Lustige Schmerle
Was die Panzerwelse für Südamerika sind die Bachschmerlen für Süd- und Südostasien: eine unüberschaubare Fülle kleiner Bodenfische, deren aquaristische Erforschung noch am Anfang steht. Aus dem Norden Indiens wird seit einiger Zeit eine Art mit dem lustigen Namen „Ringelsockenschmerle“ importiert. Es handelt sich um Schistura beavani, die leider beim Erstimport falsch als S. scaturigina bestimmt wurde (wohl von mir – Schande!). Das nette, friedliche Tier wird etwa fünf Zentimeter lang.

Schöner Brackwasserfisch
Silberflossenblätter gehören zu den Klassikern unter den Brackwasserfischen. Liest man über sie, erfährt man oft, dass sie sich einfach an Süßwasser umgewöhnen lassen. Doch wozu? Es ist doch nicht schwierig, zehn bis 20 Gramm Salz pro Liter Wasser aufzulösen – oder? Tut man das und pflegt die Fische bei 26 bis 28 °C, hat man viel Freude an den rasanten Schwimmern. Monodactylus kottelati wird zurzeit von Aquarium Glaser aus Thailand importiert. Der bis zu 20 Zentimeter lange Fisch sollte im großen (!) Schwarm gepflegt werden, sonst ist er unverträglich gegen seinesgleichen.



Nostalischer Reiskärpfling
Zu den ersten Oryzias, die importiert wurden, zählt der Indische Reiskärpfling (O. dancena). Lange segelte er unter der Bezeichnung O. melastigmus, doch ist diese Art (manche halten sie für ein Synonym zu Aplocheilus panchax, ich für eine valide Zwergart) aquaristisch unbekannt. Oryzias dancena wird etwa vier Zentimeter lang. Männchen haben eine ausgebuchtete, Weibchen eine gerade geschnittene Afterflosse. Pflege und Nachzucht der anspruchslosen Schwarmfische sind einfach und bereiten viel Freude.
Frank Schäfer

Kleine Barbe
Die Schmetterlingsbarbe (Barbus hulstaerti) stammt aus dem Kongobecken. Die kleine Art erreicht nur etwa drei Zentimeter Gesamtlänge. Männchen und Weibchen lassen sich anhand der Rückenflossenfärbung einfach unterscheiden, die Flosse ist bei den Weibchen stets farblos, bei den Männchen hingegen auffällig gebändert.

Spritziger Salmler

In der Gattung Copella hat sich in den letzten Jahren allerlei getan. Die Art, die uns als C. nattereri begleitete, erwies sich als unbeschrieben und heißt nun C. meinkeni. Der „echte“ C. nattereri war zuvor meist als C. nigrofasciata bekannt, doch der „richtige“ C. nigrofasciata stammt aus Peru und trägt fünf bis sechs Reihen roter Tüpfel, während C. nattereri aus Brasilien kommt und zwei oder drei Linien solcher Punkte aufweist. Aquarium Glaser importierte einen hübschen Copella aus Peru, der farblich C. nattereri gleicht, jedoch viel kleiner bleibt (bis rund drei gegenüber etwa fünf Zentimeter Gesamtlänge).

Alter Bekannter

Immer wieder fragt man sich, warum es so manche wunderschöne Neuheit einfach nicht schafft, sich als Aquarienfisch zu etablieren, während etliche zum Standardsortiment gehörende Arten lange den Markt beherrschen, obwohl sie eigentlich gar nicht so viel hermachen. Zu dieser Gruppe mag man vielleicht auch Devario (früher Danio) malabaricus zählen – aber nur, solange man noch keine ausgefärbten Männchen bei der Balz gesehen hat. Wenn die nämlich „ihre Lichter anknipsen“, dann strahlt es wirklich hell!

Teufelsbräute

Nur selten wurden wissenschaftliche Namen so unpassend gewählt wie für die eleganten Erdfresser der Gattung Satanoperca = „Teufelsbarsche“. Auch die Artnamen sind garstig: Satanoperca lilith wurde nach Adams erster, von ihm verstoßener Frau benannt, die in der christlichen Mythologie schließlich zur Braut des Teufels gemacht wurde. Es handelt sich um einen wunderschönen, etwa 25 Zentimeter lang werdenden Großbuntbarsch, dessen Erstnachzucht noch aussteht. Frank Schäfer

Gläserner Salmler

Leptagoniates pi ist einer der durchsichtigsten Salmler, die es gibt. Sogar die Schwimmblase des maximal vier Zentimeter lang werdenden Fischleins ist gut sichtbar. Sie ist merkwürdig eingeschnürt und zweikammerig, was dem friedlichen Schwarmfisch, den Aquarium Glaser (Rodgau) aus Peru importierte, den Artnamen eintrug: Sie erinnert in ihrer Form an den altgriechischen Buchstaben „pi“. Im Aquarium ist der niedliche Fisch problemlos zu pflegen. Er frisst jegliches seiner Maulgröße angemessene Futter, egal ob trocken, gefrostet oder lebend.


Bunter Buntbarsch

Nanochromis transvestitus ist eine der kleinsten Cichlidenarten des Schwarzen Kontinents, Männchen werden etwa sechs, Weibchen nur viereinhalb bis fünf Zentimeter lang. Sie gehört zu den wenigen afrikanischen Fischen, die an Schwarzwasser angepasst sind. Im Handel gibt es aber fast ausschließlich Nachzuchtexemplare, die sich gewöhnlich als ziemlich anspruchslos erweisen. Die Weibchen sind bei N. transvestitus das schönere Geschlecht, was der Anlass für die ungewöhnliche Namensgebung war. Die Tiere sind Höhlenbrüter mit Elternfamilie.


Riesiger Panzerwels

Corydoras robustus aus Brasilien ist einer der imposantesten Panzerwelse überhaupt. Totallängen von bis zu gut elf Zentimetern sind von dieser Art bekannt. Beide Geschlechter besitzen schön ausgezogene Rückenflossen. Die Männchen (im Foto das obere Tier) erkennt man an den größeren, spitz endenden Bauchflossen. Diese Panzerwelse „aus echtem Schrot und Korn“ benötigen zwar etwas geräumigere Behälter, geben aber ausgezeichnete Aquarienfische ab.  Frank Schäfer

Platte Schmerle
Plattschmerlen oder Flossensauger werden immer populärer. Aus Vietnam (große Teile des Landes hießen früher Annam, daher der Gattungsname), importierte Aquarium Glaser die schöne, rund zehn Zentimeter lang werdende Art Annamia normani. Als rheophiler (= strömungsliebender) Fisch besitzt diese Plattschmerle nach hinten gebogene Brust- und Bauchflossen, die wie ein Spoiler an einem Rennauto wirken und das Tier auf dem Boden halten, ohne dass Kraftaufwand dazu erforderlich wäre.