In einer Studie war nach spätestens 42 Tagen von drei oder vier Lysmata immer nur ein Paar übrig. Die Forscher glauben, das liege an der Nahrungsökologie. Nur ein einziges Paar Putzergarnelen (Lysmata amboinensis) bleibt oftmals in einem Aquarium übrig, was für viele Meeresaquarianer nichts Neues ist. Die zwittrigen Crustaceen leben zumindest in Gefangenschaft streng monogam und „kannibalisieren“ potenzielle Mitbewerber um Nahrung und Partner.

Reißerisch wurde die hier referierte Studie mit Begriffen wie „Mörder“ und „brutaler Vernichtungskampf“ auch von großen Medien aufgegriffen, doch blieben dabei die eigentlich in­teressanten Hintergründe ein wenig im Dunkeln.

Die farbenprächtige Welt der Korallenriffe fasziniert durch ihre enorme Artenvielfalt – Warmwasserriffe beherbergen die höchste Biodiversität unseres Planeten. Riffe gibt es aber meist in extrem nährstoffarmen Meeresgebieten, man vergleicht sie deshalb auch mit Oasen in der Wüste.

Diese Fülle an Lebewesen muss ernährt werden, daher optimieren Riffe den Kreislauf ihrer Nährstoffe in einer Weise, dass möglichst wenig an die Umgebung verloren geht. Ein Trick der Korallenpolypen besteht darin, organisches Material als gelartigen Schleim auszuscheiden. Christian WILD, Riffökologe am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), und seine Kollegen zeigten, dass Meeresströmungen diese Schleimausscheidung stimulieren können.

Die rund 35 Arten der Weichkorallengattung Sarcophyton besitzen ein fleischig zähes Gewebe und eine mehr oder weniger ausgeprägte Pilzform – daher „Pilz-Lederkorallen“. Im Riffaquarium erweisen sie sich als weitgehend problemlos, leicht vermehrbar und ausgesprochen attraktiv. | Von James Fatherree*
Die graziöse Gestalt der Pilz-­Lederkorallen ergibt sich aus ihrem glatten, polypenlosen und oft lang gestreckten Hauptstamm, der sich am oberen Ende zu einem „Pilzhut“ (Capitulum) verbreitert, aus dem zahlreiche Polypen entspringen, die sich mit ihren zarten, gefiederten Tentakeln in der Strömung hin und her wiegen. Diese Fresspolypen (Auto­zooide) stehen ein wenig auf Abstand zueinander, sodass zwischen ihnen, tief eingebettet im Stamm (Coen­enchym), die abgewandelten, viel kleineren Siphonozooide Platz finden, die ausschließlich für den Wasserhaushalt der Kolonie zuständig sind.

*Übersetzung aus dem Amerikanischen: Rolf Hebbinghaus

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2/2013

Vor ungefähr 2.500 Jahren glaubten die Griechen, dass der nur erbsengroße Krebs, der im Kiemenraum von Steckmuscheln der Gattung Pinna lebt, seinen Wirt durch Kneifen vor möglichen Gefahren warnt. Auch wenn man heute weiß, dass das ins Reich der Fabeln gehört, brachte diese Vermutung dem kleinen Krebs seinen deutschen Namen ein.
Die Rede ist vom Muschelwächter (Pinnotheres pinnotheres), einer Krabbe mit einem Körperdurchmesser bis 15 Millimeter, die meist im Inneren von Steckmuscheln, seltener auch anderen Muscheln oder Seescheiden anzutreffen ist. Nähert man sich einer Steckmuschel so vorsichtig, dass sie sich nicht schließt, kann man mit etwas Glück den Zwerg im Kiemenraum des Weichtiers umherlaufen sehen. Die riesige Muschel wird von ihrem winzigen Untermieter, der einen kleinen Teil des von seinem Wirt aus dem Wasser filtrierten Planktons für sich abzweigt, nicht geschädigt.
Etwas anders sieht es bei einer nah verwandten Art aus, der Erbsenkrabbe (Pinnotheres pisum), die beispielsweise in Miesmuscheln und in Austern lebt und gelegentlich ebenfalls als Muschelwächter bezeichnet wird. Die bis zwei Zentimeter große Art wurde vor wenigen Jahren erstmals im Wattenmeer vor Sylt nachgewiesen. Aufgrund der wesentlich geringeren Größe ihres Wirts muss man den „Plankton-Diebstahl“ bei ­dieser Lebensgemeinschaft schon eher als Parasitismus bezeichnen.
Das Auftauchen von P. pisum in Schleswig-Holstein könnte eine Folge der Klimaerwärmung und des damit verbundenen Anstiegs der Wassertemperatur im Wattenmeer um 2 °C in den letzten Jahren sein. Andere Vermutungen besagen, dass die kleinen Krabben mit von den Britischen Inseln importierten Miesmuscheln nach Sylt gelangt seien.
Miesmuschelfischer befürchten indes Probleme durch das Auftauchen der Erbsenkrabbe für ihren Ertrag, da sie Mytilus edulis für die Vermarktung abwerten könnte. Schließlich möchte kein Feinschmecker beim Muschelschmaus auf einen „knusprigen“ Inhalt beißen.
Autor: Helmut Göthel

Ihren deutschen Namen – Großmaul-Makrele – erhielt Rastrelliger kana­gurta nicht von ungefähr. Die 25 bis
35 Zentimeter langen Fische, die ge­legentlich große Schwärme bilden, ernähren sich überwiegend von kleinen Planktonorganismen, die sie einzeln aus dem freien Wasser schnappen. Überschreitet die Planktondichte jedoch ein gewisses Maß, dann ändern die Makrelen ihr Fressverhalten und schwimmen mit weit geöffnetem Maul umher, um die nun reichlich vorhandene Beute aus dem Wasser zu filtrieren. In Anpassung an diese Ernährungsweise besitzt die Art enge Kiemenreusen, mit deren Hilfe sie selbst kleinstes Plankton in Form von Kieselalgen und Eiern „einsammeln“ kann.
Das Verbreitungsgebiet der Großmaul-Makrele erstreckt sich über den tropischen Indo-Westpazifik einschließlich des Roten Meeres, von wo aus sie in den vergangenen Jahren über den ­Suez-Kanal auch in das Mittelmeer einwanderte.    Autor: Helmut Göthel