In Koch-Shows des deutschen Fernsehens wird nicht immer unterschieden: Ein Gourmet ist ein Feinschmecker, ein Gourmand ein Vielfraß – hier eine aquarienfischige Entscheidungshilfe. | Von Gerhard Ott
Aquarianer, die ihre Aquarienfische essen? Jetzt wird’s dekadent, wird mancher sagen. Nun: Es geht die Legende, dass bei einem früheren DATZ-Redakteur fürs Aquarium zu groß gewordene Buntbarsche in der Pfanne gelandet seien. Verbrieft und dokumentiert ist, dass der Autor dieser Zeilen mindestens einen Goldfisch verspeist hat. Sie brauchen keine Sorge zu haben, wenn ich um ihren Gartenteich herumstreiche. Es war ein kapitaler Goldfisch vom Format eines Kois auf der indonesischen Insel Sumatra. Die Fische gehören dort zu den Delikatessen. Auf einer weiteren asiatischen Insel, nämlich in Taiwan, sind des Autors Lieblinge, also Schmerlen, Speisefische. Auf sämtlichen Fischmärkten von Taipei bis Kenting sind Schlammbeißer zu finden: Misgurnus anguillicaudatus ist in Ostasien weit verbreitet. Die Präsentation auf den Märkten entspricht nicht jener europäisch sensibler Tierschützer: Die lebenden Fische werden in Eiswasser gekühlt gelagert. Neben dieser Frischware sind filetierte Exemplare im Angebot. Die Filets sind tot, so riechen sie auch, wie aus dem Schlamm geholt, was ja auch irgendwie stimmt. Der moderige Geruch, der über den Markt zieht, lässt sich leider nicht fotografieren.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 09/2013

Die Wirbellosen-Aquaristik liegt weiter im Trend, und der VDA-Arbeitskreis „Wirbellose in Binnengewässern“  (AKWB) verzeichnete 2012 – wie in den Jahren zuvor – einen regen Zustrom an neuen Mitgliedern. Eben solche wie auch alte Hasen trafen sich vom 5. bis 7. April zu ihrer jährlichen Tagung, erstmals in Stuttgart. In der Vergangenheit hatte man sich immer in Lehrte bei Hannover versammelt. Außer an dem günstigen und ziemlich zentral gelegenen Tagungshotel lag das vor allem daran, dass die dortige Ortsgruppe unter Gerd Voss die „Keimzelle“ unseres Arbeitskreises war. Inzwischen gibt es aber aktive Regionalgruppen in Hamburg, in Berlin, im Rhein-Main-Gebiet, im Schwarzwald sowie in Süddeutschland (Infos unter www.wirbellose.de), und die im Süden unserer Republik lebenden Mitglieder hatten sich eben gewünscht, dass die jährliche AK-Zusammenkunft auch einmal in ihrer Region stattfindet. So fiel die Wahl auf die Landeshauptstadt Baden-Württembergs, wo mit Geschäftsführerin Jennifer Hamm und Schatzmeister Tim Tüchsen zwei Vorstandsmitglieder beheimatet sind. Sie nahmen die Planung in die Hand und stellten ein rundum gelungenes Treffen mit tollem Programm auf die Beine.

Wie funktioniert Artbildung im kontinentalen Maßstab? Neue molekulare Untersuchungen an Fiederbartwelsen fanden Überraschendes heraus. | Von Timo Moritz und Julia J. Day
Fiederbartwelse der Gattung Synodontis schwimmen nicht nur häufig auf dem Rücken, sondern gelegentlich auch konträr zu den allgemein verbreiteten Ansichten über die Evolution der Fische in Afrika – wie neuere Untersuchungen zur Entwicklung dieser Welsgruppe zeigen. Um das große Ganze zu verstehen, nehmen sich Wissenschaftler oft kleine Teile heraus und untersuchen sie im Labor. Evolution lässt sich aber nicht immer in einzelne Teile zerlegen, doch Inseln oder inselartige Systeme, etwa Seen, bieten „natürliche Versuchsanordnungen“, in denen sich komplexe Vorgänge beispielhaft untersuchen lassen.  

