Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Im September-Heft bilden Sie auf Seite 25 Fische als „Odessabarben“ ab; mir sind sie auch schon als „Zweipunktbarben“ untergekommen und unter dem Artnamen Puntius ticto. Für Purpurkopfbarben (P. nigrofasciatus) kann nach meinen Erfahrungen die Temperatur bis auf 6,2 °C sinken. Nur zum Vergleich: Bei manchen Lebendgebärenden sollte sie höchstens auf 12 °C fallen; Puntius ticto soll sogar noch kälteresistenter sein. Ebenfalls nicht zimperlich in dieser Hinsicht ist ja der Kardinalfisch (Tanichthys albonubes). Mich interessieren diese Haltungsbedingungen, weil Barben in unserem Institut ökologische Mitläufer sind, Hauptuntersuchungsobjekt sind aquatile Schildkröten. Walter Sachsse, Institut für Molekulargenetik, Universität Mainz

Unter den Aquarianern gibt es die Theoretiker und die Praktiker. Die Praktiker sind entzückt, wenn ihre Fische sich so wohl wie nur möglich fühlen, durch ein interessantes Verhalten oder/ und bunte Farben auffallen und sich obendrein noch nachzüchten lassen, wie beispielsweise der hier abgebildete, wunderschön gefärbte Smaragd-Prachtbuntbarsch aus Kamerun. In einem meiner Aquarien schwimmt zurzeit ein stolzer Papa, der seinen Nachwuchs bei dessen ersten Schwimmübungen begleitet und sorgsam aufpasst, dass den neugierigen Kleinen nichts passiert. Der Theoretiker freut sich darüber, dass „der Kribensis“ jetzt wieder kribensis heißt, wenn auch nach ein paar Umwegen. Zuerst fand man diesen Buntbarsch ja in der Gattung Pelmatochromis, dann schwamm er unter den Pelvicachromis- Arten, wo man ihn eine Zeit lang taeniatus nannte. Zuletzt war er im Aquarienhandel als Pelvicachromis taeniatus „Bipindi“ zu finden, allerdings nur bis Ende 2014. Neuerdings heißt der farbenprächtige westafrikanische Zwergcichlide wieder kribensis, diesmal jedoch mit Vornamen Pelvicachromis – jedenfalls bis zur nächsten Änderung ... Dem kleinen Jungfisch dürfte das alles entgangen sein. Für ihn ist sein Papa einfach – der Größte ... Roland Schreiber

Als Salmlerliebhaber liegen mir insbesondere die Nannostomus- Arten am Herzen. In meiner langjährigen Aquarianer-Laufbahn pflegte und vermehrte ich etliche Arten, darunter N. espei, N. eques, N. digrammus, N. mortenthaleri, N. rubrocaudatus, N. beckfordi, N. marginatus, N. harrisoni, N. nitidus, N. trifasciatus und N. unifasciatus. Zuletzt befasste ich mich vor allem mit N. rubrocaudatus, N. mortenthaleri und N. espei. Diese drei Arten pflegte ich in einem Becken mit einem Verschnitt aus Osmose- und Leitungswasser (3° dGH; pH 7). Eines Tages sah ich, dass ein Weibchen von N. mortenthaleri mit einem Männchen von N. rubrocaudatus im Javamoos ablaichte. Das Gleiche geschah dann innerhalb weniger Tage mehrmals. Ich saugte die Eier ab und überführte sie in eine Plastikschale Ungefähr die Hälfte des Laichs war befruchtet und entwickelte sich normal. Die frisch geschlüpften, noch nicht schwimmfähigen Larven lagen wie schwarze Striche auf dem Boden oder hingen an der Schalenwand. Nach dem Freischwimmen nahmen sie sofort Artemia- Nauplien an, aber nur wenige, sparsames Füttern war also ratsam. Dass die Fischchen Salinenkrebschen gefressen hatten, war an der rötlichen Färbung ihrer Bauchpartie gut zu erkennen. Ihr Wachstum verlief allerdings langsam. Männchen und Weibchen dieser Kreuzungstiere weisen farblich nur geringe Unterschiede auf. Die deutlichsten Differenzen liegen im fülligeren Bauchumfang der Weibchen und in der intensiveren Rotfärbung der Afterflosse der Männchen. Auch die Form der Anale ist ein Abgrenzungsmerkmal. Zu bemerken ist noch, dass sich die Tiere erst sehr spät ausfärben. In ihrem Verhalten ähneln die Hybriden eher N. mortenthaleri. Sie sind sowohl Artgenossen als auch Beifischen gegenüber verhältnismäßig aggressiv. Selbstverständlich habe ich nicht vor, dieses Zufalls- Kreuzungsprodukt in Umlauf zu bringen. Jochen Hübner

