Seit 1999 schreibt die Deutsche Cichliden-Gesellschaft e. V. (DCG) jährlich ihren Förderpreis aus, um Arbeiten zu unterstützen, die da- zu dienen, die wissenschaftlichen und aquaristischen Kenntnisse über die Fischfamilie der Cichliden zu vervollständigen und zu verbreiten, sowie Projekte zu fördern, die sich im Sinn des Natur- und Artenschutzes auf Buntbarsche beziehen.

So unterstützte die DCG bereits das Buntbarschlabor an der Universität Gießen oder Vorhaben, in denen die Artenvielfalt der Cichliden im Viktoria- und Tanganjikasee sowie in den Kraterseen Nikaraguas, die Systematik und Ökologie der Diskusbuntbarsche, die Phylogenie und Biogeografie verschiedener südamerikanischen Cichlidengattungen oder die Verhaltensbiologie und die Evolution von Tanganjikasee- und Malawisee-Buntbarschen untersucht wurden. Um den Cichliden-Förderpreis 2013 kann sich jeder bewerben, der sich mit der Biologie von Buntbarschen befasst und einen Beitrag zu ihrer Erforschung und Arterhaltung leisten will – unabhängig davon, ob er Mitglied in der DCG ist oder nicht.

Weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen gibt es beim Geschäftsführer der DCG (Tel. [05237] 9099824 oder geschaeftsfuehrer@ dcg-online.de) sowie im Internet (www.dcg-online.de). Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober dieses Jahres beim Geschäftsführer einzureichen. DCG-Vorstand

Draufgänger
Wert auf Tropenreisen in entlegenen Ecken der Welt nach Fischen sucht, braucht kein extrem trainierter „Draufgänger“ oder gar „Indiana Jones“ zu sein, sollte sich aber auch nicht vor allem und jedem fürchten. Natürlich darf man nicht zu sehr am Luxus hängen und tut gut daran, an sich selbst und seine Fähigkeiten zu glauben, möglicherweise auftretende Schwierigkeiten zu meistern. Das gilt auch, wenn man sich einer Gruppe anschließt, für die man sonst zum „Klotz am Bein“ wird und den Spaß an einer solchen Abenteuerreise verdirbt.

Mit meinen Reisegefährten hatte ich immer Glück. Sie nahmen Unbequemlichkeiten und Strapazen in Kauf und beteiligten sich an den zwangsläufig anfallenden, bei tropischer Hitze oft anstrengenden und nervenden Arbeiten, ohne groß zu murren. An einmal gemeinsam getroffenen Entscheidungen wurde nie herumgemäkelt, und die gefangenen Fische wurden stets einvernehmlich geteilt. In anderen Reiseteams kam es dagegen gelegentlich zu Reibereien, über einen solchen Fall will ich hier, gewissermaßen „aus zweiter Hand“, berichten. Den Freund, der die Gruppe um sich geschart hatte, um in Guatemala nach Fischen zu suchen, hatte ich selbst auf verschiedenen Reisen als durchaus verlässlichen, umgänglichen und verantwortungsbewussten Begleiter kennengelernt. Ich hege keinen Zweifel, dass alles stimmt, was er berichtete …

Eines der Ziele seiner Reise war, zum Río Champey zu fahren, um die hier abgebildete Lokalform des Buntbarsches Chuco godmanni zu fangen. Doch der glasklare Fluss, dessen Wasser zügig über Kalksteinuntergrund strömt und mehrere tiefe Kolke ausgewaschen hat, ist nicht ganz einfach zu erreichen. 1985 hatte ich mich nämlich selbst von Cobán aus, wo man übernachten kann, ostwärts über die Ansiedlungen von Chelac und Pajal und vorbei an den Höhlen von Lanquín dorthin gequält. Die Strecke ist nicht einmal lang, die Piste aber in katastrophalem Zustand, sodass wir für wenig mehr als 60 Kilometer mit dem Allradfahrzeug fünf Stunden unterwegs waren. Auch mein Freund traf es nicht besser an, er war aber vorgewarnt und hatte mit seinen Leuten abgemacht, zumindest eine Nacht an Ort und Stelle zu bleiben, also in Hängematten im Saumwald des Flusses zu übernachten. So weit, so gut. Allerdings hat das Abenteuer, das man erträumt und plant oder von dem man erzählt, mit der Wirklichkeit leider nicht immer viel gemein.

Die Gruppe erreichte also den Fluss, sie schnorchelte in seinem glasklaren Wasser und begann noch am Nachmittag, geeignete Schlafplätze zu suchen und alles für die Übernachtung vorzubereiten. Noch war alles gut. Doch als kurz nach 18 Uhr die Dunkelheit hereinbrach, gingen einem Mitglied der Reisegruppe, einem 110-Kilo-Hünen von Mann, die Nerven durch. Es begann damit, dass er lauthals schimpfte, sich überhaupt auf so etwas eingelassen zu haben, dass er sicher von Mücken und Skorpionen gestochen und von Spinnen und Ameisen gebissen werde und gar nicht erst an die blutsaugenden Vampirfledermäuse und die sicher um das Lager herumschleichenden Raubtiere, Diebe und Mörder denken wolle. Dabei fuchtelte er mit eingeschalte- ter Taschenlampe herum, suchte den Wald und das gegenüberliegende Ufer ab und war nicht davon zu überzeu- gen, dass er so doch nur auf sich aufmerksam mache. Ihren Höhepunkt fand die Angstattacke in seinem Versuch, den Autoschlüssel an sich zu bringen, um noch in der Nacht zurückzufahren!

