Rückmeldungen zur jeweiligen DATZ-Ausgabe

die grne hlleDiesen Bericht möchte ich zum Anlass nehmen, um kurz auf den „Liniendornwels“ einzugehen, den wir aus dem Zoohandel kennen. Jahrelang wurde angenommen, es handele sich bei dem beliebten Dornwels um Platydoras costatus. Das ist aber nicht richtig, die kor­rekte wissenschaftliche Bezeichnung lautet vielmehr Platydoras armatulus. Der echte P. costatus bewohnt ein eng begrenztes Gebiet in Surinam und Französisch-Guayana. Möglicherweise lebt die Art außerdem in ­küstennahen Regionen Brasiliens.

Die im Handel auftauchenden Exemplare stammen hingegen meist aus dem Oberlauf des Río Amazonas, von wo sie beispielsweise über Iquitos (Peru) eingeführt werden. Der Ichthyo­loge und Welsexperte Mark H. Sabaj Pérez bestätigte mir, dass P. armatulus sehr viel kontrastreicher gefärbt ist als P. costatus. Während bei der zuletzt genannten Art der helle Seitenstreifen zur Schwanzflosse hin immer schmaler wird und schließlich endet, reicht er bei P. ­armatulus bis in die Caudale hinein. Nachzulesen ist das auch in der unten aufgeführten Arbeit.

Ein P. armatulus sehr ähnlicher Doradide ist Orinocodoras eigenmanni. Bei dieser Art ist jedoch die Kopfpartie länger, und auch die Adipose (Fettflosse) ist größer als bei P. armatulus.

Platydoras armatulus wurde aus dem Río Paraná beschrieben (Valenciennes in Cuvier & Valenciennes, 1840), ist aber über weite ­Teile Südamerikas verbreitet und auch im Amazonas- sowie im Río-Orinoco-Becken anzutreffen. Im Río-Beni-Einzug in Bolivien konnte ich P. armatulus ebenfalls nachweisen.

Die Art lebt überwiegend in Uferböschungen, Holzansammlungen und großen, überschwemmten Wiesen. Im Aquarium ist sie einfach zu pflegen und robust. Trotz ihrer Endgröße von ungefähr 25 Zentimetern Gesamtlänge benötigt P. armatulus kein besonders geräumiges Becken, da die Art sich sehr ­ruhig verhält.

Durch das Reiben des ersten Brustflossenstrahls in der Gelenkpfanne des Schultergürtels können die Fische ein „Knurren“ erzeugen, das insbesondere nachts oft zu vernehmen ist.

Die Geschlechter lassen sich an adulten Tieren einfach unterschieden: Männchen sind schlanker als Weibchen.

Die Nachzucht hingegen ist noch ein kleines Mysterium. Bisher konnte zwar kein Laichakt beobachtet werden, aber es tauchten bereits Larven im Aquarium auf. Ich vermute, dass es sich bei ­diesen Fischen um Freilaicher handelt, die ihre Eier in großen Mengen in einer schützenden Umgebung ablegen. Im Aquarium kann das etwa eine dichte Vallisneria-Bepflanzung sein.

Nur der Vollständigkeit halber sei auch noch erwähnt, dass L 134 bereits 2010 von De Oliveira et al. als Peckoltia compta beschrieben wurde.

Autor: Daniel Konn-Vetterlein

img 4662_bSeit nunmehr drei Jahren bin ich begeisterter DATZ-Leser und freue mich jeden Monat, wenn ich die aktuelle Ausgabe in meinem Briefkasten finde.

Auch das März-Heft verschlang ich mit großem Eifer, dabei stolperte ich jedoch über einen Fehler in dem Artikel von Stephanie Schreiter. Da ich mich früher sehr ausgiebig mit Käfern beschäftigte, fiel mir auf, dass das Bild auf Seite 49 oben keinen Gelbrandkäfer, sondern einen Furchenschwimmer (Acilius sulcatus) zeigt, und zwar ein Männchen, was anhand der fehlenden (behaarten) Längsfurchen zu erkennen ist.

Vor etlichen Jahren hatte ich das Glück, sechs Furchenschwimmer in einem Aquarium als Kurzzeitgäste zu halten. Diese kleinen Schwimmer zeigen ein derart interessantes Verhalten, dass es eine wahre Freude ist, sie zu beobachten. Allerdings ist die Haltung eines solchen „Rudels“ nichts für schwache Nerven, denn die Gier dieser Wirbellosen kennt keine Grenzen. Alles, was sich erbeuten lässt, wird gefressen. Ich erlebte sogar, dass sich mehrere Exemplare auf einen gut vier oder fünf Mal so großen Kammmolch, den ich wenige Tage zuvor halbtot aus einem vertrockneten Tümpel gerettet hatte, stürzten und gemeinsam zur Strecke brachten. Nach diesem Zwischenfall beschloss ich zum Wohl der weiteren Aquarienbewohner, die Käfer wieder in ihre Heimat zu entlassen. Dennoch wird anhand dieser Beobachtung vielleicht deutlich, wie spannend die Haltung einheimischer Wirbelloser (im Rahmen des gesetzlich Erlaubten!) sein kann.

In diesem Sinne vielen Dank für das spannende Titelthema!

Autor: Florian Schurig

planarien… noch ’n Kaffee, noch ’n Brei ... „Planarien“ sind nicht wählerisch, wenn es ums Fressen geht.

Allein in Europas Süßgewässern gibt es über 400 Arten. Die meisten Strudelwürmer (Klasse Turbellaria) ernähren sich karnivor (fleischfressend), als Beute kommt fast alles infrage: Fischlaich, Jungfische, kleine Garnelen, Fischkadaver.

