Auf den Internationalen L-Wels-Tagen 2017 begannen die ersten konkreten Planungen zu einer Reise, die bereits zwei Jahre zuvor ihren gedanklichen Ursprung hatte, und nach reichlichem Abwägen entschieden die Beteiligten sich für den Río Blanco in Nordbolivien, einen Zufluss des bekannten Río Iténez. | von Daniel Konn-Vetterlein

Insgesamt umfasste die Gruppe sechs Mitglieder, darunter Gerhard Kiefner, Heinz Wilhelmstätter, Achim Werckenthin und mich. Wir hatten uns durch die IG BSSW (Internationale Gemeinschaft Barben Salmler Schmerlen Welse) gefunden und gemeinsam mit einem Vertreter der Universidad Autónoma del Beni (Trinidad) sowie einem Nationalparkwächter diese Reise schließlich organisiert.
Gleich unser erster Biotop brachte einen sehr schönen Fang zutage: Schwanzflossen-Messeraale (Platyuro­sternarchus cf. macrostomus). Beide Arten der Gattung (die zweite heißt P. crypticus) sind in der Aquaristik nahezu unbekannt und werden nur selten eingeführt. Mit ihrer spitz zulaufenden Schnauze nehmen diese Messer­fische Wirbellose in schräger Schwimmhaltung vom Bodengrund auf und verschlucken sie im Ganzen.

Elba erreicht man mit dem Auto oder mit dem Wohnmobil nach einer kurzen Fährfahrt von nicht ganz einer Stunde Dauer. Die Fähren von Piombino (Festland) nach Portoferraio (Hauptstadt von Elba) legen stündlich ab. Die beiden Fährschiffe „Mobby“ und „Torremar“ gehören derselben Muttergesellschaft, beide nehmen Passagiere des jeweils anderen mit, sodass man am Hafen nicht lange auf die nächste Fahrgelegenheit warten muss. | von Frank Rossow

A uf dem Oberdeck sind noch zwei Liegestühle frei, und wir genießen die kurze Überfahrt bei einem leckeren Cappuccino und mit der herrlichen Sicht auf Elba. Das Schiff fährt fast an der gesamten Insel entlang, und man sieht, wie grün und bewaldet sie ist.
Auf einem Campingplatz in der Barbarossa-Bucht machen wir Station. Es sind kaum 50 Meter bis zur Basis von „Omnisub“, und zwei Restaurants liegen auch direkt in der Bucht, ideal, um sich nach den Tauchgängen mit ­einem leckeren italienischen Mahl zu stärken! Herzlich werden wir von Markus und Mirjana, den Basisbesitzern, empfangen.

Das Mittelmeer ist bei tauchenden Aquarianern ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei müssen die Farben der Fische, Korallen oder Schwämme keineswegs hinter denen tropischer Verwandter zurückstehen. Sei es beim Tauchen oder auch beim Schnorcheln – das Mittelmeer bietet nicht nur faszinierende Unterwasserlandschaften, sondern punktet auch mit seiner guten Erreichbarkeit und seinem „dolce Vita“: gutes Essen, schönes Wetter und entspannte Atmosphäre. | von Frank Rossow

J edes Jahr mache ich mit meinem guten Tauchkollegen Volker (er lebt in Australien) eine Tour durch Europa. Dieses Mal standen im August unter anderem die Schiffswracks in Kroatien auf dem Plan. In Istrien wollten wir das berühmte Wrack der „Baron Gautsch“ betauchen. Ein weiterer Trip sollte uns ­zunächst zu verschiedenen Seen in ­Österreich und dann nach Elba füh­-ren. Italien war auch für uns Taucher-Neuland. Elba lockte uns mit sehr ­guten Sichtweiten, außerdem sollte es dort viele rote Gorgonien geben.
Interessant schien uns zudem die Frage, wie sich die Unterwasserwelt zwischen Istrien in Kroatien (die Adria unter dem Einfluss von Nährstoffeinträgen durch den Golf von Triest) und Elba (offenes Mittelmeer mit äußerst klarem Wasser) unterscheidet. Der Bewuchs mit Schwämmen und Korallen hängt stark von den Paramatern Bodenbeschaffenheit, Licht, Strömung und Nährstoffgehalt des Wassers ab.

An einer steilen Felswand thront das Ozeanographische Museum mit dem dazugehörigen Ozeanographischen Institut Monaco über dem Mittelmeer. Betritt man das prachtvolle ­altehrwürdige Gebäude, stellt sich unwillkürlich die Frage nach der Geschichte des Bauwerks. | von Klaus Lampe

Fürst Albert I., ein leidenschaftlicher Meeresliebhaber und Amateurforscher, ließ das Museum im Jahr 1899 errichten. Weil Albert ­einen großen Teil seiner Zeit als Forschungsreisender auf See verbrachte, regierte er das Fürstentum vornehmlich über Funk. Dabei war er offensichtlich dennoch erfolgreich: Er investierte die seinerzeit immensen Gewinne aus dem Casino in die Infrastruktur, ließ den Fürstenpalast von Monaco renovieren, den Exotischen Garten anlegen, gründete ein anthropologisches Museum und das Meeresmuseum. Von seinen Expeditionen hatte er verschiedene meereskundliche Objekte als Erinnerungs- und Forschungsstücke nach Monaco gebracht und wollte sie in einem eleganten ­Ambiente den Bürgern präsentieren.

Hahnenfuß und Azurjungfer, Spitzenfleck und Vipernatter – botanische, odonatologische und herpetologische Beobachtungen und Begegnungen an einem Fluss auf Sardinien. | von Rainer Stawikowski

Der 55 Kilometer lange Temo mündet bei der Stadt Bosa an der Westküste der zweitgrößten Insel Italiens (und des gesamten Mittelmeers) ins Sardische Meer. In seinem Unterlauf ist er als einziger Fluss Sardiniens schiffbar, doch blockieren nach ungefähr fünf Kilometern die Trümmer einer eingestürzten Römerbrücke auf Höhe der am linken Ufer gelegenen Kirche „San Pietro Ex­tramuros“ die Passage größerer Boote.
Gegenüber dieser frühgotischen Sehenswürdigkeit lag unser Ferienquartier am anderen Flussufer – und nur drei bis vier Kilometer weiter stromaufwärts ein malerischer Flussabschnitt, der mir in der zweiten Mai-Hälfte dieses Jahres einige schöne botanische, odonatologische und herpetologische Begegnungen bescherte.
Keine zehn Kilometer oberhalb seiner Mündung präsentierte der Temo sich als Gebirgsfluss. Sein klares Wasser floss mit hoher Geschwindigkeit durch das sich mehrfach verzweigende, flache, felsige Bett. Hier und da gab es kleinere Stromschnellen.