Das Rezept auf Seite 48 in der Juli-Ausgabe der DATZ (Wiesenschaumkraut-Spaghetti) brachte mich zum Schmunzeln, denn neben der Aquaristik gibt es zwei Dinge, die ich ähnlich heftig übertreibe: Kochen und – seit einiger Zeit – Angeln. Bezug nehmend auf den Artikel über die Nackthalsgrundel (Seite 24) und das schon erwähnte Kochrezept sende ich Ihnen anbei ein Foto, das veranschaulichen mag, wie man aus der Not eine Tugend machen kann: Das Bild zeigt frittierte Exemplare der Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus), einer Art, die in dem Artikel über Babka gymnotrachelus ebenfalls genannt wird. Diese Neozoen findet man an den Steinpackungen bei uns im Rhein (zwischen Karlsruhe und Mannheim) in unglaublicher Zahl. Das Fleisch der Grundeln ist sehr delikat, vergleichbar etwa mit dem von Zander oder von Flussbarsch. Und wenn es beim Angeln einmal gar nicht läuft – Grundeln fängt man immer, in wenigen Stunden hat man mehr als genug für ein Abendessen! Entschuppen muss man die Tiere nicht. Kopf entfernen, ausnehmen, und schon kann man sie auf vielfältige Weise zubereiten: Entweder wendet man sie – wie auf dem Foto – in Mehl, frittiert sie und serviert sie mit selbstgemachtem Knoblauch- Dip und Kartoffeln. Man kann sie über Nacht in Olivenöl, Knoblauch und Chili einlegen und – scharf angebraten – als Vorspeise anrichten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sie durch den Wolf zu drehen und zu Fischfrikadellen zu verarbeiten. Oder man wendet sie einfach nur in Mehl, salzt und pfeffert sie, bevor man sie in Butter anbrät … Aufgrund der geringen Größe sind die Fischchen in wenigen Minuten gar. Die Flossen werden dabei schön knusprig und können einfach mitgegessen werden, lästige Gräten gibt es nicht. Exemplare unter zehn Zentimeter Gesamtlänge kann man bedenkenlos im Ganzen genießen! Übrigens laichen die Grundeln in den warmen Monaten mehrfach, sodass man immer laichvolle Weibchen findet. Die beim Ausnehmen anfallenden Eier verfüttere ich erfolgreich an Regenbogenfische, Zahnkarpfen, Panzerwelse und weitere Aquarienfische, und sie kommen immer gut an. Nimmt man eine größere Menge an Grundeln aus (für drei oder vier Portionen sollten es schon um die 100 Stück sein), reicht der Kaviar als Leckerbissen für den Fischbesatz mehrerer Aquarien. Tim Vogel

… da schwimmen zwei gar wunderschön’ Forellen ... (Dost, frei nach „Die Forelle“, Christian Friedrich Daniel Schubart, 1739–1791). Die Bachforelle (Salmo trutta forma fario) ist eine Variante der Forelle (S. trutta) aus der Familie der Lachsfische. Einst war ihre Stammform im Atlantik, in Nord- und Ostsee sowie den dort einmündenden Fließgewässern mitsamt den damit verbundenen Seen von Spanien bis Westrussland beheimatet. Homo sapiens hat sie inzwischen jedoch weltweit verbreitet. Man unterscheidet drei Formen: die bis zu 1,3 Meter lange und 20 Kilogramm schwere Meerforelle (S. t. forma trutta), die bis zu 1,4 Meter Länge und 50 Kilogramm Masse erreichende Seeforelle (S. t. forma lacustris) und die bei günstigem Nahrungsangebot 60 bis 80 Zentimeter lange Bachforelle (kleinwüchsige Exemplare aus nahrungsarmen Bächen werden als „Steinforellen“ bezeichnet). Die räuberisch lebende, saubere, kühle, strömungsreiche Fließgewässer bewohnende Bachforelle ist bei Sportfischern wie auch als Speisefisch sehr geschätzt. Seitdem die amerikanische Regenbogenforelle, die geringere Ansprüche an die Wasserqualität stellt und schneller wächst, bei uns ausgewildert wurde, wurde zum Schutz der alteingesessenen Arten der Besatz unserer Gewässer mit Exoten stark eingeschränkt. Uwe Dost