der guppy_unter_den_schlangenkopffischenDer Guppy ist ein Beutefisch für räuberische Schlangen­kopffische. Wer rechnet damit, dass sich ein Schlangenkopf als „guppy-like“ entpuppt? Channa sp. aff. gachua
„Koh Chang“ wurden in Thailand für einen befreundeten, spezialisierten Aquarianer in der Schweiz gefangen, doch
es kam alles ganz anders.
| Von Gerhard Ott

„Sollen wir unseren Freunden zu Hause von diesem paradiesischen Platz erzählen?“, schrieben Besucher ins Gästebuch. Geheimtipps, die weitergegeben werden, sind bekanntlich keine mehr. Die Bungalows vom „Jungle Way“ auf der Insel (= Koh) Chang sind in der Tat ein Teil des Paradieses.

Nach dem Tsunami 2004 erlebte Koh Chang in der Provinz Chantaburi im Osten Thailands einen ungeheuren touristischen Boom, weil die Insel als Ersatzziel zu Koh Phuket im Süden aufgebaut wurde. Übrigens: Es gibt noch eine zweite Insel namens „Chang“, und zwar in der Andamanensee im Westen Thailands.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 11/12

exotische libellenlarven_eingeschlepptAquarianer, die sich mit Wildformen der unterschiedlichsten Süßwasserfische befassen, wissen „Beifänge“ sehr wohl zu schätzen. Aber auch exotische Wasserpflanzenimporte sind gut für zoologische Überraschungen. | Von Malte Seehausen

In vielen Aquarienforen ist immer wieder von Funden seltsamer Insektenlarven zu lesen – oft handelt es sich dabei um Libellenlarven. Was zunächst einheimisch anmutet, kann durchaus von weit her stammen: Mit dem Import von Wasserpflanzen werden auch exotische Libellenlarven eingeführt. Häufig werden sie dann – in der Annahme, es seien autochthone Arten – in der Natur ausgesetzt oder getötet. Beides ist nach dem Bundesartenschutzgesetz verboten.

Eine Reihe von Einzelfunden belegt, dass es sich bei den eingeschleppten Larven häufig um asiatische Arten handelt (Kipping 2006; Martens & Schiel 2009; Martens & Griese 2009; Lambertz & Schmied 2011; Benken & Komander 2011). Die frühesten Nachweise exotischer Libellenarten in Europa wurden bereits von Valtonen (1985) für Finnland und Brooks (1988) für England zusammengestellt.

den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe 11/12

01 Hemibagrus Seite 58 kldatzvolltextÜber Sinn und Unsinn von Zuchtformen lässt sich streiten. Dass die weißgelbe Form des Stachelwelses Mystus nemurus eine Augenweide ist, steht jedoch außer Zweifel.

Als im vorvergangenen Sommer eine Baumarktkette diese Welse in ihrer Werbung für den Gartenteich empfahl und mit der Bezeichnung „Sonnenwelse“ auslobte, wurde ich angeregt, meine eigenen Erfahrungen über diese Tiere aufzuschreiben. Seit September 2004 pflege ich zwei schöne Exemplare. Diese Fische leben bei mir nicht im Gartenteich, denn natürlich sind sie keine Kaltwasserwelse. Auch der Trivialname „Sonnenwels“ ist völlig unpassend. Bekanntlich gibt es in der Familie der Harnischwelse bereits einen Wels mit diesem sonnigen Namen (L 14, Scobinancistrus aureatus). Nein, Loricariiden sind meine beiden Burschen ganz gewiss nicht.

GOLDSTUECK 02 US kldatzvolltextIn DATZ 2/2007 stellten Freyhof und Schliewen die Kleine Gold-Tilapie aus dem Ejagham-See in Kamerun vor. Mittlerweile wurde sie als Sarotherodon knauerae beschrieben (Neumann, Staissny & Schliewen, 2011) und nach Barbara Knauer benannt, dem gutem Geist der ehemaligen Arbeitsgruppe von Wolfgang Wickler am Max-Planck Institut (MPI) für Verhaltensphysiologie in Seewiesen.

Die Schwesterart, die Große Gold-Tilapie (Sarotherodon lamprechti), ist Jürg Lamprecht (1941–2000) gewidmet. Der Verhaltensbiologe befasste sich unter anderem intensiv mit Paarbindung und Paarbruch bei Buntbarschen. Sarotherodon knauerae ist mit 7,5 Zentimetern Totallänge (TL) eine der kleinsten Arten der Gattung. Sarother­odon lamprechti wird zwei bis drei Zentimeter länger.

008 Trochilocharax ornatus 120 h Pantoffeltierchen A kldatzvolltext„Nichts ist nur gut, und nichts ist nur schlecht.“ Von wem dieses Zitat stammt, wissen wir nicht, aber es passt recht gut zu diesem Artikel ... | Von Peter und Martin Hoffmann

Dass dieser Minisalmler (Weibchen erreichen etwa 15, Männchen rund 20 Millimeter Gesamtlänge) einmal Trochilocharax ornatus heißen sollte, konnten wir beim Kauf der Fische im Juni 2010 bei der Firma Aquarium Glaser (Rodgau) noch nicht ahnen. Wir erwarben ihn unter der vorläufigen Bezeichnung Heterocharax sp. „Orange Tail“, waren jedoch sicher, dass es sich nicht um eine Art der Gattung Heterocharax handelte (die Gattung Tyttocharax, der dieser Fisch gelegentlich zugeordnet wurde, kam übrigens ebenfalls nicht infrage). Die Tiere waren erstmals im Jahr 2003 aus Peru importiert worden und tauchten immer wieder im Handel auf, doch bisher hatten wir uns noch nicht näher mit ihnen beschäftigt. Als zweiter deutscher Name neben „Orangeflossen-Glassalmler“ kursierte die Bezeichnung „Kolibrisalmler“.