Buntbarsche gehören schon lange zu den beliebtesten Aquarienfischen. Einige Arten sind mittlerweile in europäischen Gewässern anzutreffen. Im ungarischen Héviz haben Rote Cichliden der Gattung Hemichromis ein Thermalgewässer besiedelt. | Von Thilo Hanold

Dass es in Europa Lebensräume gibt, in denen sich aus tro­pischen Regionen stammende Organismen dauerhaft etablieren konnten, ist seit Längerem bekannt. Diese Habitate lassen sich grob in zwei Typen unterteilen.
Die erste Kategorie umfasst solche Biotope, die es ausschließlich dem Einfluss des Menschen verdanken, dass tropische Tiere und Pflanzen sie für sich erschließen können. Dazu zählen Gewässer, deren hohe Tem­peraturen auf den Betrieb in der nä­heren Umgebung befindlicher Kraftwerksanlagen zurückzuführen sind, indem sie beispielsweise durch deren Kühlwasser gespeist werden.
In der zweiten Gruppe finden sich Lebensräume, deren Existenzbedingungen für tropische Lebensgemeinschaften weitestgehend unabhängig von menschlichem Zutun bestehen. Das sind beispielsweise Habitate, deren Wasser in Thermalquellen seinen Ursprung hat. Gewässer dieses zweiten Typs sind aus Österreich, Italien und Ungarn bekannt.
Für europäische Aquarianer sind solche Lebensräume von großem In­teresse, liegen sie doch in erreichbarer Nähe und bieten die Möglichkeit, ihre Pfleglinge einmal in einer natürlichen Umgebung zu beobachten.
In den vergangenen Jahren gab es über solche Lebensräume immer wieder einmal Neues, sei es in Form von Beiträgen in einschlägigen Internet­foren, sei es in Zeitschriften-Publikationen. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Studien erstellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Wann immer der Gesteinsabbau Hohlformen mit steilen Felswänden zurücklässt, entstehen – je nach Grundwasserspiegel – extreme Trockenstandorte oder nährstoffarme Kleinseen. ­Einfallendes Laub und der allgemeine Nutzungsdruck verwandeln kleine Steinbruchseen bald in trübgrüne Weiher, so auch am Riesenstein. Eine engagierte Tauchschule versuchte sich in Restaurierungsmaßnahmen. | Von Falk und Cornelia Wieland

Das gesamte sächsische Elbtal gilt als eine ausgeprägte geo­logische Störungszone. Im Karbon drangen granitische Schmelzen bis zur Erdoberfläche vor und schufen den Roten Granit des Meißner Massivs. Das mittelkörnige Gestein wurde seit 1830 am Nordostrand der Stadt ­abgebaut. Insgesamt entstanden 16 kleine Steinbrüche. Manche dieser Hohlformen sind längst wieder verschwunden, doch mindestens zwei der Felskessel wurden zu Seen, und ein Steinbruch arbeitet noch immer.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxPfingsten 2016 verbrachten unser Autor und seine Frau ein paar Tage an der türkischen Riviera bei Belek, nahe Antalya. Als Aquarianer immer am Leben im und am Wasser interessiert, hatte er bereits vor Reisebeginn nach interessanten Zielen gesucht, ­Quellen, Flüsse und Seen, aber auch Schauaquarien. | von Uwe Dost

An einem Tag mit wechselhaftem Wetter fuhren wir nach ­Antalya und besuchten zuerst den beeindruckenden unteren Düden-Wasserfall (Asagi Düden Selalesi), auch Alexander-Fall genannt. Im Stadtteil Lara stürzen sich die Wassermassen des Flüsschens Düden über eine Breite von etwa 50 Metern von ­einem Kalksteinplateau 40 Meter tief ins Mittelmeer. Die riesige Travertin-Platte mitten in Antalya entstand über die Jahrtausende durch die Kalkab­lagerungen des Düden. Wahrlich ein lohnendes Ausflugsziel, insbesondere im Frühjahr, wenn der Fluss noch ordentlich Wasser führt!

