Von allen untersuchten Arten der Fische, bodenlebenden Wirbellosen und Großalgen der deutschen Küsten und Meeresgebiete stehen 30 Prozent auf der Roten Liste, sind also als gefährdet einzustufen. Damit ist die Situation in Nord- und Ostsee kaum besser als im Binnenland. Dieses Resümee zog das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bei der Vorlage des vierten Bands der Roten Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze. „Die Situation der Knorpelfische wie Dornhai und Glattrochen ist kritisch und hat sich weiter verschärft“, so BfN-Präsidentin Beate Jessel. Eine Hauptursache für deren Rückgang sei die nach wie vor viel zu hohe Fischerei- Intensität mit Grundschleppnetzen, die selbst in Meeresschutzgebieten weitgehend unkontrolliert stattfindet. Zusätzlich werden die auf dem Meeresgrund vorkommenden Organismen wie Schwämme und Muscheln oder die Lebensgemeinschaften der Sandkorallenriffe beeinträchtigt.

„Die Insekten der Meere“ hätte man den achten Weltkongress der Crustaceenforscher in Frankfurt (Main) nennen können, denn wie die Insekten an Land die Führung in puncto Artenvielfalt übernommen haben, so kommt im Meer- wie im Süßwasser niemand an Garnelen, Krabben und anderen Krebsen vorbei. Als Meister der Anpassung haben sie die Tiefsee ebenso erobert wie Korallenriffe, Mangroven, Flüsse und Höhlen – und einige sogar das Land, etwa Krabben oder Asseln. Der aktuelle Wissensstand wurde im August eine Woche lang beim 8th International Crustacean Congress (ICC8) von 270 Forschern in über 150 Vorträgen und fast 100 Postern sowie natürlich zahlreichen Gesprächen auf dem Gang ausgetauscht. „Ein Thema der Konferenz sind beispielsweise ‚Invasive Crustaceen‘“, erza¨hlte Michael Türkay, Organisator des ICC8, der zugleich Sektionsleiter Crustaceen und Forschungsleiter am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt ist. „Die Populationen dieser zu uns eingewanderten Krebstiere nehmen durch die veränderten Klimabedingungen auch in Deutschland rapide zu.“

Unserem Hobby haben sich, was ich sehr bedaure, fast ausschließlich Männer verschrieben. Frauen, die sich für die Aquaristik begeistern, sind eher selten. Wenn doch, pflegen sie meist Garnelen oder kümmern sich liebevoll um Pflanzenaquarien. Fische und vor allem Buntbarsche halten aber zumeist Männer, und bei vielen bestimmt das Hobby den Alltag in beträchtlichem Maß. Ein Aquarienraum muss her, sie engagieren sich in einem Verein, haben gleichgesinnte Freunde, besuchen Ausstellungen, Aquaristik-Messen und sonstige Veranstaltungen, und einige reisen gar in die Heimat ihrer Lieblingsfische. Das alles kostet Zeit und Geld, und da ist es nicht unwichtig, dass die Ehefrau mitspielt, was nicht immer und schon gar nicht zwangsläufig der Fall ist. Jedenfalls fallen mir so manche Begleiterscheinungen unserer Liebhaberei ein, die einer ordentlichen Hausfrau unangenehm aufstoßen mögen. Ich denke da an die Wasserpanscherei, die Tubifex im Bad, Regen- und Mehlwürmer im Kühlschrank und den Platz, den das Frostfutter in der Gefriertruhe beansprucht.

Als weltweit erster Tierpark bewies der Königliche Burgers’ Zoo, dass eine eingeschlechtliche Fortpflanzung auch bei Rochen möglich ist. Eine genetische Untersuchung zeigte, dass ein kürzlich in Arnheim (NL) geborener Adlerrochen keinen Vater hat! Eine solche Parthenogenese (Jungfernzeugung) ist bisher nur von einigen Reptilien-, Insekten- und Fischarten bekannt. „Bei Rochen konnte bisher noch keine Geburt nachgewiesen werden, ohne dass ein Vater im Spiel war“, freut sich Max Janse, Biologe und Kurator im Burgers’ Ocean, einem der sieben Öko-Displays des Tierparks. Der Traditionszoo, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, ist weltweit der größte Züchter Gefleckter Adlerrochen (Aetobatus narinari). Im Burgers’ Ocean, einem Aquarium mit gut acht Millionen Litern Wasser, leben zwei ausgewachsene männliche Rochen zusammen mit vier Weibchen.

Vielleicht ist gar nicht jedem Leser bewusst, dass man in die Tropen fahren und dennoch in Europa bleiben kann. Französisch- Guayana, im Norden Südamerikas gelegen, ist ein französisches Département und gehört somit zur EU. Wer dorthin reisen will, kann das mit dem Personalausweis tun, ein Pass ist nicht vonnöten. Das ist toll, manchmal aber auch befremdlich. Als ich im Oiapoque oder Oyapock, dem Grenzfluss zu Brasilien, schnorchelte, kam ein Kanu mit vier Camopi- Indios den Fluss herab. Sie trugen den traditionellen roten Lendenschurz und – zur Jagd – Speere sowie Pfeil und Bogen. Sie landeten an und stiegen zu einer Art Kiosk hinauf. Dort bestellten sie – auf Französisch – Bier, griffen unter ihren Lendenschurz – wohin genau eigentlich? – und holten ein paar Euro hervor, um zu bezahlen. Das hatte schon etwas. Uwe Werner

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 12/2014