Jahreszeitlich bedingt begann jetzt die Importsaison für wildgefangene Panzerwelse, und in kleinen Stückzahlen erreichen uns auch Arten, die dem üblichen Corydoras- Schema so gar nicht entsprechen. Dazu zählt C. fowleri, eine sehr variantenreiche Spezies. Man ist immer noch weit davon entfernt, die Biologie dieser etwa acht Zentimeter lang werdenden Welse zu kennen. Aufgrund der geringen Produktivität (nur etwa 40 Eier pro Laichgang) sind diese Fische für Berufszüchter kaum interessant, für Liebhaber indes umso mehr! Frank Schäfer

„Cooler“ Buntbarsch

Die Erdfresser der Gattung Gymnogeophagus sind meist attraktiv gefärbt und zeigen ein vielfältiges Brutpflegeverhalten. Sie sind Tiere der Subtropen, die man in ungeheizten Aquarien pflegt. Nur zur Nachzucht erhöht man die Wassertemperatur. Am besten gedeihen die Fische, wenn sie zeitweise im Freiland gepflegt werden, in unseren Breiten etwa von Mai bis September. Aquarium Glaser importierte G. caaguazuensis aus Paraguay, eine der kleinsten Arten der Gattung (maximal zwölf Zentimeter Gesamtlänge) und larvophiler Maulbrüter.

Feurige Grundel

Ebenfalls zeitweise kühl mag es die Flammengrundel (Rhinogobius zhui) aus Südchina. In ihrer Heimat bewohnt die etwa fünf Zentimeter lang werdende Art Bäche und kommt häufig gemeinsam mit der gut bekannten Weißwangengrundel (R. duospilus, früher R. wui) vor. In der Gattung Rhinogobius gibt es Arten mit kleinen, zeitweise planktonisch im Meer lebenden Larven und solche mit relativ großen, immer im Süßwasser bleibenden Jungfischen. Rhinogobius zhui gehört zur zweiten Gruppe und gilt daher als vergleichsweise gut nachzüchtbar.

Hübscher Ährenfisch

Die zwergigen Ährenfische der Gattung Pseudomugil erreichen kaum fünf Zentimeter Länge, die meisten bleiben sogar deutlich kleiner. Ihrer leuchtenden Augen wegen werden sie oft auch als „Blauaugen“ bezeichnet. Aquarium Glaser führte kürzlich P. pellucidus aus Neuguinea ein. Bei dem glasartig durchsichtigen Körper der etwa vier Zentimeter lang werdenden Art leuchten die Augen besonders strahlend. Die Fische sind polychromatisch: In ein und demselben Schwarm gibt es Tiere mit gelben und roten Streifen in der Afterflosse, schön sind beide Varianten.
Frank Schäfer

Die 13 Kaiserfische der Gattung Pomacanthus zählen zu den schönsten Riffbewohnern und werden regelmäßig im Zoofachhandel angeboten. Es handelt sich um große Fische, einige Arten erreichen bis zu 60 Zentimeter Gesamtlänge. Infolge ihrer großen Reviere ist die Bestandsdichte im Riff gering. Durch Fang können einzelne Popula­tionen durchaus dezimiert werden. Allerdings findet man große Tiere auch auf den Märkten in ihren Herkunftsländern als Speisefische.
Der Ringkaiserfisch (Pomacanthus annularis) ist von Sri Lanka über Thailand und die Philippinen bis zu den Salomonen verbreitet. Er bewohnt Küstenriffe mit spärlichem Bewuchs vom Flachwasser bis in rund 60 Meter Tiefe. Wie alle Kaiserfische sind jugendliche Tiere dunkelblau und weiß gestreift. Erwachsene zeigen blaue Diagonalstreifen auf braunem Grund und einen blauen Ring oberhalb des Kiemendeckels. Die Art wird zirka 35 Zentimeter lang. Adulti trifft man meist paarweise an.
Frisch eingeführte Pomacanthus sind in der Regel empfindlich, einmal eingewöhnte jedoch gut haltbar. Importtiere betrachten die Korallen in einem Riffbecken meist als Nahrung! Somit ist P. annularis eher etwas für Spezialisten.
DeJong Marine­life bot nun erstmals Nachzuchttiere an, nachdem bereits P.-asfur- und P.-macu­losus-Nachzuchten auf der Verkaufsliste standen.
Die vier bis fünf Zentimeter kleinen Fische zeigen kaum Scheu und nehmen schon am ersten Tag in ihrer neuen Umgebung Mysis und Trockenfutter an. Allgemein sind Nachzuchten weniger anfällig für Krankheiten und verkraften die Umgewöhnung besser als Wildfänge. Doch die Jungtiere müssen behutsam aufgezogen werden, am besten in ­einem kleinen Aquarium und in einer ruhigen Fischgesellschaft. Große Tiere sollten nur in Becken jenseits der 1.000-Liter-Marke gepflegt werden. Bleibt die Frage, ob die Nachzucht-Pomacanthus aufgrund ihrer Anpassung an die Aquarienbedingungen einfacher mit Wirbellosen zu vergesellschaften sind als Wildfänge.   Von Daniel Heerz

