Anemonenfische werden oft im Zoofachhandel angeboten – inzwischen sogar überwiegend als Nachzuchten –, aber wie steht es um die Haltung ihrer Wirte, der Seeanemonen? Dass die Symbioseanemonen keineswegs einfache Pfleglinge sind und eigentlich mehr Aufmerksamkeit als die Fische verlangen, wird meist übersehen. | Von Joachim Großkopf
Anemonenfische (Amphiprion, Premnas) sind zusammen mit ihren Wirts­anemonen zu halten, alles andere ist Tierquälerei – so lautet zumindest die fast einhellige Meinung der „Experten“. Seitdem aber im Handel hauptsächlich Anemonenfisch-Nachzuchten angeboten werden, wird man als „Experte“ laufend mit der Frage von Aquarianern konfrontiert: „Meine Anemonenfische nehmen keine Anemone an, woran liegt das?“

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 3/2013

Persönlichkeit bei Tieren bedeute, dass Individuen sich in einzelnen Verhaltensweisen oder in einem Verhaltensmuster konsistent über längere Zeit von anderen unterscheiden, erläutern Mark BRIFFA und Julie GREENAWAY, Universität Plymouth (UK).
Für viele Wirbeltiere und einige Wirbellose sei das belegt (Arthropoden, Mollus­ken, Spinnen und sogar ein Bakterium). Der evolutionäre Sinn dahinter:  Individu­-en reagieren unterschiedlich auf Umweltfaktoren.
Auf die Umgebung zu reagieren erfordere nicht zwingend ein komplexes Nervensystem. In manchen Cnidaria bestehe es lediglich aus nicht zentralisierten und diffusen Nervennetzen, und die Sinneszellen seien die einfachsten in ihrer Struktur von allen mehrzelligen Lebewesen, so BRIFFA.
Seeanemonen in Gezeitentümpeln zeigten während einer dreiwöchigen Phase dennoch mehr Konsistenz in ihrem Verhalten als die meisten anderen Tiere.
Es wurde notiert, wie lange die „Schreckphase“ andauerte, nachdem eine Pferdeanemone (Actinia equina) mit Meerwasser aus den Gezeitentümpeln angespritzt  wurde. Dabei ziehen die Blumentiere ihre Tentakel zurück, um die Mundscheibe zu schützen; erst drei bis 20 Minuten nach der Störung fahren sie sie wieder aus.
Diese Reaktion ist einem Rückzug in einen Bau vergleichbar, wie ihn zahlreiche Fische oder Einsiedlerkreb­-se zeigen. BRIFFA überlegt: „Vielleicht ist Persönlichkeit nicht beschränkt auf be­stimmte Gruppen, sondern eine generelle Funktion der Tiere und nur in manchen Arten mit einfachem Nervensystem augenfälliger.“ Von Oliver Mengedoht
Literatur
BRIFFA, M., & J. GREENAWAY (2011): High in situ repeatability of beha­viour indicates animal personality in the beadlet anemone Actinia equina. – PPoL ONE 6 (7): e21963. DOI: 10.1371/journal.pone.0021963.

Mit einer maximalen Körperlänge von bis zu zwölf Zentimetern gehört der Steinbeißer (Cobitis taenia) eher zu den Zwergen unserer einheimischen Fischfauna. Anders als sein zweiter deutscher Name – „Dorngrundel“ – vermuten lässt, handelt es sich aber nicht um einen Vertreter der artenreichen Familie der Grundeln. Steinbeißer, die in Deutschland mit fünf verschiedenen Arten vertreten sind (C. taenia, C. elongat­oides, Misgurnus fossilis, M. anguillicaudatus und Sabanejewia baltica), bilden eine eigene Familie (Cobitidae), die insgesamt rund 170 Spezies in 21 Gattungen umfasst.
Die Tiere besitzen ein unterständiges Maul, das von drei bis sechs Bartelpaaren umgeben ist, die bei der meist nächtlichen Nahrungssuche eine Rolle spielen. Dabei graben Steinbeißer im Boden und nehmen immer wieder Portionen des Substrats ins Maul, die sie gründlich durchkauen. Benthisch lebende Wirbellose wie Krebse und Würmer sowie pflanzliches Material werden aussortiert und gefressen, während Sand und Steinchen wieder ausgespuckt werden. Nach diesem Verhalten erhielten sowohl die Art als auch die gesamte Familie ihren deutschen Namen.
Der systematisch nicht korrekte zweite deutsche Name – „Dorngrundel“ – bezieht sich auf den Besitz eines knöchernen Dorns unter jedem Auge, den man auch von anderen Schmerlenartigen kennt. Im Ruhe­zustand ist er in einer Hauttasche verborgen und kann bei einer Bedrohung durch Muskelbewegungen nach vorn ausgeklappt werden.
Steinbeißer bewohnen bevorzugt langsam fließende Bäche und Flüsse sowie unterschiedliche stehende Gewässer mit sauerstoffreichem Wasser. Voraussetzung für ihr Vorkommen sind „Pioniersande“, frisch entstandene Sandflächen, die frei von Pflanzenwuchs und Schlamm sind. Tagsüber graben die Fische sich häufig in solche Böden ein, sodass nur Schwanz und Kopf herausragen.
Während der Fortpflanzungszeit von April bis Juni legen die Weibchen zwischen Steinen, Wurzeln oder Pflanzen jeweils 300 bis 1.500 Eier ab, die anschließend von den Männchen besamt werden.  Von Helmut Göthel

In einer Studie war nach spätestens 42 Tagen von drei oder vier Lysmata immer nur ein Paar übrig. Die Forscher glauben, das liege an der Nahrungsökologie. Nur ein einziges Paar Putzergarnelen (Lysmata amboinensis) bleibt oftmals in einem Aquarium übrig, was für viele Meeresaquarianer nichts Neues ist. Die zwittrigen Crustaceen leben zumindest in Gefangenschaft streng monogam und „kannibalisieren“ potenzielle Mitbewerber um Nahrung und Partner.

Reißerisch wurde die hier referierte Studie mit Begriffen wie „Mörder“ und „brutaler Vernichtungskampf“ auch von großen Medien aufgegriffen, doch blieben dabei die eigentlich in­teressanten Hintergründe ein wenig im Dunkeln.

Die farbenprächtige Welt der Korallenriffe fasziniert durch ihre enorme Artenvielfalt – Warmwasserriffe beherbergen die höchste Biodiversität unseres Planeten. Riffe gibt es aber meist in extrem nährstoffarmen Meeresgebieten, man vergleicht sie deshalb auch mit Oasen in der Wüste.

Diese Fülle an Lebewesen muss ernährt werden, daher optimieren Riffe den Kreislauf ihrer Nährstoffe in einer Weise, dass möglichst wenig an die Umgebung verloren geht. Ein Trick der Korallenpolypen besteht darin, organisches Material als gelartigen Schleim auszuscheiden. Christian WILD, Riffökologe am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), und seine Kollegen zeigten, dass Meeresströmungen diese Schleimausscheidung stimulieren können.