altLeichter Einstieg in Pflege und Zucht Von Michael J. Schönefeld. 96 Seiten, gebunden. Dähne Verlag, Ettlingen, 2013. Rund 160 Farbfotos. ISBN 978-3-935175-73-9. 14,80 €  

Unter der Bezeichnung „Fibeln“ gibt der Dähne Verlag eine Reihe kleiner aquaristischer Sachbücher heraus, die nicht für Experten, sondern für Anfänger gedacht sind. Der zuletzt erschienene Band dieser Buchreihe ist unter dem Titel „Diskus-Fibel“ erschienen. Der Autor beginnt mit der Frage, wie viele Diskus-Arten es gibt. Bei seiner Antwort richtet er sich nach der letzten taxonomischen Veröffentlichung (Hrbek et al. 2011), die auf der Grundlage nukleargenetischer Untersuchungen fünf Spezies unterscheidet: Symphysodon discus (Heckel-Diskus), S. aequifasciatus (Brauner Diskus), S. tarzoo (Grüner Diskus), S. sp. 1 (Blauer Diskus, ohne gültigen wissenschaftlichen Namen) sowie einen nicht bearbeiteten Diskus aus dem Rio Xingu (S. sp. 2). Die Vorstellung der Wildformen beschließt ein Kapitel über die rotbraunen oder sogar orangeroten „Roten Diskus- Wildfänge“ aus der Umgebung der Städte Alenquer und Santarém. Im Hauptteil des Werks werden Zuchtformen behandelt, die inzwischen anstelle von Wildformen überwiegend gepflegt werden. Beschrieben werden nicht nur die Merkmale, sondern auch die Entstehungsgeschichte von Brillant- oder Streifentürkis-Diskus, Albino- Diskus, Rottürkis-Diskus (Checkerboard-, Red-Pearl-, Red-Scribbel-Diskus), Gepunkteten Diskus (Leopard-, Leopard-Snake-Skin-, Ring-Leopard-Diskus), Pidgeon- Blood-Diskus (Marlboro Red, White Pidgeon, Checkerboard Pidgeon, Snakeskin Pidgeon) sowie von Zuchtformen des Heckel- Diskus. Viele Fotos erleichtern die Unterscheidung der Farbformen. In der zweiten Hälfte des Werks geht der Autor auf Erwerb, Pflege und Nachzucht von Diskusfischen ein. Die Kaufentscheidung sollte davon abhängen, welchen Eindruck die Verkaufsbecken und das Verhalten der angebotenen Fische machen, insbesondere ihre Körper-, Flossen- und Kiemendeckelform sowie die Größe ihrer Augen. Auch über die Wahl eines geeigneten Aquariums, seine Einrichtung und die benötigte Technik (Filter, Beleuchtung, Heizung, Belüftung) werden wichtige Informationen vermittelt.

Von Yann Arthus-Bertrand und Brian Skerry. 300 Seiten, gebunden, Verlag Knesebeck, München, 2013? ISBN 9783868735697. 39,95 €

Ein gewichtiges Buch im wahrsten Sinn des Wortes, ein Buch, das einen beachtlich weiten Bogen schlägt, ein fantastisches Buch: Es sei die „Partitur für gemeinsame Bestrebungen und neue Bündnisse, die wir angehen und eingehen müssen, um unseren Planeten zu bewahren“, schreibt Yann Arthus-Bertrand im Vorwort, und Brian Skerry ergänzt: „Das Meer ... gehört jedem Einzelnen von uns. Es ist an der Zeit, dass wir uns das Meer zu eigen machen und schützen, was wir lieben.“ Ein Aufruf zweier renommierter Fotografen, ein leidenschaftliches Plädoyer via Kamera und eine sehr überzeugende, sachliche Themenaufbereitung mit so ganz verschiedenen Beiträgen von Journalisten, Wissenschaftlern und Umweltschützern. Begleitet, umrahmt und jedes Wort verdeutlichend von außergewöhnlichen Bildern unter und über Wasser. Das große Format und seine 300 Seiten lassen keinen Aspekt unerwähnt, keine Frage offen. Dokumentieren die verletzliche, aber irgendwie unzerstörbare Schönheit der Weltmeere, immerhin 70 Prozent der Erdoberfläche, von ganz weit oben und von ganz tief unter dem Meeresspiegel, präsentieren zum Einrahmen schöne Fotografien verschiedener Meeresbewohner, ihre Lebensräume, aber sie konfrontieren auch mit höchst unschöner Realität, mit Dramatik und Perversion.

Kurzgeschichten
Von Jörg W. Gronius. 130 Seiten, broschiert. Conte-Verlag, Saarbrücken, 2009.
ISBN 9783936950984. 11,90 €

Jörg W. Gronius ist ein echter Berliner, den es irgendwann nach Saarbrücken verschlagen hat. Und da Saarbrücken, nicht anders als Berlin, weit entfernt ist von Meer und Wasser, braucht es schon einige Fantasie, um sich vorzustellen, wie es an der Küste wohl zugehen mag. Genau diese Fantasie ist es, die Gronius zu geradezu aberwitzigen literarischen Pirouetten antreibt. Es ist der einzige und große Traum einer jungen Frau, am Wasser zu wohnen. „Sie arbeitete, gönnte sich nichts, legte jeden Cent auf die hohe Kante.“ Aber der Traum bleibt ein Traum. Dann „hatte sie sich an einen Typen gehängt, der an der Börse herummachte … und eines schönen Tages war es dann soweit ... Wir haben unser Haus.“


Von Hans Horsthemke und Michael Taxacher. 96 Seiten, gebunden. Dähne-Verlag, Ettlingen,
2012. Rund 150 Farbfotos. ISBN 978-3-935175-89-0. 14,80 €

Endlich ein Buch über Grundeln, endlich ist es da: Michael Taxacher und Hans Horsthemke haben gemeinsam eine Grundelfibel geschrieben, ein gelungenes Nachschlagewerk zu im Handel angebotenen Arten. Der Leser kann sich darin schnell und ausreichend über die notwendigen Haltungsbedingungen und die Endgröße seiner Wunschart informieren. Die gut bebilderten Artbeschreibungen geben Auskunft über Wasserwerte, Ernährung, Vermehrungsstrategien und Aquarieneinrichtung. Etwas gewöhnungsbedürftig scheint die Aufteilung zu sein, wie ich von einigen Aquarianern hörte.


Eine Natur- und Kulturgeschichte
Von Ragnar Kinzelbach. 88 Seiten, broschiert. Westarp-Wissenschaften, Hohenwarsleben,
2012. Zahlreiche Zeichnungen und Fotos. ISBN 9783894322526. 19,95 €

Der Autor war in seiner aktiven Zeit einer der profiliertesten deutschen Zoologen, unter anderem befasste er sich intensiv mit der Fauna des Rheins. In seinem Ruhestand entwickelte er sich zu einem vielfältig interessierten Sachbuchautor. Dafür ist die vorliegende Publikation ein sehr schönes Beispiel. Es geht um „Augusta“, ein Panzernashorn (Rhinoceros unicornis), das im Jahr acht unserer Zeitrechnung im Kampf gegen einen Elefanten in einer römischen Arena sein Leben verlor. Augusta war damit aller Wahrscheinlichkeit nach das erste Nashorn in Europa. Kinzelbach sammelte und rekonstruierte alle erreichbaren Hinweise auf die Reise des Tieres und auf Augustas letzten Lebensabschnitt.