Fischmäuler sind ein beliebtes Forschungsobjekt der Evolutionsbiologen, denn sie zeigen sehr anschaulich nicht nur die Anpassung an verschiedene Lebensräume, sondern regelmäßig auch die Spezialisierung auf bestimmte Nahrungsquellen. Alle Harnischwelse (Loricariidae), zu denen auch der abgebildete juvenile Hexenwels gehört, besitzen ein unterständiges Saugmaul, dessen Bezahnung jedoch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die wenigen, spitzen Zähne des Hexenwelses sind hervorragend dazu geeignet, kleine, tierische Nahrung aufzunehmen. Seine Barteln und die auffälligen Papillen dienen als Geschmacksorgane. Neben seiner primären Funktion versetzt das Saugmaul diese Fische in die Lage, in schnell fließenden Gewässern Halt zu finden, und bei der Brutpflege dient es den männlichen Welsen zum Säubern des Geleges. Andreas Werth

Extrakte aus Braunalgen könnten gegen die Infektion des Menschen mit dem Immunschwäche- Virus HIV-1 wirksam sein. An der Studie einer Gruppe von Wissenschaftlern war auch der Riffökologe Christian Wild vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie beteiligt. Das Team ließ Extrakte der Braunalge Lobophora auf menschliche Zellkulturen einwirken und stellte fest, dass die Viren nicht mehr in die Wirtszellen eindringen konnten, um sich dort zu vermehren. „Braun- und Rotalgen besitzen ein ganzes Arsenal an unbekannten Molekülen, die im Verdacht stehen, Krankheiten wie Krebs und Hepatitis zu bekämpfen“, so Wild. „Bei der Suche nach Arzneimitteln aus der Natur sind sie gemeinsam mit Schwämmen und Weichkorallen die Organismen, die den meisten Erfolg versprechen.“ Für das Projekt sammelte der Ökologe mit dem Erstautor der Studie, Stephan Kremb von der König-Abdullah- Universität in Saudi- Arabien, Algenmaterial aus Korallenriffen des Roten Meeres und aus der Karibik – die Braunalge ist in tropischen Meeresregionen weit verbreitet. Die Extrakte aus der Alge hemmen die Vermehrung verschiedener Stämme von HIV-1, darunter auch multiresistente, indem sie das Anheften der Viren an die Zellen verhindern. Welche Stoffe in den Extrakten für diese Wirkung verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt. Die Wissenschaftler haben bestimmte Polyphenole im Verdacht, Sekundärmetaboliten, die zu den Stoffwechselprodukten der Pflanzen gehören. „Sekundärmetabolite sind noch kaum bekannt“, sagt Wild. „Das ist ein Fundus an möglichen Heilmitteln, den wir erkunden müssen“. Das Team stellte fest, dass die Extrakte aus Algen, die im Meer starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt gewesen waren, das Virus weitaus wirksamer hemmten. Den gleichen Effekt fanden die Wissenschaftler bei Braunalgen, die mit Moostierchen oder mit Kleinalgen besiedelt waren, sogenannten Epibionten. Beide sind für die Alge Stressfaktoren, gegen die sie Abwehrstoffe, eben jene Polyphenole, bildet. Maßgeblich an der Studie beteiligt, die kürzlich in „PLOS One“ erschienen ist, waren auch Christian R. Voolstra von der King Abdullah Universität und Ruth Brack-Werner vom Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München. Für das Forscherteam beginnt nun die Suche nach den Molekülen, die Virenhemmung verursachen. Susanne Eickhoff

Literatur Kremb, S., M. Helfer, B. Kraus, H. Wolff, C. Wild, M. Schneider, C. R. Voolstra & R. Brack-Werner (2014): Aqueous extracts of the marine brown alga Lobophora variegata inhibit HIV-1 infection at the level of virus entry into cells. – Plos One 9 (8), DOI: 10.1371/journal.pone.010 3895.

Unter dem Motto „Raus aus dem Klassenzimmer und biologische Vielfalt entdecken!“ sind bundesweit alle Schulklassen, AGs, Hortgruppen und andere Lernorte in Kooperation mit Schulen aufgerufen, sich an dem Wettbewerb „Biologische Vielfalt“ des Deutschen Wanderverbands vom 1. Mai bis 31. Juli zu beteiligen.

PET-Flaschen gibt es in unterschiedlichen Größen, sie kosten nichts und sind einfach zu verarbeiten. Mit ein wenig Geschick und in jedem Haushalt verfügbarem Werkzeug lassen sie sich in praktische Reusen für den Buntbarschfang verwandeln. | Von Andreas Spreinat

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 4/2015

Aquarienfotografie ist Makrofotografie, und damit ein Foto ein gutes Foto wird, sollte es scharf sein. Dafür brauchen wir Schärfentiefe, so viel wie eben möglich. Abblenden heißt die Devise. Doch was passiert eigentlich, wenn wir diese Regel über Bord werfen und die Blende einfach weit öffnen? Na, wir erhalten dann … echt scharfe Bilder! | Von Stephan Gohmann

Also früher, als ja bekanntlich alles besser war und wir noch auf Farbfilm ablichteten, da arbeitete man grundsätzlich mit möglichst geringen Filmempfindlichkeiten. ISO 100 galt schon als Obergrenze. Besser war noch weniger, um die mühsam erkämpfte Restschärfe nicht durch grobkörniges Filmmaterial wieder aufs Spiel zu setzen. Heutzutage ist entgegen dieser alt überlieferten Lebensweisheit eines erheblich besser als zu damaligen Zeiten: Mit vielen modernen Kameras sind ISO 400 bis 1.600 ziemlich unproblematisch. So weit so gut, aber kann man damit auch etwas Sinnvolles anfangen? Durchaus, lässt sich doch bei hohen ISO-Zahlen vortrefflich ohne Blitz arbeiten!

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 3/2015