Jeder Aquarianer kennt Küvetten – beispielsweise für seine Analysen der Wasserwerte mittels Tropfenindikator. Mit der „netten Küvette“ hier ist aber eine Fotoküvette gemeint, ein durchsichtiger Behälter also, den man benötigt, um Wasserbewohner in ihrer richtigen Position fotografieren zu können. Wer sich auf Fischfangreisen begibt, hat gewöhnlich eine solche Küvette in seinem Gepäck.

Andere möchten vielleicht einfach und schnell ein Foto von einem ihrer Aquarienbewohner schießen, um es an Freunde zu schicken.
Fertig zu kaufen gibt es solche Behälter meines Wissens nicht – aber sehr gute Bastelanleitungen von versierten Aquarianern. Die genauen Beschreibungen umfassen alle wichtigen Angaben zum Ausmessen, Kleben und Fixieren des für den Küvettenbau erforderlichen Materials. Aber ich gehöre nun einmal zu den Menschen, die dreimal nachmessen, und dann ist es immer noch zu kurz …

Kürzlich bummelte ich mit meiner Frau durch ein Dekorations- und Haushaltswarengeschäft in Celle bei Hannover. Bei dem Rundgang fielen mir mehrere kleine Vollglas-Blumenvasen auf, die wie kleine Aquarien aussahen. Mit den Abmessungen von beispielsweise 15 mal sieben mal sieben Zentimetern scheiden sie von vornherein für die dauerhafte Haltung jeglicher Wasserbewohner aus.

Aber als Fotoküvetten, so dachte ich, lassen sie sich sicher ganz prima gebrauchen. Es kommt natürlich darauf an, welche Tiere man fotografieren möchte. Diese Vasen gibt es in unterschiedlichen Größen, und sie sind erschwinglich. Beim Kauf sollte man aber auf eine wirklich klare, verzerrungsfreie Durchsicht achten, denn manchmal ist auch bei kleinen gegossenen Glasbehältern die eine oder andere Seite uneben. Die meisten dieser „Minibecken“ sind aber in Ordnung.

Zu Hause testete ich meine neue Küvette und fotografierte einige Rote von Rio (Hyphessobrycon flammeus). Im Prinzip funktionierte das schon ganz gut. Lediglich der Hintergrund störte mich. Häufig drehen sich kleinere Fische außerdem so, dass man sie nicht von ihrer besten Seite ablichten kann.

Also musste eine Art Rückwand her, die einen möglichst neutralen Hintergrund bildete. Dabei wäre es ideal, wenn man sie innerhalb der Küvette nach vorn verschieben könnte, um zu verhindern, dass die Fische dem Fotografen ihren Rücken zukehren.

Zu diesem Zweck griff ich auf den weißen Plastikdeckel eines Zehn-Liter-Fischfuttereimers zurück. Sicher eignen sich auch andere Plastikflächen, etwa Verpackungen für Lebensmittel (Käseaufschnitt!). Dann legte ich die Küvette auf den Deckel und zeichnete die Konturen mit einem wasserfesten Filzstift sauber nach.

Die gezeichneten Linien umreißen die äußeren Maße des Fotobeckens. Für die Maße der Rückwand sollte man allerdings die Stärke des Glases berücksichtigen. Die Rückwand muss kleiner als die Küvette sein, damit man sie später vor- oder zurückschieben kann.
Mit einem sehr scharfen Messer – eine Gartenschere tut es auch – schnitt ich die kleine Wand aus. Perfektionisten können unsaubere Kanten noch begradigen und zurechtfeilen.

Damit war meine Rückwand fertig, und ich setzte sie in die Küvette ein. Eines der ersten Fotomodelle war ein Streifenhechtling (Aplocheilus lineatus); er schien mit dem Ergebnis ebenso zufrieden wie der Fotograf …

In der September-DATZ beschrieb Reinhold Wawrzynski, wie er pflanzliches Futter mittels kunststoffummantelter Tischdeckengewichte in seinen Aquarien versenkt, damit seine Harnischwelse mühelos an die Vitaminkost gelangen. Auch ich verwöhne meine Tiere gern mit „schwimmfreudigem“ Frischfutter, verwende zum Fixieren aber lieber die „Futterschraube“.

Ehrlich gesagt, stammt diese Idee gar nicht von mir: Ich fand das nützliche Utensil vor einigen Jahren auf einer privaten Internetseite. Leider notierte ich mir die Quelle aber nicht, sodass ich den Erfinder hier nicht nennen kann.