margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAxolotl – Lebensweise, Haltung, Nachzucht Von Joachim Wistuba. 104 Seiten, 86 Farbfotos, elf REM-Aufnahmen, Karten, neun Zeichnungen, Softcover. Natur und Tier - Verlag, Münster, 2015 (vierte Auflage). ISBN 978-3-86659-290-2. 19,80 €

 

 

 

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxAxolotl-Fibel, ein Exot erobert unsere Aquarien Von Werner Hoedt, Maite Schneider und Friederike Weinzierl. 96 Seiten, 140 Farbfotos, Hardcover. Dähne-Verlag, Ettlingen, 2017 (zweite Auflage). ISBN 978-3-94482-115-3. 15,80 €

Alexander von Humboldt brachte 1804 von seiner amerikanischen Reise die ersten beiden konservierten Exemplare der Art Ambystoma mexicanum nach Paris und löste damit einen nunmehr über 200 Jahre währenden Hype um die skurril anmutenden Dauerlarven des Axolotls aus.
Pflege und Nachzucht von A. mexicanum begannen allerdings erst nach 1860. Damals gelangten 34 lebende Exemplare, die eine französische Expedi­tion gesammelt hatte, wiederum nach Paris. Wahrscheinlich stellten sie die Ausgangspopulation der heute weltweit verbreiteten Aquarienexemplare dar (siehe DATZ 4/2017).
Es ist also sinnvoll, gute Anleitungen zur Haltung und Vermehrung dieses Quer­zahnmolchs auf den Markt zu bringen. Zurzeit gibt es zwei Bücher zum Thema, die in Aufmachung und Preis ähnlich scheinen. Sollte man beide im Regal stehen haben?
„Der Wistuba“ liegt bereits in der vierten Auflage vor. Seit 2005 mehrfach über­arbeitet, ist auf rund 100 ­Seiten das gesamte Wissen des Autors zusammengefasst. Nach einer kurzen Einleitung zur Historie der Er­forschung des Axolotls geht es unverzüglich mit dem Misch­kapitel „Haltung und Zucht“ los. Über 26 Seiten wird, fast atemlos, eine Unmenge an Daten zusammengetragen. Hier wäre eine deutliche Gliederung mit weiteren Unterkapiteln sinnvoll gewesen.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Wilhelm Eugen Klaas. 96 Seiten, 59 farbige Abbildungen, Paperback. VerlagsKG Wolf, Magdeburg, 2017. ISBN 978-3-89432-136-9. 19,95 €

Die verschiedenen Fisch­arten des Tanganjikasees, die Schneckengehäuse als Versteck- oder Brutplätze nutzen, sind beliebte Aqua­rienfische. Es lag also wohl nahe, in der Reihe „Special Interest“ der VerlagsKG Wolf (Magdeburg) dieses Thema aufzugreifen.
Das Kerngeschäft des Verlags ist die Fortführung der Monografien der Neuen Brehm-Bücherei, Klassiker der faunistischen Literatur. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich aber um keine Artmonografie; vielmehr geht es um eine Gruppe von Fischarten und deren Haltungsmöglichkeiten im Aquarium.
Der Autor ist ein langjähriger und begeisterter Aquarianer, der hier seine Erfahrungen weitergibt. Bis zur Seite 34 liefert er eine all­gemeine Einführung in das Thema. Hier finden sich kurze Kapitel zum Lebensraum und zur Biologie der behandelten Fischarten. Die Informationen sind immer an den Aspekten der Aquarienhaltung orientiert. Einige Darstellungen weisen Lücken oder unklare Formulierungen auf, beispielsweise der Abschnitt über den Pflanzenwuchs im Tanganjikasee.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Kate Baker, mit Illustrationen von Eleanor Taylor. 96 Seiten, 96 farbige Abbildungen, gebunden (Pappband). Prestel, Verlagsgruppe Random House GmbH, München, 2017. ISBN 978-3-7913-7285-3 (ab sieben Jahren). 19,99 €

