margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxPreiswerte Technik – pflegeleichte Tiere Von Daniel Knop. 328 Seiten, rund 350 Farbfotos, Hardcover. Dähne Verlag, Ettlingen, 2016 (achte Auflage). ISBN 978-3-944821-19-1. 29,80 €

Daniel Knop hat sein Standardwerk neu aufgelegt und aktualisiert. Allein der Umstand, dass seine „Riffaquaristik für Einsteiger“ in der achten Auflage erscheint, bestätigt ihre Beliebtheit und ihren Wert. Wenn eine Publikation so lange auf dem Markt besteht, kann sie nicht schlecht sein. Natürlich nagt der Zahn der Zeit an solchen Veröffentlichungen. So war es nur konsequent und sinnvoll, das Buch komplett zu überarbeiten und neu zu bebildern. Herausgekommen ist allerdings nicht das, was auf dem Titel steht. Bitte nicht falsch verstehen: Das Werk ist ausgezeichnet und vollgestopft mit Wissen! Ein reines Einsteigerbuch ist es aber gewiss nicht. Dafür enthält es viele Informationen und Hinweise, die ein Einsteiger nicht unbedingt braucht oder von denen er sogar besser die Finger lässt. Der Anfänger in der Meeresaquaristik sollte ganz sicher keine Seepferdchen halten oder Steinkorallen oder Muränen, auch wenn diese Tiere möglicherweise ganz „pflegeleicht“ sind und wenn dies heute mit der passenden Technik (und der entsprechenden Erfahrung) gut machbar ist.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie Haltung des Scheibenbarsches im Wandel der Zeit Von Peter Pretor. 32 Seiten, 36 Farbfotos, Klammerheftung. AKFS, Selbstverlag, 2015. ISSN 1864-8681. 5 € (es gibt nur noch Restbestände, die über den Autor zu beziehen sind)

Die Aquarienhaltung eher unscheinbarer Kaltwasserfische und Fische der Subtropen gehört im Zeitalter der schicken Design- und Nano-Aquaristik, bei der oft das Prinzip „Form follows function“ ad absurdum geführt wird, sicher nicht zum Mainstream. Zu den kommerziell eher uninteressanten Kaltwasserfischen der Subtropen zählt der Scheibenbarsch (Enneacanthus chaetodon) aus der Familie der Sonnenbarsche. Diesem altbekannten, jedoch nahezu in Vergessenheit geratenen Fisch von Nordamerikas Ostküste widmete der AKFS im Herbst 2015 ein Sonderheft, das – wenig spektakulär – unter dem Titel „Die Haltung des Scheibenbarsches im Wandel der Zeit“ erschien. Der scheinbare Anachronismus, der mit der Pflege nordamerikanischer Scheibenbarsche verbunden ist, wird gleich zu Beginn dokumentiert: Peter Pretor, Jahrgang 1940 und einzi- ger Autor des Sonderhefts, schildert dem Leser seinen ersten Kontakt mit dem Scheibenbarsch, der 1948 zu seinem achten Geburtstag zustande kam und beinahe 70 Jahre zurückliegt. (Seinerzeit assoziierte der Aquarianer mit Garnelen sicher nur den Begriff „Lebendfutter“.) Pretors weitere aquaristische Begegnungen mit dem Scheibenbarsch im Lauf der Jahrzehnte und die Pflege dieser ruhigen Art, die immer im Schatten des auch optisch auffälligeren Gemeinen Sonnenbarsches (Lepomis gibbosus) stand, sind wunderbar zu lesen, überaus detailreich – und Lichtjahre vom aquaristischen Zeitgeist entfernt. Fazit: Diese Publikation gehört nicht nur in die Hände von Spezialisten. Sie zeigt allen aquaristisch Interessierten, auf was es mehr denn je ankommt: Es geht um die Lebewesen hinter Glas, die wir pflegen, beobachten und von denen wir auch lernen wollen – und nicht um Statussymbole oder technische Spielereien. Der Scheibenbarsch ist dafür sehr gut geeignet – und dieses Sonderheft ebenfalls. Christian Matz

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDas erstaunliche Zusammenleben von Tieren und Pflanzen Von Ewald Weber. 248 Seiten, 50 Fotos. Verlag C. H. Beck, München, 2015. ISBN 97834006660269. 19,95 €

„Die Begegnungen der Arten und ihr Umgang miteinander sind so vielfältig wie die Arten selbst.“ Der Schweizer Biologe Ewald Weber beschreibt auf knapp 250 Seiten spannende Beziehungen von Pflanzen und Tieren, von „Fressen und Gefressenwerden“, er erzählt von „Lebensgemeinschaften, in denen alle Beteiligten aufeinander angewiesen sind“. Und bei all diesen so unterschiedlich gearteten Beziehungen ist eines gewiss: Sie reichen von „freundlich und helfend bis zu eigennützig und todbringend“. Ein weiter Bogen, der von den kleinsten Tieren und Pflanzen bis zu den Giganten reicht. Schade, dass schon die Inhaltsangabe keine klare Strukturierung zeigt, die einzelnen Kapitel sind plakativ überschrieben, versprechen aber etwas, das Text und Präsentation nicht halten: Die eingefügten Fotos sind keine erhellenden Beigaben, auf die meisten hätte man auch verzichten können; eine intensivere und gezieltere Bebilderung allerdings hätte den sicher sehr spannenden Geschichten einen visuellen Glanz gegeben. Dass die Natur eine einzige „Beziehungskiste“ ist, weiß Weber mit vielen Beispielen zu belegen, Beziehung im Guten wie im Schlechten. „So nehmen Schmetterlinge, die auf Kreuzblütengewächse spezialisiert sind, ... die Giftstoffe ihrer Futterpflanze auf und lagern sie in ihren Zellen ein.

Von Josef H. Reichholf (mit Illustrationen von Johann Brandstetter). 240 Seiten, fester Einband. Carl Hanser Verlag, München, 2016. ISBN 978-3-446-24521-1. 22,90 € (Österreich 23,60 €)

Jeder Aquarianer wird sich früher oder später nicht mehr mit der Pflege und dem Betrachten seiner Fische begnügen, sondern sich auch an der Nachzucht versuchen. Unter den Nachkommen wird er besonders schöne oder ausgefallen gefärbte Exemplare für die Weiterzucht auswählen, andere aussortieren, seltene und ungewöhnliche Färbungen möglichst rein zu erhalten versuchen. Dass diese Zuchtwahl eine vom Menschen gemachte und gesteuerte Evolution im Schnelldurchgang ist, dürfte ihm bewusst sein. Tatsächlich ist der Begriff „Evolution“ im Alltag in allen erdenklichen Zusammenhängen präsent. Jedes Kind lernt ihn spätestens in der Schule kennen, und das Beispiel der Darwinfinken für die Auffächerung einer einzigen Ausgangsform in viele besonders spezialisierte neue Arten ist auch Allgemeingut. Dass Evolution aber weit mehr als Darwins Theorie und eine wissenschaftliche Erklärung für die zurückliegende Naturgeschichte ist, nämlich vielmehr ein fortwährender dynamischer Prozess, der immer und überall – auch in unserem eigenen Leben – weiterhin stattfindet, ist wohl kaum Gemeinbesitz. Wieso begegnen uns evolutionäre Prozesse wie die Gruppenbildung im Alltag jeder Schulklasse? Was genau macht den Menschen eigentlich aus und unterscheidet ihn von den Tieren? Warum sind wir bei allen damit verbundenen Nachteilen nackt? Warum laufen wir auf zwei Beinen? Wie kommen die optisch ganz beträchtlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Ethnien zustande, und warum ist es keineswegs überall auf der Welt so, dass die Menschen unter der stechenden Sonne am Äquator die dunkelste und näher bei den Polen die hellste Hautfarbe aufweisen? Diesen vermeintlich einfachen Fragen ist gemeinsam, dass die passenden Antworten weit komplexer und unerwarteter ausfallen, als zunächst gedacht. Der renommierte Zoologe Josef H. Reichholf hat sich dieser und noch vieler anderer spannender Fragestellungen angenommen.

40 Naturwunder vor deiner Haustür: entdecken – staunen – ausprobieren
Vom Bund Naturschutz in Bayern e. V. 90 Seiten, rund 40 Abbildungen, spiralgebunden. Oekom Verlag, München, 2016. ISBN 9783865817853. 9,95 €

„Die Natur steckt voller Wunder. Um sie zu entdecken, musst du nicht weit reisen. Direkt vor unserer Haustür öffnet sich die Trickkiste Natur.“ Na, dann – auf geht’s! Warum können Wasserläufer über die Wasseroberfläche laufen? Wie kann ich herausfinden, ob eine Erdkröte ein Männchen oder ein Weibchen ist? Wie kann ich an der Form von Fichten- und Kiefernzapfen die Luftfeuchtigkeit ablesen? Es sind die kleinen Dinge mit den grossen Geheimnissen, die vor der Haustür lauern und darauf warten, entdeckt zu werden. 40 Naturphänomene stellt das spiralgebundene, flexible Heftchen vor, kleine Naturwunder, die von der ganzen Familie ausprobiert und erforscht werden können. Da gibt es höchst wirkungsvolle Mechanismen von Pflanzen, um Blütenpollen auf den Weg zu bringen, das praktiziert beispielsweise die Salbeiblüte. Wer sie „betritt, bekommt automatisch den Rücken mit Pollen bepudert“.