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 08/2013

Bonn. Truppenübungsplätze sind häufig wertvolle Naturräume. Doch sind der Erhalt und die Naturschutzmaßnahmen auf Militärflächen aufgrund der Munitionsbelastung und des Übungsbetriebs mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Ein vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichter Tagungsband gibt nun einen Überblick über etablierte und neuartige Management- Verfahren zum Erhalt wertvoller Offenlandlebensräume auf aktiven und ehemaligen Übungsplätzen. Die herausragende Bedeutung dieser Gelände für den Naturschutz als Folge des teils jahrzehntelangen Übungsbetriebs und des damit verbundenen Landschafts- Managements ist heute unumstritten. Hier finden sich besonders gefährdete Heiden, Trockenrasen und Binnendünen. Der Erhalt solcher wertvollen Offenlandlebensräume unter sich verändernden militärischen Anforderungen auf den von Bundeswehr und Gaststreitkräften genutzten Übungsplätzen stellt eine große Herausforderung des Naturschutzes dar. Das gilt auch aufgrund von Nutzungsänderungen, Vergrasung und Sukzession auf aufgegebenen Plätzen. Betroffen sind zahlreiche in diesen Lebensräumen vorkommende gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Im Rahmen einer Expertentagung des Bundesamts für Naturschutz in Bonn wurde über etablierte und neuartige Management-Verfahren zum Erhalt wertvoller Offenlandlebensräume auf militärischen Übungsplätzen diskutiert. Das geschah auch vor dem Hintergrund der Verpflichtungen der Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie der EU und des gesetzlichen Biotopschutzes. In dem nun vorliegenden Tagungsband werden die Beiträge zu Management- Maßnahmen wie kontrolliertes Brennen, Beweiden, Mahd und Energieholznutzung dokumentiert. Weiterhin werden die Tätigkeiten wichtiger Akteure auf den Übungsplätzen, wie Bundeswehr und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Sparte Bundesforst), vorgestellt. Der Band richtet sich vor allem an Fachleute in den zuständigen Verwaltungen, aber auch an Praktiker, die mit der Offenhaltung und Pflege militärischer Übungsplätze betraut sind. Er enthält wertvolle Anregungen und Hinweise zur konzeptionellen und praktischen Fortentwicklung von Management- Maßnahmen unter den besonderen Rahmenbedingungen auf militärischen Übungsplätzen. Lara Mohn Literatur Ellwanger, G., A. Ssymank & M. Vischer-Leopold (2012): Naturschutz und Biologische Vielfalt 127: Erhaltung von Offenlandlebensräumen auf aktiven und ehemaligen militärischen Übungsflächen. 20,– €. – Online-Bestellungen: www.buchweltshop.de/ bfn.

Osnabrück. Kreative Naturfotograf( innen) sind eingeladen, sich an dem Fotowettbewerb zur UN-Dekade Biologische Vielfalt „Klick in die Vielfalt 2013 – Mensch und Natur“ zu beteiligen. Einzureichen sind Fotos, die das Miteinander von Mensch und Natur beleuchten. Der Mensch gestaltet die Natur und nutzt ihre Ressourcen in vielfältiger Weise. Natur und Landschaft mit ihrer lebendigen Vielfalt wiederum prägen den Charakter von Menschen und Kulturen. Gesucht sind Aufnahmen, die das Verhältnis von Mensch und Natur widerspiegeln. So können Bilder eingereicht werden, die zeigen, wie der Mensch die biologische Vielfalt nutzt, gestaltet oder erforscht. Fotograf( innen) sind aufgerufen, die Begegnung der Menschen mit der Vielfältigkeit des Lebens einzufangen – ob bei Entdeckungstouren oder sportlichen Aktivitäten in der Natur, beim Gestalten oder bei der Pflege und Nutzung vielfältiger Lebensräume, bei der Bewirtschaftung von Wald und Wiese oder beim Genießen der Natur. Bis zum 31. Oktober 2013 kann jeder Teilnehmer bis zu drei Fotos auf die Websites der UN-Dekade Biologische Vielfalt hochladen. Eine Fachjury wählt aus allen Einsendungen mindestens 30 Fotos aus, die ausgezeichnet werden. Zur Jury gehören die UN-Dekade-Botschafter und Profi-Naturfotografen Norbert Rosing und Florian Möllers. Die ausgezeichneten Arbeiten werden auf der Website der UN-Dekade Biologische Vielfalt präsentiert und mit jeweils 100 Euro prämiert. Aus diesen Bildern wiederum werden zwei Siegerfotos ausgewählt, eines von der UN-Dekade-Jury und eines im Rahmen einer Online- Abstimmung durch die Besucher( innen) der Website. Die beiden Sieger(innen) werden zu einem Fotoausflug mit Rosing und Möllers eingeladen. Zudem ist geplant, die Bilder im Rahmen einer bundesweiten Ausstellung zu veröffentlichen. Der Wettbewerb greift das Schwerpunktthema der UN-Dekade für die Jahre 2013/14 „Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur“ auf und strebt eine bildhafte Umsetzung an. Die Fotos zum Wettbewerb können online eingereicht werden unter: http:// www.un-dekade-biologische- vielfalt.de/2036.html.  Ute Magiera