Gleich vorneweg, dies ist ein seltsames Buch! Es beginnt schon beim Aufschlagen. Da nimmt man den Umschlag wie gewohnt so in die Hand, dass man den Titel ohne Verrenkungen lesen kann, aber dann steht der Inhalt auf dem Kopf! Künstlerische Freiheit oder Missgeschick des Buchbinders? Keine Ahnung, jedenfal   ls findet sich kein diesbezüglicher Hinweis. Also wohl eher ein zufälliger Fehler?
Was sofort auffällt, ist das „Du“, das Kate Baker in der Leseransprache gewählt hat. Das lässt darauf schließen, dass Jugendliche die Zielgruppe ihres Werks sind. Wenn man den Titel googelt, erfährt man, dass er für Kinder ab sieben Jahre geeignet sei. Im Buch selbst ist allerdings kein Hinweis auf die anvisierte Leserschaft zu finden. Kauft man es im Buchhandel, ist das sicher kein Problem, denn dort steht es wahrscheinlich in einem Regal für Kinder- und Jugend­literatur. Wer jedoch im Internet per Zufall auf das Buch stößt und es dort bestellen will, muss eben genauer hinschauen.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Andrea Wulf. Zahlreiche einfarbige Reproduktionen und 15 Farbbilder auf vier Seiten, 560 Seiten, gebunden (mit Schutzumschlag). Bertelsmann Verlag, München, 2015 (vierte Auflage). ISBN 978-3-570-10206-0. 24,95 €7. 38 €

Ein junger Mann, vermögend, Anfang dreißig, gut aussehend, begibt sich mit einem Freund, den er erst kurz zuvor kennengelernt hat, auf eine mehrjährige Tour durch Südamerika. Die beiden wollen Abenteuer erleben, aber auch jede Menge Beobachtungen machen und genau dokumentieren. Und sie wollen laufend Verwandte, Freunde und die Presse über ihre ­Erlebnisse informieren.
Klingt das nicht wie eine moderne Geschichte, vielleicht sogar wie der Stoff ­eines Thrillers?
Tatsächlich fand diese Story vor 218 Jahren statt. Alexander von Humboldt verließ mit dem französischen Botaniker Aimé Bonp­land am 5. Juni 1799 Spa­nien und begann seine letztlich bis 1804 dauernde Reise durch Süd- und Mittelame­rika. Sie begründete seinen bis heute reichenden Ruf als Universalgenie und einzig­artiger Naturbeobachter und -erkunder.
Es lohnt sich, das Buch von Andrea Wulf über Humboldts Leben und Werk zu lesen. Die Historikerin erzählt seine Entwicklung von der Geburt 1769 bis zu seinem in der ganzen Welt betrauerten Tod im Jahr 1859. Und sie stellt sein Werk in einen größeren Zusammenhang der sich im 19. Jahrhundert rasant entwickelnden Natur- und Geisteswissenschaften.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxVon Johann Brandstetter und Josef H. Reichholf. Rund 100 Abbildungen, 300 Seiten, gebunden. Matthes & Seitz Verlag, Berlin, 2017. ISBN 978-3-95757-366-7. 38 €

Ein kleiner, starengroßer Vogel flattert unruhig unter der sengenden Sonne der afrikanischen Savanne, ruft und schaut ungeduldig zu dem Menschen hinüber, bis der ihm endlich seine Aufmerksamkeit schenkt. Dann macht sich das Tier auf den Weg, dirigiert den Zweibeiner zielsicher durchs ­Gelände, wartet immer wieder, sucht den einfachsten Weg für den Menschen, bis das ungleiche Duo endlich an einem Baum angekommen ist, in dem sich ein Wildbienennest befindet. Jetzt kann sich der Vogel ­entspannt auf einem Ast ­niederlassen und darauf warten, was passiert.
Der Mensch mag mit seiner nackten Haut ein besonders schutzloses Opfer von Insektenstichen sein, doch er beherrscht den Umgang mit dem Feuer, kann die aufgebrachten Bienen mit dem Rauch besänftigen, in Schach halten, während er das Nest aufbricht und den Insekten ihren mühevoll gesammelten Honig entreißt. Der Spechtvogel mit dem vielsagen­den Namen „Honiganzeiger“ kann erstaunlicherweise auf die allgemein so begehrte Süße verzichten. Er macht sich stattdessen eifrig über das Wachs der Waben her, eine schwer verdauliche, aber energiereiche Masse.