Bonn. Truppenübungsplätze sind häufig wertvolle Naturräume. Doch sind der Erhalt und die Naturschutzmaßnahmen auf Militärflächen aufgrund der Munitionsbelastung und des Übungsbetriebs mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Ein vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichter Tagungsband gibt nun einen Überblick über etablierte und neuartige Management- Verfahren zum Erhalt wertvoller Offenlandlebensräume auf aktiven und ehemaligen Übungsplätzen. Die herausragende Bedeutung dieser Gelände für den Naturschutz als Folge des teils jahrzehntelangen Übungsbetriebs und des damit verbundenen Landschafts- Managements ist heute unumstritten. Hier finden sich besonders gefährdete Heiden, Trockenrasen und Binnendünen. Der Erhalt solcher wertvollen Offenlandlebensräume unter sich verändernden militärischen Anforderungen auf den von Bundeswehr und Gaststreitkräften genutzten Übungsplätzen stellt eine große Herausforderung des Naturschutzes dar. Das gilt auch aufgrund von Nutzungsänderungen, Vergrasung und Sukzession auf aufgegebenen Plätzen. Betroffen sind zahlreiche in diesen Lebensräumen vorkommende gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Im Rahmen einer Expertentagung des Bundesamts für Naturschutz in Bonn wurde über etablierte und neuartige Management-Verfahren zum Erhalt wertvoller Offenlandlebensräume auf militärischen Übungsplätzen diskutiert. Das geschah auch vor dem Hintergrund der Verpflichtungen der Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie der EU und des gesetzlichen Biotopschutzes. In dem nun vorliegenden Tagungsband werden die Beiträge zu Management- Maßnahmen wie kontrolliertes Brennen, Beweiden, Mahd und Energieholznutzung dokumentiert. Weiterhin werden die Tätigkeiten wichtiger Akteure auf den Übungsplätzen, wie Bundeswehr und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Sparte Bundesforst), vorgestellt. Der Band richtet sich vor allem an Fachleute in den zuständigen Verwaltungen, aber auch an Praktiker, die mit der Offenhaltung und Pflege militärischer Übungsplätze betraut sind. Er enthält wertvolle Anregungen und Hinweise zur konzeptionellen und praktischen Fortentwicklung von Management- Maßnahmen unter den besonderen Rahmenbedingungen auf militärischen Übungsplätzen. Lara Mohn Literatur Ellwanger, G., A. Ssymank & M. Vischer-Leopold (2012): Naturschutz und Biologische Vielfalt 127: Erhaltung von Offenlandlebensräumen auf aktiven und ehemaligen militärischen Übungsflächen. 20,– €. – Online-Bestellungen: www.buchweltshop.de/ bfn.

Osnabrück. Kreative Naturfotograf( innen) sind eingeladen, sich an dem Fotowettbewerb zur UN-Dekade Biologische Vielfalt „Klick in die Vielfalt 2013 – Mensch und Natur“ zu beteiligen. Einzureichen sind Fotos, die das Miteinander von Mensch und Natur beleuchten. Der Mensch gestaltet die Natur und nutzt ihre Ressourcen in vielfältiger Weise. Natur und Landschaft mit ihrer lebendigen Vielfalt wiederum prägen den Charakter von Menschen und Kulturen. Gesucht sind Aufnahmen, die das Verhältnis von Mensch und Natur widerspiegeln. So können Bilder eingereicht werden, die zeigen, wie der Mensch die biologische Vielfalt nutzt, gestaltet oder erforscht. Fotograf( innen) sind aufgerufen, die Begegnung der Menschen mit der Vielfältigkeit des Lebens einzufangen – ob bei Entdeckungstouren oder sportlichen Aktivitäten in der Natur, beim Gestalten oder bei der Pflege und Nutzung vielfältiger Lebensräume, bei der Bewirtschaftung von Wald und Wiese oder beim Genießen der Natur. Bis zum 31. Oktober 2013 kann jeder Teilnehmer bis zu drei Fotos auf die Websites der UN-Dekade Biologische Vielfalt hochladen. Eine Fachjury wählt aus allen Einsendungen mindestens 30 Fotos aus, die ausgezeichnet werden. Zur Jury gehören