Neuer Scheibensalmler
Die Scheibensalmler der Gattung Metynnis sind gut an der gattungstypischen Form der Fettflosse zu erkennen. Sie ist nicht, wie bei den anderen Scheibensalmlern und bei den Piranhas, klein und „salmlertypisch“, sondern lang gestreckt. Die Artbestimmung ist jedoch nicht einfach. Den hier vorgestellten Salmler importierte Aquarium Glaser aus Peru. Es handelt sich wahrscheinlich um eine wissenschaftlich noch nicht beschriebene Art. Die Tiere waren bei der Einfuhr etwa sechs Zentimeter lang und gaben sich untereinander sehr friedlich.

Rotäugiger Harnischwels
Aus dem Río Madre de Dios in der Grenzregion zwischen Peru und Bolivien stammt der hübsche Lasiancistrus heteracanthus. Die Kombination von braunem Körper mit hellem Tüpfelmuster und zweifarbiger Schwanzflosse macht diesen Saugwels, der eine Gesamtlänge von 15 bis 18 Zentimetern erreicht, unverwechselbar. Die Art gilt als ein wenig empfindlich, man sollte den ausgezeichneten Algenfresser etwas wärmer halten (25 bis 29 °C sind ideal), und der pH-Wert sollte möglichst nicht unter pH 6 sinken.

Niedlicher Ährenfisch
Ende des vergangenen Jahres gelangte Pseudomugil cf. paskai „Neon Red“ nach Deutschland, eine Art mit großem Marktpotenzial. Die bildschönen, drei bis 3,5 Zentimeter lang werdenden Tiere sind einfach zu pflegen, und auch die Nachzucht gelang bereits mehrfach. Die Herkunft der Fische ist ein bisschen mysteriös: Die Nachfrage von Aquarium Glaser in Indonesien ergab, dass es sich um Wildfänge handele, doch spricht die sehr einheitliche Größe der Tiere eher für Nachzuchten.

Autor: Frank Schäfer

neu riesenkrustenanemoneKrustenanemonen zählen in den USA und zunehmend auch in Deutschland zu den besonders begehrten Wirbellosen. Zahlreiche Arten sind auffallend bunt. Die Kolonien bilden im Aquarium schöne Bestände, Protopalythoa grandis macht da keine Ausnahme. Erstmals sah ich diese auffällige Art bei Julian Sprung (Florida) in einem seiner Jaubert-Becken. Die Art war unter seitlich einfallendem Licht am Fuß einer Mangrove platziert. In Fachbüchern und auf Internetseiten in den USA findet man die Art regelmäßig in Aquarien. Im deutschen Fachhandel konnte ich sie bisher nicht aufspüren.

Die Firma „Preis Aquaristik“ führte nun kürzlich erstmals Nachzuchten ein. Die einzelnen Polypen messen zurzeit zirka drei Zentimeter im Durchmesser und sind auf einem künstlichen Substratstück angewachsen.

Die Polypen der eher unscheinbar gefärbten Art aus der Karibik erreichen eine für Krustenanemonen gigan­tische Größe. Scheibendurchmesser von fünf bis sechs Zentimetern sind bei zusagenden Pflegebedingungen und ­bei regelmäßiger Fütterung durchaus möglich. Ein Kranz aus kleinen Tentakeln fängt die Nahrungspartikel ein.

Im Meer bildet die Krustenanemone kleine, locker stehende Kolonien aus bis zu 20 Polypen; an der Basis entspringen die neuen Einzelpolypen. Das Wachstum beschränkt sich auf eine Wassertiefe von maximal ungefähr 30 Metern. Je nach Umweltbedingungen sind die Polypen braun, cremefarben, gelb oder grün, manchmal mit unterschiedlichen Schattierungen.

Im Aquarium ist die Art bei moderater Strömung gut zu pflegen. Man sollte sie regelmäßig füttern, denn ohne Zusatzernährung verkümmern die Polypen. Hinsichtlich der Beleuchtung empfiehlt es sich zu experimentieren. Ein zu heller Standort kann den Polypen schaden.

Sandra Preis stellte mir das Foto zur Verfügung, und ich hoffe nun auf regelmäßige Importe dieser bei uns noch selten gehaltenen Art.

Autor: Daniel Heerz