Gleich zwei auffälligen äußeren Merkmalen verdanken diese Meeresfische ihre deutsche Bezeichnung. Neben ihrem meist ausgesprochen bunte und prächtigen Farbkleid ist es vor allem ihr spezialisiertes Gebiss, das den Papageifischen (Familie Scaridae) ihren Namen gab. Das Papageifisch-Gebiss besteht aus zu wenigen Zahnplatten miteinander verschmolzenen Zähnen und erinnert auf den ersten Blick an einen Papageienschnabel. Zur Erhöhung des Quetschdrucks dieser Zahnplatten enthält der Unterkiefer ein zusätzliches Gelenk. Bei zahlreichen Arten ist es auch bei geschlossenem Maul gut sichtbar und fällt bei einigen Spezies zusätzlich durch eine von der Körperfärbung stark abweichende Tönung auf. Form, Struktur und Färbung des Gebisses liefern wichtige Hinweise auf die genaue Gattungs- und Artzugehörigkeit ihres Besitzers. Mithilfe ihres spezialisierten Gebisses schaben die pflanzenfressenden Papageifische vor allem Faden- und krustenförmige Algen vom Untergrund ab, fressen aber, je nach Art, auch blattförmige Algen und Seegras. Zahlreiche Spezies beißen mit ihrem Papageienschnabel-Gebiss die Äste lebender Steinkorallen ab ober schaben die Oberfläche massiv wachsender Arten ab. Dabei gilt ihr Hauptinteresse nicht dem Gewebe der Korallenpolypen, sondern den darin enthaltenen symbiotischen Algen. Mit ihren kräftigen Schlundzähnen zerreiben Papageifische die Korallenbrocken zu einer feinen Paste und scheiden nach der Verdauung feinsten Korallenkalksand in Form weithin sichtbarer „Sandfahnen“ aus. Mit dieser Ernährungsstrategie gehören die Scariden zu den wichtigsten Korallensand-Produzenten und tragen somit zur ständigen Erosion in den Korallenriffen bei. Die mit den Lippfischen eng verwandte Familie der Papageifische umfasst rund 80 Arten in zehn Gattungen, die weltweit überwiegend in tropischen Korallenriffen anzutreffen sind. Bei allen kommt es im Lauf des Lebens zu einer Geschlechtsumwandlung vom Weibchen zum Männchen, die stets mit einer grundlegenden Umfärbung einhergeht. Helmut Göthel

Sie ist die indopazifische Schwesterart der bekannten Karibischen Perlenanemone (Ricordea florida). Zweifellos gibt es von der gut haltbaren karibischen Scheibenanemone wunderschöne Farbvarianten, aber sie werden noch übertroffen von der Großen Perlenanemone (Ricordea yuma)! | Von Joachim Grosskopf
Scheibenanemonen werden in der Aquaristik schon seit Jahrzehnten erfolgreich gepflegt und vermehrt. In der Wissenschaft gehören sie jedoch eher zu den stiefmütterlich behandelten Arten. Abgesehen von Amplexidiscus fenestrafer (Elefantenohr oder Riesen-Scheibenanemone), einer Art, die erst 1980 ihren Namen erhielt, wurden die meisten anderen Spezies viele Jahrzehnte zuvor systematisch bearbeitet. 1900 benannte ­Oskar Carlgren, ein schwedischer Taxonom, Ricordea yuma, die Bezeichnung ist bis heute anerkannt. Bereits 1860 wurde R. florida beschrieben. Diese beiden Arten sind bislang die ein­zigen der Gattung Ricordea. Sie sind kaum miteinander zu verwechseln: Bei R. yuma ist die Mundöffnung von Tentakeln besetzt, bei R. florida nicht.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 7/2013

Sie gehören zu den auffallendsten Erscheinungen unter den Korallenfischen, es gibt wohl kaum einen Aquarianer, der sie nicht kennt. Aber wie leben Segelflossen-Doktorfische in der Natur, und welche Anforderungen stellen sie als Aquarienbewohner? Sind womöglich gar Nachzuchtversuche Erfolg versprechend? Ein Überblick. Von Joachim Großkopf

Wohl jeder Meerwasseraquarianer kennt wenigstens eine Art der Genus Zebrasoma. Der Gattungsname bedeutet zwar "gestreifter Körper", tatsächlich zeigen aber nur zwei der sieben wissenschaftlich beschriebenen Arten eine Streifenzeichnung.


den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 6/2013

Sich zum Ende des Urlaubs von der faszinierend bunten Welt der Fische und Korallen des Roten Meeres wieder abzuwenden fällt schwer. Von seinem warmen, außergewöhnlich klaren Wasser und der Vielfalt seiner Bewohner wird man süchtig. Ein probates Mittel, um die Abstinenz der langen, kalten Herbst- und Winterabende leichter zu überstehen, sind wiederbelebbare Erinnerungen in Form von Fotos.

Meine Liebe zur Unterwasser­fotografie begann in der kleinen ägyptischen Stadt Taba, ganz im Norden des Golfs von Aqaba, nur sechs Kilometer von Eilat. Der ­gesamte Golf ist 180 Kilometer lang, zwölf bis 28 Kilometer breit und bis zu 1829 Meter tief.

Aquarianer hielten Krabben der Gattung Cymo eher für Schädlinge, die Korallengewebe ­fressen. Die Wissenschaft nahm an, dass sie wenig Schaden anrichten; aber dass sie kranke Acropora-Stöcke sogar pflegen und teilweise heilen können, ist neu. Bislang wurde überlegt, ob das Plündern von Korallengewebe durch die Schwarzfingrige Korallenkrabbe (Cymo melanodactylus) zu Gewebeverlust beiträgt, der auch durch das „Weiße Syndrom“ (Acropora White Syndrome, AWS) bei acroporiden Korallen entsteht.