Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

limnomysis benedeni_01Vor sechs Jahren wurde zum ersten Mal die Donau-Schwebegarnele als neozoische Art im Bodensee nachgewiesen. Ich selbst hatte erst 2010 die Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen mit Limnomysis benedeni, obwohl ich schon seit 20 Jahren das Plankton des Bodensees mikroskopisch untersuche.

Fundort war die Insel Reichenau, die am „Gnadensee“ genannten Teil des Bodensees liegt. Hier war ich eigentlich auf der Jagd nach dem Raubwasserfloh (Polyphemus pediculus), von dem ich wusste, dass er sich gern im Schatten unterhalb eines Stegs um dessen Pfähle herum aufhält. Deshalb zog ich eine Probe im Wasser unterhalb dieses Stegs und eine weitere im freien Wasser davor. Ich kontrollierte beide an Ort und Stelle und entdeckte in der „Unter-Steg-Probe“ zwei Augenpaare, die sich erst bei genauem Hinsehen Süßwassergarnelen zuordnen ließen. Ich hatte zwei Exemplare von acht bis zehn Millimetern Länge erwischt. In der Probe aus dem offenen Wasser ließ sich dagegen keine Garnele finden. Autor: Martin Kreutz

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 09/12

zwergkrpflingDer Zwergkärpfling (Heterandria formosa) ist einer der kleinsten Lebendgebärenden Zahnkarpfen, und auch der Nachwuchs ist winzig. Die Weibchen gebären über einen Zeitraum von mehreren Wochen alle paar Tage einige Jungtiere, denen die erwachsenen Artgenossen nicht nachstellen. Die Jungen haben einen gering ausgeprägten Fluchttrieb und schließen sich bald der Gruppe an.

Zufällig gelang es mir, die Geburt einer kleinen H. formosa aus nächster Nähe zu beobachten. Im unmittelbaren Größenvergleich zur Mutter schien mir das Jungtier gar nicht mehr so klein. Vielleicht war der „Kleine“ aber auch etwas zu groß geraten, denn die Geburt zog sich eine ganze Weile hin. Diese Chance ließ ich mir natürlich nicht entgehen und holte sofort die Kamera hervor, um ein paar Bilder von dem Ereignis zu schießen. Nach einer Weile machte ich mir dann aber Sorgen, ob das Weibchen es überhaupt schaffen würde. Das Jungtier hing nämlich schon recht lange und machte gar keine Anstalten, den Geburtskanal zu verlassen. Ich überlegte sogar, ob es sinnvoll sei, Geburtshilfe zu leisten …

Glücklicherweise entschied sich der kleine Zwergkärpfling dann aber doch noch, auf natürliche Weise das Licht der Welt zu erblicken, sodass mein Eingreifen nicht nötig wurde. Autorin: Elke Weiand

kaninchen1kaninchen2Unter der Rubrik „Aufgetaucht“ stellte Daniel Heerz in der Februar-Ausgabe dieser Zeitschrift den äußerst selten importierten Goldfleck-Kaninchenfisch (Siganus guttatus) vor, den er bei einem Importeur entdeckt hatte. Einige Angaben bedürfen einer Ergänzung.

Der Fisch ist nicht, wie angegeben, im tropischen West-Pazifik weit verbreitet, sondern auf einen relativ kleinen Bereich beschränkt, der den östlichen Indischen Ozean (Andamanen, Indonesien) bis zu den Philip­pinen umfasst. Östlich und südlich davon lebt der äußerlich nur an der Färbung, nicht aber an den Körper­maßen und -proportionen unterscheidbare Wellenlinien-Kaninchenfisch (S. lineatus), der statt der Tüpfel feine Längslinien besitzt, die gegen den Bauch und zum Schwanz hin in Punktreihen aufgelöst sein können. Beide Arten besitzen einen gelben Schwanzfleck, der somit nicht nur für S. guttatus kennzeichnend ist – bei jener Art war er dennoch namensgebend.

