Darwins größtes Dilemma Von Josef H. Reichholf. 304 Seiten, 22 Farbabbildungen, gebunden. Verlag C. H. Beck, München, 2011. ISBN 978-3-406-58713-9. 19,95 €

Bücher aus der Feder des renommierten Münchener Biologie-Professors Josef H. Reichholf sind stets etwas Besonderes, denn er nimmt sich immer wieder spannender Themen an und bereitet sie so auf, dass auch der interessierte Laie seine Werke mit großem Vergnügen und einem noch größeren Wissenszuwachs liest. Auch in dem vorliegenden Buch ist das keinesfalls anders. Reichholf hat ein Feld gewählt, das dem Menschen doch allzeit bekannt vorkommen muss: die Schönheit. Natürlich ist Schönheit ein abstrakter Begriff, unter dem jeder etwas anderes versteht, und über Schönheit oder Geschmack lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten. Doch der Autor lässt den neugierigen und erwartungsvollen Leser nicht lange zappeln; er steigt direkt in das Thema ein und bietet aus dem Tierreich eine Vielzahl bekannter und auch weniger bekannter Beispiele für „Schönheit“.

Von Elisabeth Tova Bailey. 172 Seiten. Taschenbuch, kartoniert. Piper Verlag, München, 2014. ISBN 978-3-492-30237-0. 8,99 €

Das Verhältnis des Menschen zu Schnecken ist wohl als ambivalent zu bezeichnen. Das gilt offenbar auch für Aquarianer, denn die einen bezeichnen diese Mollusken als „Plage“, andere als Gesundheitspolizei, und für wiederum andere sind die Weichtiere gar die einzige Motivation, um überhaupt Aquaristik zu treiben; die in den vergangenen Jahren erschienenen Bücher über Schnecken im Aquarium belegen dies. Elisabeth Tova Bailey hatte nach eigenem Bekunden kein merkliches Interesse an diesen eher versteckt lebenden Mitwesen. In einem Haus im Wald wohnend, zog es die junge Frau eher mit ihrer Hündin nach draußen, bis, nach einem Aufenthalt in den Alpen, eine ihr Leben bedrohende Krankheit die lebensbejahende Amerikanerin für Jahre ans Bett fesselt. Nichtstun und Langeweile plagen sie in ihrem Krankenzimmer, weit entfernt von ihrem Waldhaus, doch eines Tages bringt ihr eine Freundin eine Landschnecke mit. Zunächst fragt sie sich, was sie mit dem Tier nun anfangen soll.

Von Matevž Lenarcic. 400 Seiten, 220 Farbfotos, drei Karten, gebunden mit Schutzumschlag. Verlag Delius Klasing, Bielefeld, 2014. ISBN 9783768838801. 49,90 €  

Was für ein gewaltiges Buch! Aber eigentlich ist es auch nicht nur ein Buch, es bietet Dokumentation und Abenteuer gleichzeitig, beeindruckende fotografische Leistung und atemraubende Erlebnisse, und es gibt Zeit und Anlass, unsere Erde einmal aus so ganz anderer Perspektive zu betrachten und zu beurteilen, an die Hand genommen von einem außergewöhnlichen Abenteurer und leidenschaftlichen Entdecker. Matevž Lenarcic ist Biologe, Pilot, Alpinist, Gleitschirmflieger, Umweltforscher und Fotograf, ein Multitalent. Mit einem eigens für das Unternehmen konstruierten Ultraleichtflugzeug flog er in einem Zeitraum von zwei Jahren mit insgesamt 370 Flugstunden über 90.000 Kilometer, machte über 100.000 Fotos, um das zu dokumentieren, was ihm für diese alles andere als alltägliche Reise am Herzen lag: „Der Planet Erde ist nicht überbevölkert und kann es auch nicht sein. Lediglich kleine Bereiche sind von Überbevölkerung betroffen. Auch das Wasser geht unserem Planeten nicht aus, es mangelt nur in bestimmten begrenzten Gebieten. Tatsächlich gibt es auf unserem blauen Planeten eine Fülle von allem, und die Menschheit besitzt genug Wissen, Fertigkeiten und Kapital, um eine gerechte Verteilung von Waren zu gewährleisten.“

Wie uns der Verlust der Artenvielfalt kulturell verarmen lässt
Von Marcel Robischon, 320 Seiten, 13 Schwarzweiß-Grafiken, gebunden, Oekom Verlag, Gesellschaft für ökologische Kommunikation mbH, München, 2012. ISBN 978-3-86581-182-0. 19,95 €

Im Oekom-Verlag erscheinen immer wieder außergewöhnliche Bücher, Bereicherungen für den Literaturmarkt. Dieser der Nachhaltigkeit verpflichtete Verlag publizierte ein Werk von Marcel Robischon, das für diese Zeit sehr wichtig ist. Wir befinden uns an einer Schwelle, an der die Menschheit entscheiden kann (muss), ob sie weiterhin die Erde ausbeuten, vergiften, erwärmen, zumüllen will oder ob sie „die Kurve kriegt“ und die letzten Naturparadiese erhält, die Klimakatastrophe abwendet und von Atomtechnik, Fracking, Genmanipulationen und anderen Verbrechen an der Natur und künftigen Generationen ablässt. Vor diesem Hintergrund ist Robischons Buch etwas Besonders, denn er legt nicht nur den Finger in die Wunde derer, die durch das Artensterben, die Verschmutzung der Welt und all die anderen todbringenden Frevel an „Mutter Erde“ leiden, sondern er beschreibt auch nachdrücklich, welche kulturellen Verluste wir Menschen durch unser Handeln uns selbst beibringen.

Von Ellen Thaler. 64 Seiten, 72 Farbfotos, Paperback. Natur und Tier-Verlag, Münster 2012 (zweite Auflage). ISBN 978-3-86659-082-3. 14,80 €

Doktorfische gehören sicher zu den umstrittensten Pfleglingen in der Meerwasseraquaristik. So attraktiv diese Fische auch sind und so interessant ihr Verhalten im Riff auch sein mag, längst nicht alle der im Handel angebotenen Arten sind für eine Pflege im Aquarium wirklich geeignet. Mit diesem Buch findet man endlich einen Ratgeber, der das auch ganz klar sagt.