Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Nein, ich hatte vom Beifahrersitz aus wirklich Affen gesehen! Im Rückspiegel sah ich zwar, dass sich auf den hinteren Bänken unseres VW-Bullis ebenfalls zwei dubiose Gestalten lümmelten, die durch den feinen Lateritstaub, der durch die ständig offenen Fenster ins Fahrzeuginnere wehte, ganz rotbraun eingefärbt waren. Einer der beiden hatte jedoch eine „Platte“ auf dem Kopf, und da mir keine neuweltliche Affenart mit einem solchen Merkmal bekannt war, musste es sich zweifellos um den etliche Jahre später als „Fischflüsterer“ bekannt gewordenen Reisegefährten handeln ... Übrigens hatte Uwe damals bereits eine längere Karriere als Affendarsteller hinter sich. Begonnen hatte sie auf unserer ersten Tropenreise zusammen mit dem „alten Mann“ (Hans-Günter Breidohr) 1981 nach Costa Rica: In einer eingezäunten kleinen Finca entdeckten wir auf einem Baum im Garten einen angebundenen Brüllaffen. Den wollten wir natürlich fotografieren. Also fuhren wir heran und machten uns bei den Bewohnern bemerkbar. Sie kamen aus dem Haus und fragten uns, was wir wollten, natürlich auf Spanisch. Daraufhin ging Uwe elastisch federnd in die Knie, streckte seine Arme seitlich aus, ließ Hände und Unterarme durchschwingen, fletschte die Zähne und stieß grunzende Laute aus. Dann zeigte er auf den Affen und imitierte einen Fotografen. Die beiden Leute schauten zunächst sich an, dann Hans-Günter und mich, und schließlich brachen wir alle vier in schallendes Gelächter aus, das gar nicht enden wollte. Selbstverständlich bekamen wir – unter weiterem herzhaften Lachen – die Erlaubnis, den Affen abzulichten, der Uwes Darbietung übrigens sichtlich interessiert verfolgt hatte … Im weiteren Verlauf dieser Reise erfreute uns Uwe noch häufiger mit spaßigen Einlagen, denen er durch beeindruckendes Schwingen an einem Ast die Krone aufsetzte. Er ist einfach immer für einen Spaß zu haben. Deshalb lesen wir in jeder neuen DATZ zuerst ja auch den Fischflüsterer. Berthold Weber

Sehr geehrte Redaktion, mit Schmunzeln habe ich den Leserbrief von Andreas Dangelmaier und die Antwort von Rainer Stawikowski mit dem Hinweis auf die Literatur gelesen. Ich weiß natürlich nicht, ob A. Dangelmaier schon ein Aquarianer ist oder es erst noch werden möchte, obwohl ich aus seinen Fragen viel Unerfahrenheit herauslese. In der Aquaristik haben wir es nun einmal mit Lebewesen zu tun, sowohl mit Pflanzen als auch mit Tieren. Wir können alles noch so genau planen und versuchen, unser Aquarium so gut wie möglich einzurichten. Aber ob es unseren Schützlingen letztendlich gefällt oder nicht, entscheiden allein sie. Natürlich wird man im Internet viele unterschiedliche Meinungen zum Besatz eines Aquariums und zur Größe einer Zuchtgruppe von Skalaren finden, denn jeder hat eben seine eigenen Erfahrungen gemacht. Ich habe schon erlebt, dass Segelflosser in einem kleinen, nur 60 Liter Wasser fassenden Becken gelaicht haben, in dem noch mindestens 20 andere Fische lebten – Buntbarsche, Lebendgebärende Zahnkarpfen, Salmler und Welse. Auch habe ich bereits gesehen, dass eine Pterophyllum- Gruppe in einem eigens für sie und „perfekt“ eingerichteten Becken von 120 Zentimetern Kantenlänge monatelang völlig lustlos umherschwamm und überhaupt nicht daran dachte, sich zu vermehren. Es gibt keinen Masterplan. Am besten stellt man sein Becken auf, richtet es so ein, dass es den Bedürfnissen der Fische entspricht, holt sich fünf oder sechs gesunde Tiere, und ...

