschiedenen Algen (beispielsweise Caulerpa, Nori- und Aufwuchs-Algen) und lässt sich daher nur in Aquarien pflegen, in denen reichlich Algen zur Verfügung stehen. Außerdem sollte man diesen territorialen Fisch einzeln halten, da er Artgenossen gegenüber sehr aggressiv ist. Maren Gaulke

Mit Interesse habe ich den Beitrag von Petra Fitz gelesen. Bravo, solche Versuche, Messungen und Berichte bringen uns voran, sie sind praxisnah, anwendungsorientiert und hilfreich! Aber warum nimmt bei den Messungen, von denen Petra Fitz berichtet, die Lichttemperatur mit der Wassertiefe zu? Dafür hatte die Autorin keine gute Erklärung. Es scheint doch eine Binsenweisheit zu sein, dass blaues Licht vom Wasser am wenigsten adsorbiert wird und dass sich deshalb mit zunehmender Wassertiefe das Licht immer mehr zur „kalten“ Farbe Blau hin verändern sollte. Die Autorin beobachtete aber gegenteiligen Effekt: Die Lichtfarbe wurde mit der Tiefe nicht kälter, sondern wärmer (verschob sich in Richtung Rot). Wie konnte es dazu kommen?

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 8/2016

Sein markantestes Merkmal wurde bereits für seine Namensgebung verwendet: Den beiden fluoreszierenden Farbstreifen – einer in einem wunderschönen Türkisblau auf der vorderen Körperhälfte, der andere darunter und auf dem Hinterkörper, kräftig rot leuchtend – hat der „Neon“ seine umgangssprachliche Bezeichnung zu verdanken. Dieses rauschende Farbenspiel wird erzeugt durch unter der Haut eingelagerte Guanin-Kristalle (blau-türkis) sowie die im Fett leicht löslichen Karotine (rot). In den Schwarzgewässern in Amazonien dienen die von den Leuchtstreifen hervorgerufenen Lichtreflexionen tagsüber dazu, potenzielle Räuber zu täuschen. Kaum zu glauben, aber von oben (Vögel) oder unten (Raubfische) ist die „Beute“ fast nicht zu erkennen, weil die „Neon“-Färbung nur aus einem bestimmten Blickwinkel deutlich wahrnehmbar ist. Während der Nacht ist es dann aber sinnvoller, diese „Beleuchtung“ quasi ganz abzuschalten. Durch eine Kippbewegung innerhalb der Kristallschichten erscheint das zuvor strahlend türkisblaue Band nur noch in dunklem Violett, während der rot leuchtende Streifen durch eine Verschiebung der roten Pigmentteilchen (Chromatophoren) fast völlig abgedunkelt wird. Fazit: Paracheirodon innesi ist nicht nur schön, sondern auch clever! Roland Schreiber

Die auf dem Foto abgebildete kleine südostasiatische Vampirkrabbe (Geosesarma cf. rouxi) ist ein halbwüchsiges Nachzuchttier. Hebe ich die Abdeckung ihres Aquaterrariums an, kommen die kleinen Krabben sogleich aus ihren Verstecken und zeigen sich. Dann füttere ich sie mit weißen Mückenlarven, die sie ausgesprochen gern fressen; das geschieht täglich. Selbst sonst weniger wagemutige Minikrabben können diesen Leckerbissen einfach nicht widerstehen. Allerdings sind die Tierchen nicht auf die Fütterung von der Pinzette angewiesen, da sie allerhand weitere Nahrung im nassen Bodengrund finden. Ingo Botho Reize

