Jacques Géry – Katalog der ichthyologischen Bibliothek
Von Andreas S. Brahm und Axel Zarske. 132 Seiten, Paperback, Edition Chimaira, Frankfurt, 2013. Über 170 SW- und Farbabbildungen. ISBN 978-3-89973-108-8. 10,– €

Jacques Géry ist den meisten Aquarianern ein Begriff, DATZ-Lesern sowieso. Sie erinnern sich an mehrere Beiträge aus seiner Feder, insbesondere Artbeschreibungen (zuletzt in Heft 5/1997, Hyphessobrycon frankei, in Co-Autorschaft mit Axel Zarske) oder an seine Übersicht über die Systematik amazonischer Salmler (DATZ-Sonderheft „Amazonas“, 1994).
In demselben Sonderheft erschien ein Interview, das Rolf Geisler und ich im Sommer 1994 an ­Gérys Wohnsitz in Sarlat (Frankreich) mit dem französischen Arzt und Ichthyologen geführt hatten; dort findet sich auch Gérys „Anti-(Selbst)Porträt“, das den Umschlag des hier besprochenen Katalogs ziert. In DATZ 9/2007 würdigte Rolf Geisler in einem kurzen Nachruf das Werk seines am 15. Juni 2007 verstorbenen Freundes Jacques.
Der begeisterte und rührige Fischforscher Géry hinterließ – erwartungsgemäß – eine umfangreiche Bibliothek, die Andreas S. Brahm (Chimaira Buchhandelsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main) kürzlich von Gérys Witwe Georgie erwarb und nun in einem bemerkenswerten Katalog zum Verkauf anbietet.
Schon das Blättern und das Lesen in diesem üppig illustrierten Verzeichnis wer­­den den ichthyologisch und fachliterarisch interessierten Aquarianer fesseln, das Betrachten der vielen Abbildungen wird ihn begeistern: Schwarzweiß- und Farbfotografien zeigen Géry und etliche seine Wegbegleiter sowie einige der von ihm beschriebenen Salmler.

Störe – Biologie und Aquakultur
Von Martin Hochleithner. 244 Seiten, Hardcover, AquaTech-Publications, Kitzbühel, 2012. Zahlreiche SW- und Farbfotos. ISBN 978-3-902855-06-0. 42,80 €

Das Buch bietet eine umfassende Darstellung aller bekannten Daten zu Biologie, bekannten Arten und Aquakultur sämtlicher störartiger Fischarten.
Es beginnt mit einer kurzen, allgemeinen Übersicht zur Biologie dieser Knorpelfische. Unendlich viele Details werden zusammengestellt, allerdings wirkt alles sehr unübersichtlich, ein einziger Wust an Worten, obendrein engzeilig gesetzt. Man muss sich die gewünschten Informationen im wahrsten Sinn des Wortes heraussuchen.
Dabei sind die einzelnen Textteile sehr unterschiedlich in Bezug auf Informationsgehalt und Komplexität, mal gut lesbar und eher einfach, mal sehr wissenschaftlich und Vorkenntnisse erwartend. Das Ganze wirkt, als ob unterschiedlichste Textteile zusammenkopiert worden seien. Es findet sich leider auch keine einzige Quellenangabe in diesem Abschnitt. Zwar gibt es eine Literaturübersicht, doch ist die Zuordnung einzelner Fakten zu bestimmten Ver­öffentlichungen nicht möglich.

Ship Ahoy
Von Tim Binding. 368 Seiten, gebunden. mare verlag, Hamburg, 2012. ISBN 9783866481688. 19,90  €

Al Greenwood, der skurrile Held dieses Romans, hatte bereits in „Cliffhanger“ und „Fishnapping“ höchst erfolgreiche Auftritte, aber ­keine Bange: Tim Bindings dritter Al-Greenwood-Roman bedarf keiner Vorlektüre, so empfehlenswert die beiden ersten Titel auch sind. Wer Spaß an durchgeknallten ­Typen hat, an kuriosem Geschehen und völlig schrägem Humor, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Temporeich geht es durch 350 Seiten, alles andere als ein stilles Gewässer!
Al ist Koi-Liebhaber, Torvill sein liebster Fisch, der allerdings einem meuchlerischen Anschlag zum Opfer fiel; ihn gibt es nur noch in ausgestopfter Form. Als Anschauungsobjekt ist er auf Kreuzfahrten immer mit dabei, wo Al Vorträge über ­Kois und „Fischmanagement“ hält. Gemeinsam mit Mrs. Prosser, ehemals Kunstlehrerin im Knast, gibt er sich an Bord aber auch spe­ziellen Künsten hin. „Ich bin jetzt Bildhauer, überwiegend Fische.“ Auf „Kettensägenbildhauerei“ spezialisiert er sich als Al Greco und pro­duziert „Menschenfresserhaie“. Die Frauen „fanden’s scharf, keine Frage.“

Conspectus Cobitidum.
An inventory of the loaches of the world
(Teleostei: Cypriniformes: Cobitidoidei)
Von Maurice Kottelat. 200 Seiten, Paperback. The Raffles Bulletin of Zoology Supplement 29, National University of Singapore, 2012. 212 Farb-, 14 SW-Fotos. ISBN 978-2-8399-1153-5. 65 CHF (etwa 54 €)

Die lange von allen Schmerlenfreunden erwartete „Bibel des Schmerlenpapstes“ ist erschienen – ein Kompendium von Informationen über alle Schmerlen im weiteren Sinn (Cobitoidea außer Catostomidae), als da sind: die Familien Gyrinocheilidae, Boti­idae, Vaillantell­idae, Cobitidae, Ellopostomatidae, Barbucc­idae, Balitoridae, Gas­tro­myzont­idae, Serpenticobitidae sowie Nemacheil­idae.

Neu sind die Familien Barbuccidae und Serpenticobitidae. Die Familieneinteilung war nach den von anderen Bearbeitern molekulargenetisch ermittelten Linien zu erwarten und ist nachvollziehbar.

Aquascaping-Fibel – Modernes Aquariendesign leicht gemacht
Von Oliver Knott. 96 Seiten,
Hardcover, Dähne-Verlag, Ettlingen,
2012. 200 Farbfotos.
ISBN 978-3-935175-70-8. 14,80 €

Post von der DATZ-Redaktion: „Zur Rezension. Gruß, Marion.“ Ich – Einfach-Aquarianer mit wenig Licht, kaum Ahnung von Pflanzen und keiner Düngung – soll ein Buch über die „Hochkunst der Aquariengestaltung“ besprechen? Na gut, man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben ...