margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxvon Manfred K. Meyer. 436 Seiten, 136 Verbreitungskarten, 684 Farbfotos, 68 einfarbige Abbildungen. Eigenverlag (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), 2015. ISBN 978-3-00-048777-4. 89 €

Im Jahr 1985 erschien aus der Feder von Manfred Kurt Meyer und seinen Mitautoren Lothar Wischnath und Wolfgang Foerster das Standardwerk „Lebendgebärende Zierfische – Arten der Welt“. Das Buch war in gewisser Weise ein Nachfolger des bereits 1969 veröffentlichten Titels „Lebendgebärende Fische der Süßgewässer“ vom „Altmeister der Lebendgebärenden“, Kurt Jacobs, seinerzeit ebenfalls ein Grundlagenwerk.
Zwischen 1969 und 1985 waren etliche Arten neu entdeckt und zahlreiche sys­tematische und taxonomische Erkenntnisse gewonnen worden. Diese Entwicklung endete natürlich auch nach dem Erscheinen des „Meyer, Wischnath & Foerster“ nicht, und bis in die ­Gegenwart werden aquaristisch und wissenschaftlich neue Arten auf­gespürt und beschrieben.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Caspar Henderson und Judith Schalansky (Hg.), übersetzt von Daniel Fastner. 352 Seiten, Softcover (Leinenband), mit Illustrationen von Pauline Altmann. Matthes & Seitz, Berlin, 2014. ISBN 978-3-95757-030-7. € 38 (zurzeit wohl nur als E-Book erhältlich)

Für gestandene Aquarianer, Naturliebhaber, Biologen und andere, die nicht nur an der Natur interessiert sind, sondern sich auch mit ihr beschäftigen, wird dieses Buch vermutlich keine große Strahlkraft entfalten. Denn welcher Vivarianer wird den Axolotl als Monster verstehen oder eine bizarre Echse oder einen wunderschönen Tiefsee-Tintenfisch? Ganz im Gegenteil, wir finden diese Tiere faszinierend.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxWie Wildschwein, Waschbär, Wolf und Co. unsere Städte erobern
Von Sebastian Lotzkat. 304 Seiten, 56 Fotos. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2016. ISBN 978-3-499-63166-5. 10,99 €

Ein handliches Taschenbuch, mit über 300 Seiten nicht ganz dünn, aber mit geballtem Wissen, so kurz und knapp lässt sich das vorliegende Werk beschreiben. Doch das wird dem DATZ-Leser nicht genügen, und so werde ich selbstverständlich ein wenig in die Tiefe gehen. Bereits auf den ersten Seiten merkt der geneigte Leser, dass Lotzkat nicht nur promovierter Biologe ist, sondern vielmehr ein Amateur im besten Sinne (lat. amator = „Liebhaber“) – er ist ein echter Naturliebhaber, der eben seine Passion zur Profession gemacht hat und mit der Feder eines Gelehrten und eines Liebhabers zugleich schreiben kann. Das ist eine hohe Kunst, denn dieses Buch ist eines, das nicht nur den Leser anspricht, der einmal ein Wildschwein in seinem Kartoffelbeet beobachtet hat, einen Waschbären auf dem Dachboden erlebt hat oder der im Stadtpark Enten, Möwen und Tauben füttert, sondern das auch den bereits erfahrenen Naturfreund oder gar den studierten Naturwissenschaftler zu erreichen vermag.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Claude Martin. 352 Seiten, viele farbige und SW-Abbildungen, Hardcover. Oekom Verlag, München, 2015. ISBN 978-3-86581-708-2. 22,95 €

Im Jahr 1972 erschien der erste Bericht an den „Club of Rome“, einen weltweiten Zusammenschluss von Umweltexpertinnen und -experten. Er trug den Titel: „Die Grenzen des Wachstums.“ Der Autor – Dennis Meadows – beschrieb darin erstmals die übermäßige Ausbeutung unseres Planeten. Nun legte einer der früheren Generaldirektoren des WWF (World Wide Fund For Nature) den 34. Bericht an den Club of Rome vor. Claude Martin schildert in diesem Werk den derzeitigen Zustand der tropischen Regenwälder der Erde und die Zukunftschancen dieser global bedrohten Ökosysteme. Der Münchener Oekom Verlag brachte das Buch in deutscher Übersetzung auf den Markt und setzt dabei wieder einmal Akzente als deutscher Verlag mit deutlichstem Umweltprofil. In neun Kapiteln findet sich alles, was man zurzeit über den Zustand der Regenwälder wissen kann – und vor allem eine passgenaue Agenda, um die noch vorhandenen Flächen unter Einbeziehung wirtschaftlicher Interessen für die zukünftigen Generationen zu erhalten.

Von Axel Kwet. 352 Seiten, 325 Farbfotos, 155 Karten, fünf Zeichnungen, 14 QR-Codes, Breitklappen-Broschur mit ausklappbaren Umschlagseiten. Franckh-Kosmos Verlags- GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2015. ISBN 978-3-440-14619-4. 29,99 €

Axel Kwet behandelt in 155 Steckbriefen mit ebenso vielen Karten sämtliche Lurche und Kriechtiere Europas. Als Grenze zwischen Europa und Asien zieht er eine gedachte Linie, die „vom Nordkap etwa entlang des 30. Längengrades über die Karpaten und Rhodopen bis zum Schwarzen Meer und dann über das Donaudelta zum Ägäischen Meer und weiter nach Süden entlang der kleinasiatischen Küste verläuft“. Dabei rechnet Kwet direkt vor dem kleinasiatischen Festland gelegene Inseln wie Rhodos, Kos, Samos, Lesbos oder Chios, die geografisch ja zu Asien gehören, zu Europa. „Nicht berücksichtigt sind […] Arten, die ausschließlich in Kleinasien, im Kaukasus oder auf den zu Afrika zählenden Inseln wie Madeira, die Kanaren, die Azoren und die Selvagem-Inselgruppe vorkommen“ (Seiten 12, 13). In einigen Steckbriefen sind weitere, mit den explizit vorgestellten Arten nahverwandte Spezies, die aus neueren Revisionen oder aktuelleren genetischen Untersuchungen „hervorgegangen“ sind, abgehandelt oder zumindest erwähnt, etwa beim Laubfrosch (Hyla arborea) die Taxa H. molleri und H. orientalis oder bei der Blindschleiche (Anguis fragilis) die Taxa A. cephallonica, A. colchica incerta, A. c. orientalis, A. veronensis und A. graeca, woraus sich die in den Titeln genannten Artenzahlen ergeben – wenn auch nicht ganz eindeutig: Ist auf dem Cover von „214 Arten mit Verbreitungskarten“ die Rede, heißt es im Haupttitel (Seite 3): „250 Arten mit Verbreitungskarten“. Nach Titelei und Inhalt liefert der Autor ab Seite 8 einige grundlegende Informationen über Amphibien und Reptilien in Europa, umreißt das behandelte Verbreitungsgebiet (siehe oben), streift die Artenvielfalt der europäischen Herpetofauna (214 Spezies für die bearbeitete Region), erörtert auf gut zwei Seiten (14 bis 16) taxonomische Probleme und Entwicklungen (Artabgrenzungen, Artaufspaltungen, Neubeschreibungen) und diskutiert Gefährdung sowie Schutzmaßnahmen (Seiten 16 bis 19).