die UN-Dekade-Botschafter und Profi-Naturfotografen Norbert Rosing und Florian Möllers. Die ausgezeichneten Arbeiten werden auf der Website der UN-Dekade Biologische Vielfalt präsentiert und mit jeweils 100 Euro prämiert. Aus diesen Bildern wiederum werden zwei Siegerfotos ausgewählt, eines von der UN-Dekade-Jury und eines im Rahmen einer Online- Abstimmung durch die Besucher( innen) der Website. Die beiden Sieger(innen) werden zu einem Fotoausflug mit Rosing und Möllers eingeladen. Zudem ist geplant, die Bilder im Rahmen einer bundesweiten Ausstellung zu veröffentlichen. Der Wettbewerb greift das Schwerpunktthema der UN-Dekade für die Jahre 2013/14 „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ auf und strebt eine bildhafte Umsetzung an. Die Fotos zum Wettbewerb können online eingereicht werden unter: http:// www.un-dekade-biologische- vielfalt.de/2036.html.  Ute Magiera

Meeresschwämme werden häufig von einer Vielzahl von Wirbellosen besiedelt, darunter auch Garnelen (Caridea). Man nahm bisher an, dass es sich bei ihnen hauptsächlich um Kommensalen handelt (vorteilhaft für die Garnelen, jedoch ohne nennenswerte Nachteile für die Schwämme), aber in den meisten Fällen bleibt die genaue Beziehung zum Wirt unklar. Eine Forschergruppe aus Tschechien und Iowa (USA) zeigte kürzlich, dass Schwämme bewohnende Garnelen sich oft parasitierend verhalten, indem sie Schwammgewebe fressen. Die Gruppe um Zdenek Duris fand das anhand von Untersuchungen der Morphologie und Mageninhalte von Typton carneus (Familie Palaemonidae) heraus, einer tropischen Garnele aus dem Westatlantik, die in Feuerschwämmen der Gattung Tedania lebt. Schwämme wehren sich gegen Eindringlinge und Fressfeinde durch giftige Stoffwechselprodukte, aber vielen Organismen sei es gelungen, diese biochemische Abwehrwaffe zu umgehen; zahlreiche Polychaeten (Borstenwürmer), Amphipoden (Flohkrebse), Isopoden (Asseln), Ostrakoden (Muschelkrebse), Ophiuriden (Schlangensterne) und eben auch Garnelen leben im Inneren von Schwämmen. Die bemerkenswerten Scheren von T. carneus zeigten auffällige Schleifspuren, die wohl das Ergebnis der Zerkleinerung der kieselsäurehaltigen Schwammnadeln seien. Untersuchungen des Mageninhaltes enthüllten, dass Schwammgewebe eine Hauptnahrungsquelle für T. carneus darstelle. Die parasitäre Lebensweise der Garnele spiegele sich aber auch in einigen Anpassungen ihrer Mundwerkzeuge, in ihrer Fortpflanzungsstrategie und nicht zuletzt in der Aneignung von Wirtspigmenten wider. Damit übereinstimmende Ergebnisse wurden auch bei den verwandten Spezies T. distinctus (aus dem westlichen Atlantik) und T. spongicola (aus dem Mittelmeer) gefunden. Die Verteilung der Garnelen auf den Schwämmen (entweder nur ein einziges Tier oder aber ein heterosexuelles Paar) lasse die Vermutung zu, dass Typton aktiv verhindern, dass ihr Wirt von weiteren Garnelen besiedelt wird, sodass eine stärkere Schädigung des eigenen Schwamms vermieden wird. Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass auch mit Schwämmen assoziierte Garnelen der Gattungen Onycocaris, Periclimenes und Thaumastocaris (Palaemonidae) sowie Synalpheus (Alpheidae) Schwammgewebe verzehren. „Die parasitäre Lebensweise scheint unter den schwammbewohnenden Garnelen weit verbreitet zu sein“, heißt es in der Studie. Gleichwohl sei es unter bestimmten Umständen möglich, dass die Garnelen ihren Wirten auch einen Nutzen bringen, indem sie die Besiedelung durch potenziell noch schädlichere Tiere verhinderten. Weitere Forschung zu diesem Thema sei angesagt. Oliver Mengedoht


Literatur Duris, Z., I. Horkà, P. J. Juracka, A. Petrusek & F. Sandford (2011): These squatters are not innocent: The evidence of parasitism in sponge-inhabiting shrimps. – PLoS ONE 6 (7): e21987.