Das Editorial Ihrer April-Ausgabe hat mich, in mehrfacher Hinsicht, berührt und betroffen gemacht. Nicht etwa, weil hier etwas absolut Neues verkündet wurde, von dem man bisher keine Ahnung hatte. Es war wohl mehr der Umstand, wie hier einmal deutlich ausgesprochen wurde, dass in der heutigen Zeit nichts mehr als selbstverständlich angesehen werden kann und dass es auch ein kleines Stück an jedem von uns selbst liegt, wie die weitere Entwicklung verläuft. Der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, und das ist auch sicher gut so. Viele Informationen lassen sich auf elektronische Weise schneller verbreiten und auch kurzfristiger recherchieren. Dennoch sitze ich viel lieber bei einer Tasse Kaffee auf dem Sofa und genieße es, in aller Ruhe in einem von Experten erstellten Aquarien-Magazin zu schmökern, als stundenlang vor dem PC zu hocken, um durch die manchmal doch sehr fragwürdigen Informationen einiger Foren zu „scrollen“. Außerdem gehöre ich zu den „Mehrfachtätern“, die als Autoren ihre Manuskripte in den verschiedensten Zeitschriften veröffentlichen und als Leser ein breites Sortiment an Abonnements halten. Es gibt nur wenige europäische Aquaristik-Zeitschriften, die ich nicht in meine umfassende Sammlung aufgenommen habe; die überwiegende Zahl besitze ich als „Print“-Ausgabe. Dabei stehen für mich zweifellos die möglichst breit gefächerten Informationen im Vordergrund: Eine Vereinszeitschrift, die sich ausschließlich mit Cichliden oder Killifischen beschäftigt, kann ihr Sachgebiet zweifellos ganz anders bearbeiten als ein „Allround-Journal“, das neben Süßwasser- auch Meerwasser-, Gartenteichoder Naturschutz-Themen bedient. Dennoch (oder gerade deshalb) haben beide für mich ihren Reiz und damit ihre Daseinsberechtigung. Bei der Lektüre Ihres Editorials fiel mir spontan ein Begriff ein, nämlich „Urgestein“, den ich hier nicht ironisch oder irgendwie negativ belegt benutze. Außer in seiner ursprünglichen, geologischen Bedeutung wird er im übertragenen Sinn ja für Dinge, Tiere oder Personen verwendet, die eine besondere Bedeutung haben und entscheidend zu einer wegweisenden Entwicklung beigetragen haben. Das trifft beispielsweise auf den Blaubarsch (Badis badis) zu, der seit nunmehr fast 200 Jahren Aquarienfreunde mit seiner variablen Farbenpracht und seinem interessanten Verhalten begeistert und wohl den einen oder anderen Zeitgenossen überhaupt erst dazu gebracht hat, sich ein Aquarium anzuschaffen. (Nicht nur) aus meiner Sicht hat die DATZ diese Bezeichnung aber ebenfalls verdient. Es war eines der ersten Hefte dieser Zeitschrift aus dem Jahr 1948, das in mir die Neugierde und Leidenschaft für Aquaristik weckte, die ich, nebenbei bemerkt, auch heute noch immer wieder empfinde, wenn ich die neueste Ausgabe in der Hand halte. In erster Linie sind es für mich die umfassend und vor allem tiefgründig recherchierten Artikel, die diese Zeitschrift so wertvoll machen. Obendrein ist es immer wieder interessant, dass man bei der Lektüre des einen oder anderen Beitrags auch als „alter Hase“ noch vieles erfährt, das man so noch gar nicht kannte. Was das mit dem Blaubarsch zu tun hat? Zum einen wünsche ich der DATZ, wenn man das so sagen darf, das gleiche Schicksal wie dem Urgestein B. badis: noch mindestens 200 Jahre Bestand, eine große Zahl von „Fans“ (hier: Lesern), die ihrer Leidenschaft immer treu bleiben, aber vor allem weiterhin die gleiche Farbenpracht und -vielfalt (hier: Themen), um sich im Medienalltag weiterhin erfolgreich durchzusetzen! Nicht zuletzt soll das aber auch ein Wink mit dem Zaunpfahl sein: Ein aktueller Artikel über Blaubarsche in der DATZ ist doch längst überfällig, oder? Herzlichst, Ihr Roland Schreiber