Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

Aus dem sehr lesenswerten Artikel von Hubert Bollig über Nomorhamphus liemi geht hervor, dass eine Gruppenhaltung adulter Exemplare dieses Halbschnabelhechts aufgrund seines ausgeprägten Territorialverhaltens oder seines Futterneids schwierig ist. Auf den Philippinen beobachtete ich eine große Schule von N. vivipara, in der Dutzende adulter Männchen und Weibchen gemeinsam unter der Wasseroberfläche schwammen. Jungfische mit einer Gesamtlänge zwischen 15 und 30 Millimetern bewegten sich in einem separaten, räumlich weit von den Adul- ti getrennten Trupp. Meines Wissens wurde N. vivipara bisher nicht in Gefangenschaft gehalten, sodass keine Aussage darüber möglich ist, ob sich dieses Verhalten unter den eingeschränkten Aquarienverhältnissen ändern würde. Es bleibt zu wünschen, dass weitere Aquarien- und Freilandbeobachtungen unser Wissen über diese interessante Gruppe lebendgebärender Fische künftig erweitern werden. Maren Gaulke

Die Gefleckte Seeratte oder Stumpfnasen-Chimäre (Hydrolagus colliei) ist ein Vertreter der Ordnung der Seekatzen oder Chimären und zählt wie die Haie und Rochen zu den Knorpelfischen (Chondrichthyes). Die Gattung Hydrolagus umfasst 25 Spezies, von denen nicht weniger als 22 auf der Roten Liste der bedrohten Arten aufgeführt sind. Im Gegensatz zu ihren Verwandten ist H. colliei jedoch noch weit verbreitet und tritt lokal sogar zahlreich auf. Die Art bewohnt kühle Zonen der nordamerikanischen Pazifikküste. In bis zu 900 Metern Tiefe hält sie sich bevorzugt über weichen Sedimentböden auf, wo sie Wirbellosen und Fischen, gern auch ihrem eigenen Nachwuchs, nachstellt. Gelegentlich kommen die Fische sogar an die Meeresoberfläche. Beim Umgang mit ihnen ist Vorsicht geboten, denn neben scharfen Zähnen besitzen sie einen kräftigen, aufstellbaren Flossenstrahl, mit dem sie ein zwar nicht tödliches, aber schmerzendes Gift injizieren können. Hydrolagus-Weibchen setzen nur etwa alle zwei Wochen zwei Eier ab. Erst nach einem Jahr schlüpfen die bereits 14 Zentimeter langen Jungfische. Männchen sind ab 20, Weibchen ab 25 Zentimeter Gesamtlänge geschlechtsreif, die Maximallänge liegt bei einem Meter. In Deutschland schwimmen Chimären im Berliner Zooaquarium und, wie dieses Tier, in der Stuttgarter Wilhelma. Uwe Dost

In mehreren Artikeln in DATZ 11/2014 werden die möglichen Auswirkungen eines Verbots von Wildtierimport und -haltung diskutiert. In unseren Ländern werden sehr oft punktuelle Fragen aufgeworfen und diskutiert. Meist wird auf eine allgemeinere Herangehensweise verzichtet. Was unsere Aquarienfische betrifft: Das Aussterben von Fischpopulationen wird nicht durch eine nachhaltige Befischung, sprich Nutzung, bewirkt, sondern durch eine großflächige Zerstörung von Lebensräumen. Seit mehreren Jahrzehnten werden weltweit (Südamerika, Afrika, Südostasien) jährlich 13 Millionen Hektar Tropenwald gerodet und in der Regel durch künstliche Agrarflächen ersetzt.

In den Artikel zur Revision der Harnischwelsgattung Spectracanthicus von Frank Schäfer haben sich leider ein paar Fehler eingeschlichen, deren Richtigstellung, insbesondere für Welsinteressierte, von Bedeutung ist. Spectracanthicus immaculatus ist nicht identisch mit L 363. Dieser Code wird der neuen Art zwar in der Publikation zugewiesen; ein einfacher Vergleich des Holotypus mit den wenigen Bildern, die es von L 363 gibt, reicht aber aus, um deutliche Unterschiede zwischen den beiden Arten zu erkennen. Spectracanthicus immaculatus ist vielmehr identisch mit L 269, einer Spezies, die bis zum Erscheinen der Revision als „Ancistrini sp.“ bezeichnet wurde, da sie keinem Genus zuzuordnen war.

Leider wurden die Schnauzen-Fotos der Fiederbartwelse auf den Seiten 56 und 57 miteinander vertauscht. Das linke Bild zeigt das Maul von Synodontis „Irsacae Langschnauze“, die rechte Aufnahme das Maul von S. „Irsacae Dwarf“. Wir bitten um Nachsicht. Redaktion