DOI: 10.1371/journal.pone. 00219 87.

Schon zum zweiten Mal luden die Aquarienfreunde Tirol zu ihrem „Aqua Day“ ein. Er fand dieses Jahr am 21. April in Jenbach (nahe Innsbruck) statt. Um an den Erfolg des Vorjahres anzuknüpfen, hatte man frühzeitig viel Werbung im Internet, in regionalen Zeitungen und im Rundfunk gemacht, das zahlte sich offenbar aus. Als meine Frau und ich am Samstag anreisten, war bereits alles aufgebaut. Einige Kleinigkeiten waren noch zu erledigen, aber man konnte erkennen, was einen erwartete. Schon seit Tagen arbeiteten und organisierten die Mitglieder des Vereins, damit an diesem einen Tag nur ja alles gut lief. Da ich nicht nur als Vortragender an dem Treffen, sondern auch als Anbieter an der Fisch- und Pflanzenbörse teilnahm, setzte ich zuerst einmal meine mitgebrachten Fische in die vorbereiteten Aquarien. Alle Becken – einschließlich Unterbau, Beleuchtung und Luftversorgung – wurden vom Veranstalter gestellt.
Am Sonntag waren früh um acht Uhr (fast) alle Anbieter bereit. Nach einer kurzen Einweisung des Börsenwarts wurden pünktlich um neun Uhr die ersten Besucher eingelassen. Der Ansturm war gewaltig. Den Gästen wurde im großen Saal des Veranstaltungszentrums Jenbach mit über 70 Verkaufsbecken eine Börse geboten, auf der sie zahlreiche Fische und Aquarienpflanzen von privaten Züchtern erwerben konnten. Viele Arten aus allen möglichen Fischgattungen, darunter Aulonocara, Betta, Corydoras, Aspidoras, Dario, Geophagus, Melanotaenia, Hypancistrus, Ancistrus, Tatia und Pseudomugil, um nur einige zu nennen, waren im Angebot. Die Qualität der präsentierten Gewächse und Tiere war sehr gut, alle Anbieter waren bemüht, nur „beste Ware“ anzubieten. Der Österreichische Verband für Vivaristik und Ökologie (ÖVVÖ) hat übrigens eine hervorragende Lösung gefunden, um gute Züchter für ihre Arbeit zu ehren – und bei der Stange zu halten: Sie werden mit einem Zertifikat für die Vereinsbörsen zugelassen. Dieses Dokument gilt aber jeweils nur für ein Jahr, und der Kandidat muss bestimmte Kriterien einhalten, um es zu erlangen. An Infoständen für Süßund Meerwasseraquaristik konnten die Aqua-Day-Besucher sich viele Informationen und Anregungen holen. Mitgebrachtes Aquarienwasser wurde getestet, JBL stellte einen neuen Außenfilter vor.