Unverhofft kommt oft. Oder: Manchmal wird man zu seinem Glück förmlich gezwungen. | von Rainer Stawikowski

Es ist ärgerlich. Seit Tagen gibt es kein Benzin mehr, die meisten Tankstellen auf Kreta haben geschlossen, die Tanklastfahrer der Treibstofflieferanten streiken. Die Hintergründe kennen meine Frau und ich nicht, wir wissen auch nicht, wie lange der Ausstand dauern soll.
Unser Urlaub ist fast zu Ende, einen Tag haben wir noch. Aber wir sind nicht mehr mobil, unser Sprit reicht gerade für die Rückfahrt zum Flug­hafen in Iraklion. Schon während der beiden letzten Tage sind wir sparsam damit umgegangen, haben nur klei­nere Ausflüge unternommen und die nötigen Einkäufe erledigt. Heute muss das Auto stehen bleiben.
Was also tun an diesem herrlichen Sommertag? Der Himmel ist wieder so blau wie auf den Prospekten, die für das Reiseziel Hellas werben, aqua­marin über zerklüfteten Felsen, die rötlich braun einen weißen Sandstrand vorbildlich malerisch einrahmen. Das glasklare Wasser der Ägäis lädt zum Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen ein.

margin-right: 20px; margin-bottom: 10pxDie Hinweise des Auswärtigen Amtes sind alles andere als ermunternd. Von einer der höchsten Mordraten auf der Welt ist da zu lesen. Davon, dass bewaffnete Überfälle an der Tagesordnung sind und Schusswaffen rücksichtslos gebraucht werden. Angriffe auf Busse, Taxen und Touristen gehören zum Alltag in Guatemala … | von Ernst Sosna

Vor 20 Jahren hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, dieses wunderschöne Land in Mittelamerika mit seinen einzigartigen Landschaften und seiner beeindruckenden Tierwelt zu erleben. Viele Flüsse begeisterten mich mit ihrem klaren Wasser und überwältigenden Artenreichtum, sodass ich mir vornahm, diesen Besuch eines Tages zu wiederholen. Jetzt ist es so weit.
Eine Station ist Flores, eine Stadt auf einer Insel im Peten-See. Damals war der Peten das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Mittelamerikas. Die Pisten dorthin verdienten den Namen „Straße“ nicht. Heute führen breite Asphaltbänder in diese Gegend, gesäumt von Palmenplantagen, so weit das Auge reicht. Ihnen und den endlosen Viehweiden wurden weite Teile des Waldes geopfert.
Der 16 Quadratkilometer große ­Nationalpark Tikal bei Flores sieht aus wie eine Regenwaldinsel im Weideland. Die Tiere eines ehemals riesigen Areals finden hier auf engstem Raum eine letzte Überlebensmöglichkeit. Entsprechend häufig sieht man sie, trotz der Besucherströme, die täglich in den Park einfallen. Da huscht ein Ozelot am helllichten Tag über den Weg, streifen Nasenbären durch das Unterholz, lärmen Langarmaffen in den Wipfeln der Bäume.
Die Tempelanlagen von Tikal dürfen nicht mehr bestiegen werden. Die Spuren an den eindrucksvollen Gebäuden, die die Touristenmassen in wenigen Jahrzehnten hinterließen, waren schlimmer als die der Natur in Jahrhunderten. Jetzt bewahrt man sie vor weiteren Schäden. Die Hinterlassenschaften der Mayas beeindrucken sowohl durch ihre monumentale Größe als auch durch ihre wundervolle Lage in der immergrünen Umgebung.
Nahe der Grenze zu Belize geht es hinunter an den Lago de Izabal. Regenwald? Fehlanzeige! Die seeartige Erweiterung des Río Polochic steht unter dem Einfluss der Gezeiten. Bei Flut drückt das Meer sein Wasser weit in die Mündungszone. Der Schwarzgürtelbuntbarsch (Vieja maculicauda) ist hier allgegenwärtig, seine Salzverträglichkeit seit Langem bekannt. Sie begünstigte seine Ausbreitung auf der atlantischen Seite der Landbrücke, ­sodass er von allen mittelamerikanischen Cichliden das größte Vorkommensgebiet hat.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 10/2017