Auf den ersten Blick erinnern die Mondkrabben (Familie Matutidae) an Schwimmkrabben. Allerdings sind bei den Mondkrabben alle Schreitbeinpaare an den Enden paddelförmig verbreitert, nicht nur das fünfte Paar wie bei den Portuniden. Dank dieser Paddelfüße können die Tiere gut schwimmen, aber auch hervorragend graben. Dabei arbeiten die Füße wie Spaten, mit denen sie sich in Sekundenschnelle im Sand einbuddeln. Mit etwas Glück entdeckt man nachts in der Brandungszone auf Sand oder in Seegraswiesen in ihrem zirkumtropischen Verbreitungsgebiet ein ungleiches Paar der Gepunkteten Mondkrabbe (Ashtoret lunaris), des wohl häufigsten Vertreters dieser Familie: ein größeres Tier, das einen viel kleineren Artgenossen mit einer Schere festhält. Selbst fotografierende Beobachter bewegen die größere Krabbe nicht zum Loslassen ihres kleinen Partners, stattdessen vergraben beide sich gemeinsam im Sand. Bei diesen ungleichen Paaren ist das größere Tier ein Männchen, das ein noch nicht geschlechtsreifes Weibchen festhält, bis es sich zu einer geschlechtsreifen Partnerin häutet, mit der es dann die Paarung vollziehen kann. Die meisten Mondkrabben leben räuberisch. Sie fangen kleine Wirbellose wie Schnecken, Muscheln und Würmer, fressen aber auch Aas. Maren Gaulke

Sanddollars (Clypeasteroida), eine Gruppe der irregulären Seeigel, leben grabend im Sediment. Dementsprechend weicht ihr gesamter Körperbau stark von der Morphologie der auf der Sedimentoberfläche lebenden, regulären Seeigel ab. Es gibt ziemlich weni- ge artspezifische Untersuchungen über ihre Ernährung, aber in der Regel findet man die Angabe, dass sie Sediment aufnehmen und kleine, an den Sandkörnern haftende, organische Partikel fressen. Da sie im Gegensatz zu den Herzseeigeln, der anderen großen Gruppe der irregulären Seeigel, den als Laterne des Aristoteles bekannten Seeigel- Kauapparat besitzen, können sie dabei selbst harte Bröckchen zermahlen. Der hier abgebildete Clypeaster reticulatus ist ein Beispiel dafür, dass es unter den Sanddollars auch ausgesprochene Nahrungsspezialisten gibt. Bei sämtlichen von mir umgedrehten Exemplaren war die konkav eingewölbte Unterseite dicht mit benthischen Foraminiferen gefüllt. Diese an kleine Sternchen erinnernden Arten der Gattung Calcarina leben in Küstennähe auf der Sedimentoberfläche, auf Algen, Seegras und so weiter. Clypeaster reticulatus kommt also offenbar an die Oberfläche, um dort gezielt Foraminiferen zu sammeln. In seiner privaten Vorratskammer trägt er sie dann bis zum Verzehr mit sich umher. Maren Gaulke

Manche unserer Damen erwarten nichts sehnlicher als die nächste Mode-Saison, um sich mit aktuellen Farben, Stoffen und Trends neu einzukleiden und noch schöner zu machen. Wir Kerle haben es da einfacher. Wir tragen nur das, was wir wollen, möglichst immer den gleichen Stil, und machen keinen Schickimicki-Firlefanz mit. Außerdem sind wir Aquarianer und Individualisten und interessieren uns nicht für Herrenmode – oder? Glücklicherweise sind die 1950er- und 1960er-Jahre vorbei, als auf Aquarienkongressen, Bezirkstagen und sogar auf Vereinsabenden mehr oder weniger schlecht sitzende Anzüge und langweilige Krawatten getragen wurden. Wichtig waren seinerzeit breite Revers am Jackett, auf denen allerlei aquaristische Orden und Ehrenzeichen in Gold, Silber, Blech und – später – in Plastik Platz fanden. Heute gibt es auf solchen Treffen kaum noch Anzugträger. Selbst Repräsentanten von Verbänden, Firmen, Verlagen und Aquarienzeitschriften – auch Chefredakteure – laufen viel legerer herum. Dabei haben sich dezent ausgewaschene Jeans und unifarbene Baumwoll oder Woll-Sakkos bewährt, natürlich ohne Schlips. Das Hemd hat meist ein Karomuster. Ein oder zwei Knöpfe sind geöffnet, je nach Halsstärke und Brustbehaarung. Ein T-Shirt unter dem Jackett betont die aquaristische Lässigkeit.