Auf einer Bühne wurden, fast durchgängig moderiert, die Vorträge über Panzerwelse, Süßwassergarnelen und eine Fischfangreise nach Peru angekündigt, es wurde mit Referenten diskutiert, es gab Live-Aquascapings, und es wurde die Einrichtung eines Aqua-Terrariums vorgeführt. Auch die Kinder kamen nicht zu kurz. So konnten Jung-Aquarianer in einem Workshop nach eigenem Geschmack und unter Anleitung von Mitgliedern des Tiroler Vereins Aquarien komplett einrichten. Im kleinen Saal fand neben den Fach-und Reisereferaten für die Großen auch ein Vortrag für Kinder statt, Thema: Einrichtung eines Wels-Aquariums. Anschließend durften auch hier die jungen Besucher Becken selbst einrichten. Das Augenmerk lag vor allem auf Bodengrund und Dekoration. Im großen Saal waren 17 schön dekorierte Schauaquarien zu sehen, allesamt von Vereinsmitgliedern eingerichtet und mit eigenen Nachzuchten besetzt. Die Becken konnten – mit oder ohne Besatz – im Lauf des Tages erworben und am Nachmittag mit nach Hause genommen werden. Natürlich gab es auch eine Tombola. Mit großzügig gespendeten 1.000 Sachpreisen war einfach für jeden etwas dabei. Das Kuchen- Buffet im Vorraum soll ebenfalls nicht vergessen werden, man hatte an alles gedacht.
Um 17 Uhr war der offizielle Aqua Day vorbei. Ein anstrengender Tag für Aussteller, Anbieter und Helfer ging zu Ende, aber man war sich einig: Die viele Mühe hatte sich auf jeden Fall wieder gelohnt. Alles in allem bot der Aqua Day 2013 eine gute Mischung aus Aquarienschau, Vorträgen und Workshops. Der ÖVVÖ bringt in unregelmäßigen Abständen kleine Fachbücher heraus. Auch in diesem Jahr wurde zum Aqua Day ein neues Buch vorgestellt (über Panzerwelse). Diese Publikationen sind, ähnlich wie die Sonderhefte der IG BSSW in Deutschland, auf bestimmte Themen ausgelegt und – nicht nur für Mitglieder – direkt beim Verband preisgünstig zu erwerben (zehn Euro plus Versandkosten). Es zeigte sich, dass der zweite Aqua Day in Jenbach den ersten im Vorjahr noch übertraf: 740 erwachsene Besucher und ungefähr 600 (!) Kinder nahmen das Aquaristik-Angebot wahr. Der Erlös der Schaubecken auf der Bühne (sie wurden versteigert) und der eingerichteten Aquarien erbrachte die stolze Summe von 1.200 €, die den Sozialfonds Jenbachs gestiftet wurde. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Firmen JBL, Dennerle, Tetra, Juwel, Aquafim und Hagen. Wer nicht die Möglichkeit hatte, den Aqua Day 2013 zu besuchen, bekommt nach dem Lesen dieser Zeilen vielleicht eine Vorstellung davon, was dieser eher kleine und noch junge Verein in Österreich leistet. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Aqua Day, an dem ich auf jeden Fall wieder teilnehmen werde. Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an die Aquarienfreunde Tirol, vor allem an den Obmann Michael Pichler für sein unermüdliches Organisieren!
Erik Schiller

Dieser Artikel will keine neuen Fische vorstellen, keine Zuchtmethoden oder Wasserparameter analysieren. Er will auch nicht über ferne Länder oder die neueste Technik berichten. Er will etwas anderes, er will das „Medium Aquarium“ als mannigfaltiges Instrument für Menschen mit und ohne Behinderung darstellen. | Von Carolin Fink und Jürgen Guttenberger
Unser Ziel ist es, im Rahmen ­unserer pädagogischen Arbeit einen weiteren Ansatz zu finden, Menschen mit Behinderung in ihrer Freizeit zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, Defizite in verschiedenen Entwicklungsbereichen auszugleichen.
Was bei unserem bisher 22 Monate dauernden Projekt herauskam, wie es sich entwickelte und welches Füllhorn mit weiteren Möglichkeiten und Methoden ein Aquarium bietet, beschreiben wir hier am Beispiel einer Wohngruppe für erwachsene Menschen mit verschiedenen Behinderungen.
Im Hinblick auf die zurzeit geführte Debatte um das Pro und Contra der Haltung exotischer Heimtiere wird dieser Artikel den einen oder anderen sicher zum Nachdenken anregen.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 5/2013