Meist bleiben die lichtscheuen Würmer lange unentdeckt. Erst wenn sie bei übermäßigem Nahrungsangebot massenhaft die Aquarienscheiben bevölkern, ist des Aquarianers Seelenruhe empfindlich gestört.

So einfach man sich die Würmchen einfängt (neue Wasserpflanzen, Lebendfutter), so schwierig lassen sie sich wieder vertreiben, sie sind Überlebenskünstler: Starker Frost und große Hitze können ihnen kaum etwas anhaben. Selbst jahrelange Hungerperioden machen ihnen nichts aus, und bei zerteilten Tieren wächst aus jedem Stück (!) wieder ein neues Exemplar heran.

Auf dem Foto vergreifen sich zwei Planarien an einem Blasenschnecken-Gelege. Nachdem einige der Mollusken über den Laich meiner Boraras brigittae hergefallen waren, ließ ich die Würmchen gewähren.

Wie ich sie wieder loswerde? In der DATZ gab es mehrere hilfreiche Artikel. Die werde ich mir in aller Ruhe durchlesen – bei ’ner Tasse Kaffee und ’ner Scheibe Toast.

Autor: Roland Schreiber

biosphre 02In der Rubrik „Testlauf“ stellte Kriton Kunz in DATZ 9/2011 die „EcoSphäre“ der Firma „EcoSphere Europe“ vor, ein kleines, geschlossenes Salzwasser-System, das als lebenden Besatz eine Algenart und wenige Zwerggarnelen sowie Bakterien enthält. Steht es in einem temperierten Raum in Fensternähe, wachsen Algen und Bakterien, Nahrung und Sauerstoff für die Garnelen werden produziert. Deren Ausscheidungen (Kohlen­dioxid, Stickstoffverbindungen) wiederum sind die Grundlage für das Algenwachstum – ein kleiner Kreislauf, der über mehrere Jahre funktionieren soll.

Mein forschungsfreudiger Sohn wollte gleich eine solche „Biosphäre“ nachbauen. Die Idee: Was mit Salzwasser funktioniert, müsste doch auch mit Süßwasser gelingen. Autorin: Petra Fitz

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 06/12

afrik-welseMit großem Interesse las ich den Artikel von Erwin Schraml (DATZ 1/2012) und den Leserbrief dazu von Heinz H. Büscher (DATZ 3/ 2012) und erinnerte mich dabei an meine Erfahrungen mit dem Brutpflegeverhalten des Tanganjikasee-Stachelwelses (DATZ 12/2010): Bereits ein knappes Jahr, nachdem ich meine Lophiobagrus cyclurus Ende 2005 von Ilse Lass und Guido Höner bekommen hatte, laichten die Welse in einem meiner Aquarien, und ich konnte den ersten Nachwuchs aufziehen.

In der Folge sorgten die Elterntiere regelmäßig für Nachwuchs, sodass ich viele interessante Beobachtungen machen konnte. So stellte ich etwa fest, dass die Partner bis zu mehrere Wochen lang einen Unterschlupf besetzen können, bevor es zur Laichabgabe kommt. Bei der Paarung selbst geht es dann offenbar nicht sehr zärtlich zu, da die Weibchen anschließend zahlreiche Kratzer, oft auch eingerissene Flossen aufweisen; eines meiner Weibchen verlor sogar ein Auge.

Die Zeit, die das Weibchen nach der Laichabgabe noch in der Bruthöhle verbringen darf, variiert ebenfalls. Meist wird es vom Männchen nur noch wenige Tage geduldet, einmal fand ich jedoch beide Partner mit bereits voll entwickelten Jungwelsen in einer Höhle.

Eine klassische Maulbrutpflege konnte ich allerdings nie beobachten, auch nicht, als ich eine halbierte Kokosnussschale an der Frontscheibe platzierte, um jederzeit Einblick in das Geschehen zu haben. Ich sah aber, dass die Männchen bei Störungen den Laichballen nahezu komplett ins Maul aufnehmen können und schließlich damit davonschwimmen. In den meisten Fällen waren die Laichklumpen jedoch so groß, dass noch einige Eier herausschauten und das Männchen das Maul nicht mehr schließen konnte. Eine dauerhafte Maulbrutpflege über mehrere Stunden oder gar Tage ist meines Erachtens eher unwahrscheinlich.

Einmal entfernte ich unabsichtlich den Unterschlupf eines pflegenden Männchens. Das Tier wirkte sehr nervös und schnappte sich umgehend den Laichballen, um damit zu verschwinden. Schnell suchte es einen anderen Unterschlupf auf. Nur wenig später schaute sein Kopf aus diesem Versteck ­heraus, die Eier hatte das Tier in der neuen Höhle abgelegt.

Aufgrund dieser Beobachtungen und der Größe der Laichballen kann ich mir schwer vorstellen, dass L. cyclurus in der Natur reine Maulbrüter sind. Ich denke eher, dass Ochi et al. ein gestörtes Männchen gefunden hatten, das einfach – mit dem Nachwuchs im Maul – die Flucht ergreifen wollte.

Dass L. aquiles ein stärker ausgeprägtes Maulbrutpflegeverhalten aufweist, möchte ich dagegen nicht bezweifeln. Dafür sprechen jedenfalls die häufigeren Funde von Männchen mit ­Eiern und Brut im Maul sowie die zahlenmäßig kleineren Gelege, die wohl eher geeignet sind, längere Zeit im schützenden Maul zu bleiben.

Autor: Oliver Drescher