Bleibt zu erwähnen, dass er schließlich doch beruhigt werden konnte, weder von Pumas noch von Ameisen gefressen wurde – und dass er in der Zeitung seiner Heimatstadt wenige Wochen später darüber berichtete, welchen schrecklichen Gefahren er (und sein Team) in Guatemala auf heroische Weise getrotzt hatten. Von Uwe Werner

In Koch-Shows des deutschen Fernsehens wird nicht immer unterschieden: Ein Gourmet ist ein Feinschmecker, ein Gourmand ein Vielfraß – hier eine aquarienfischige Entscheidungshilfe. | Von Gerhard Ott
Aquarianer, die ihre Aquarienfische essen? Jetzt wird’s dekadent, wird mancher sagen. Nun: Es geht die Legende, dass bei einem früheren DATZ-Redakteur fürs Aquarium zu groß gewordene Buntbarsche in der Pfanne gelandet seien. Verbrieft und dokumentiert ist, dass der Autor dieser Zeilen mindestens einen Goldfisch verspeist hat. Sie brauchen keine Sorge zu haben, wenn ich um ihren Gartenteich herumstreiche. Es war ein kapitaler Goldfisch vom Format eines Kois auf der indonesischen Insel Sumatra. Die Fische gehören dort zu den Delikatessen. Auf einer weiteren asiatischen Insel, nämlich in Taiwan, sind des Autors Lieblinge, also Schmerlen, Speisefische. Auf sämtlichen Fischmärkten von Taipei bis Kenting sind Schlammbeißer zu finden: Misgurnus anguillicaudatus ist in Ostasien weit verbreitet. Die Präsentation auf den Märkten entspricht nicht jener europäisch sensibler Tierschützer: Die lebenden Fische werden in Eiswasser gekühlt gelagert. Neben dieser Frischware sind filetierte Exemplare im Angebot. Die Filets sind tot, so riechen sie auch, wie aus dem Schlamm geholt, was ja auch irgendwie stimmt. Der moderige Geruch, der über den Markt zieht, lässt sich leider nicht fotografieren.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 09/2013

Die Wirbellosen-Aquaristik liegt weiter im Trend, und der VDA-Arbeitskreis „Wirbellose in Binnengewässern“  (AKWB) verzeichnete 2012 – wie in den Jahren zuvor – einen regen Zustrom an neuen Mitgliedern. Eben solche wie auch alte Hasen trafen sich vom 5. bis 7. April zu ihrer jährlichen Tagung, erstmals in Stuttgart. In der Vergangenheit hatte man sich immer in Lehrte bei Hannover versammelt. Außer an dem günstigen und ziemlich zentral gelegenen Tagungshotel lag das vor allem daran, dass die dortige Ortsgruppe unter Gerd Voss die „Keimzelle“ unseres Arbeitskreises war. Inzwischen gibt es aber aktive Regionalgruppen in Hamburg, in Berlin, im Rhein-Main-Gebiet, im Schwarzwald sowie in Süddeutschland (Infos unter www.wirbellose.de), und die im Süden unserer Republik lebenden Mitglieder hatten sich eben gewünscht, dass die jährliche AK-Zusammenkunft auch einmal in ihrer Region stattfindet. So fiel die Wahl auf die Landeshauptstadt Baden-Württembergs, wo mit Geschäftsführerin Jennifer Hamm und Schatzmeister Tim Tüchsen zwei Vorstandsmitglieder beheimatet sind. Sie nahmen die Planung in die Hand und stellten ein rundum gelungenes Treffen mit tollem Programm auf die Beine.

Wie funktioniert Artbildung im kontinentalen Maßstab? Neue molekulare Untersuchungen an Fiederbartwelsen fanden Überraschendes heraus. | Von Timo Moritz und Julia J. Day
Fiederbartwelse der Gattung Synodontis schwimmen nicht nur häufig auf dem Rücken, sondern gelegentlich auch konträr zu den allgemein verbreiteten Ansichten über die Evolution der Fische in Afrika – wie neuere Untersuchungen zur Entwicklung dieser Welsgruppe zeigen. Um das große Ganze zu verstehen, nehmen sich Wissenschaftler oft kleine Teile heraus und untersuchen sie im Labor. Evolution lässt sich aber nicht immer in einzelne Teile zerlegen, doch Inseln oder inselartige Systeme, etwa Seen, bieten „natürliche Versuchsanordnungen“, in denen sich komplexe Vorgänge beispielhaft untersuchen lassen.  

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 08/2013