Interessant ist ferner, dass im Raum Sri Lanka–Südindien–Lakkadiven wieder eine mit Linien gezeichnete Form auftaucht, gleich der aus dem östlichen West-Pazifik. Manche Autoren glauben, dass sie eine eigene Art darstellt, da diese Population einige tausend Kilometer von der anderen entfernt vorkommt. Debelius und Kuiter nennen sie auch „Sri-Lanka-Kaninchenfisch“ (Siganus cf. lineatus, auch Siganus sp.).

Aber umgekehrt gibt es eben auch die Auffassung, dass es sich wegen der übereinstimmenden Körpermaße nur um Farbvarianten einer einzigen Art handelt, die dann den Indo-West-Pazifik besiedelte und S. guttatus heißen müsste.

Autor: Horst Moosleitner

seestern 04Vor einigen Wochen besuchte mich eine Freundin und brachte mir ein kleines, mit Sukkulenten bepflanztes Gefäß mit. Es hat die Form eines Seesterns und fühlt sich rau an, etwa so wie Sandstein. Das Material ist empfindlich und zerbröselt leicht.

„Das passt doch gut in dein mit Muschelschalen und Sand dekoriertes Gäste-WC.“ Da hatte sie Recht, der bepflanzte „Seestern“ fand gleich seinen Platz unter dem Fenster. Die Pflanzen wurden regelmäßig mit ein paar Tropfen Wasser versorgt und gediehen. Wahrscheinlich war es aber zu viel Wasser, denn die Gewächse sahen nach einiger Zeit nicht mehr gesund aus. Um sie zu entfernen, drehte und wendete ich das Teil und nahm einen merkwürdigen Geruch wahr. War der Seestern etwa echt? Ja, eindeutig!

Nach Rücksprache mit meiner Freundin fuhr ich in den Gartenmarkt, in dem sie das Stück gekauft hatte. Ihr war nicht bewusst, dass es sich um ein Tierpräparat handelte.

In dem Geschäft suchte ich alle Tische ab, konnte jedoch keine Seesterne entdecken; auf Nachfrage erfuhr ich, dass die Teile sehr schnell ausverkauft waren. „Sie waren ja auch sehr hübsch“.

Natürlich wollte ich wissen, woher die Ware stammte. Man erklärte mir, dass alle in diesem Markt angebotenen Pflanzen und Deko-Artikel bei einem Großhändler in den Niederlanden ersteigert werden. Aber ist es wirklich nötig, Tiere für solche Zwecke zu präparieren?

Die erwähnten Muschelschalen habe ich übrigens an Nord- und Ostsee selbst gesammelt.

Autorin: Marion Ruttkowski

img 9029_dhEin wunderschönes Zusammenspiel unterschiedlichster Farben bietet dieser mit Krustenanemonen (Zoanthus sp.) bewachsene Stein, den ich auf der Interzoo auf dem Messestand der Firma „Preis Aquaristik“ entdeckte. In dem von der „Ricordea-Farm“ eingerichteten Aquarium wurde die Kolonie neben weiteren erlesenen Krusten- und Scheibenanemonen präsentiert.

Betrachtet man die Kolonie genau, entdeckt man eine Vielzahl von Farbvarianten. So finden sich neben intensiv grün, türkisfarben und blau fluoreszierenden auch rote Töne in verschiedenen Kombinationen.

Sandra Preis importierte die ungewöhnlich prächtige Kolonie aus Vietnam. Von dort gelangen immer wieder sehr hübsche Blumentiere und andere Wirbellose zu uns. In der Regel werden ein oder bestenfalls zweifarbige Krustenanemonenkolonien eingeführt. Mehrfarbige Kolonien hingegen sind selten und bei den Liebhabern umso begehrter. Zoanthus lassen sich in nitrat- und phosphatarmem Wasser gut pflegen. Unter blau betonter Beleuchtung bleiben ihre Farben eher erhalten und erstrahlen intensiver.

Im Riff besiedeln Krustenanemonen abgestorbene Korallen und andere freie Flächen. Manche Arten sind mit ihrem kräftigen Wachstum sogar in der Lage, Korallen und andere Wirbellose vom Substrat zu verdrängen.

Autor: Daniel Heerz